USA: 888 erster NFL-Partner

Das auf Gibraltar lizenzierte Glücksspielunternehmen 888 Holdings PLC ist der erste offizielle, große Sportwettpartner der US-amerikanischen National Football League. Der Anbieter wurde jüngst als neuer Hauptsponsor des Football Klubs New York Jets vorgestellt. Aufgrund der NFL-Werbevorschriften hat der Deal jedoch bereits zu Kontroversen geführt.

as MetLife-Stadion der NFL-Klubs New York Jets und -Giants.

Ein Einblick in das MetLife – oder auch New Meadowlands Stadium der New York Jets – den Hexenkessel teilt sich der Klub mit den New York Giants. Bisher einzigartig in der NFL. © Wikipedia

Die knallorangenen 888-Banner und Leuchtreklamen waren im MetLife-Stadion der New York Jets schon seit Wochen sichtbar, doch erst seit vergangenen Dienstag (30.10) ist es offiziell: Die ursprünglich israelische, an der London Stockexchange notierte Holdinggesellschaft, 888, ist der neue Hauptsponsor des namhaften American Football Klubs – und gleichzeitig der erste große Online-Glücksspielsponsor der NFL überhaupt, seit der PASPA-Aufhebung im letzten Mai.

Die frisch vereinigten Sportwett-Partner sprechen folglich von einem ebenso „historischen“ wie „beispiellosen“ Deal. Das 888-Branding werde während sämtlicher Jets-Spiele zu sehen sein – sowohl auf den Videoboards des Stadions, als auch bei allen Highlight-Sequenzen innerhalb der „roten Zone“, heißt es dazu vonseiten Yaniv Shermans, 888 Commercial-Director. Außerdem werde 888 laut Vertrag die Verwendung des gesamten Jets-Brandings plus -Logos und sonstiger Merchandise- und Marketingmaterialien genehmigt. Dasselbe gilt für Jets-Werbeanzeigen in Print, TV, Radio und Internet.

Wie zu vermuten sei es laut Sherman das Ziel, „die Marke 888 auf dem US-Markt weiter zu stärken“ – 888 ist bereits in New Jersey, wo sich auch das Stadion der Jets befindet, lizenziert und aktiv im Geschäft. Eine Partnerschaft besteht hier unterdessen bereits mit dem in Las Vegas ansässigen Casino-Giganten Caesars Entertainment.

Die Aufhebung des bundesweit geltenden Sportwettverbots hatte der viertkleinste US-Bundesstaat NJ maßgeblich mit vorangetrieben. In Anbetracht des NY-Jets-Deals stehe hier nun eine „aufregende Zeit“ bevor, so Shermans Prognose. Darüber hinaus heißt es:

„888 hat in allen regulierten US-Staaten eine branchenweit einzigartige Position für das Online-Geschäft. Der Deal wird zur erfolgreichen Umsetzung unserer Wachstumsstrategie beitragen – 888 wird ein führender Anbieter auf dem sich entwickelnden, möglicherweise hoch bedeutsamen US-Online-Gaming-Markt sein.“

Stadionbanner rechtswidrig?

Die 888-Stadionwerbung hat Übersee indessen bereits für Kontroversen gesorgt. Einem Bericht der Boulevardzeitung New York Post (NYP) zufolge verstoßen insbesondere die orangefarbenen Banner an den Außenfassaden der Arena gegen die neuen, im August veröffentlichten Werberichtlinien der NFL, welche direkte Werbung für Glücksspielseiten untersagen.

Um eine ebensolche „direkte Form“ handle es sich demnach im Fall 888 – die Banner seien vor allem mit Blick auf den Kinder- und Jugendschutz problematisch. Besonders deshalb, weil 888 hier neben Sportwettangeboten gleichzeitig auch auf das hauseigene Onlinecasino verweise. Dass eine derartige Kombination sowohl Glücksspielkritiker wie auch Spielsuchtforscher aufscheucht, dürfte auf der Hand liegen.

Das Jets-Management ließ unterdessen zwar verlauten „keine Regeln verletzt“ zu haben, dennoch haben sich beide Seiten laut NYP dazu entschieden, keinen weiteren Kommentar zu den Vorwürfen abzugeben. Ob es dabei bleibt – und inwieweit NYP seine Beanstandungen in die öffentliche wie auch politische Debatte zwingen kann – ist abzuwarten.

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