US-Studie: Legale Sportwetten pushen Zuschauerzahlen

Das US-Unterhaltungsmagazin Variety hat eine Studie veröffentlicht, die einen kausalen Zusammenhang zwischen legalen Sportwetten und den Zuschauerzahlen von Sportübertragungen herstellt. Dort, wo Sportwetten erlaubt sind, schauen sich demnach auch mehr Zuschauer Sportsendungen an. Mit Blick auf den im Mai 2018 legalisierten US-Sportwettmarkt ist die Studie höchst bedeutsam. Hier die wichtigsten Infos zur Untersuchung.

Ein Spiel zweier US-amerikanischen NFL-Teams.

Besonders die Endspiele der NFL erfreuen sich unter US-amerikanischen Wettkunden höchster Beliebtheit. (©pixabay)

Sportübertragungen beliebter als je zuvor

Die Legalisierung von Sportwetten könnte zu einer Zunahme von Zuschauern bei der TV-Übertragung Sportereignissen führen, so lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie, veröffentlicht durch das bekannte US-Magazin Variety. In den US-Staaten, in denen Sportwetten bereits legalisiert wurden, verfolgen Sportwettkunden demnach auch mehr Live-Events im TV. Laut Untersuchung waren Sportevents im Jahr 2018 ohnehin schon die meistgesehenen Fernsehsendungen überhaupt. Obgleich die Gesamtzahl der Live-Übertragungen im Free-TV rückläufig ist, verfolgten die Ereignisse mehr Menschen als jemals zuvor.

Dass sich Sportereignisse auch unabhängig von Sportwetten immer größerer Beliebtheit erfreuen, ist kein Geheimnis. Besonders deutlich zeigt sich der Trend angesichts der horrenden Milliardensummen, die die TV-Sender inzwischen in diverse Übertragungsrechte investieren – dies gilt in den USA insbesondere für Sportarten wie Football, Basketball oder Baseball. Die Investitionen rechnen sich, die Events werden weltweit von einem Milliardenpublikum verfolgt.

Durch legale Sportwetten könnte an dieser Stelle jedoch noch eine Schüppe draufgelegt werden, so das deutliche Kredo der Studie, die das führende US-Marktforschungsinstitut Prodege im Auftrag von Variety durchführte. Um ein festes Live-Publikum zu erobern, sei die Legalisierung von Sportwetten für Fernsehsender demnach von großem Wert. Wie aus der Untersuchung hervorgeht wird das grundlegende Interesse an verschiedenen Sportarten stark von der Möglichkeit beeinflusst, parallel zum jeweiligen Event auch auf dessen Ausgang setzen zu können.

Mehr TV-Konsumenten durch Sportwetten

Die aktuelle Studie bezieht sich auf den im Mai 2018 frisch legalisierten US-Sportwettmarkt, seitdem obliegt die Sportwettregulierung den einzelnen US-Bundestaaten. Innerhalb der Untersuchung gaben 54 Prozent aller Befragten aktiven Wettkunden an, dass sie sich öfter Sportereignisse im TV ansehen, wenn gleichzeitig Wetten platziert werden können. Zudem wurden Menschen gefragt, die noch nie eine Sportwette platziert haben, dies jedoch gerne tun würden. In dieser Gruppen gaben sogar 82 Prozent der Befragten an, sich das jeweilige Sportereignis auch im TV ansehen zu wollen.

Was die Beleibtheit der einzelnen US-Sportarten unter Wettkunden angeht, liegen Football, Basketball und Baseball auf den ersten Plätzen. Beispielsweise gaben in diesem Kontext 90 Prozent der Befragten Footballfans an, sich noch mehr Events im Fernsehen anzusehen, wenn Sportwetten platziert werden können. Bei Basketball- und Baseballfans waren es hingegen 55, beziehungsweise 50 Prozent, die ihr erhöhtes Interesse im Falle legaler Wettmöglichkeiten bekundeten. Unter dem Strich stehen unter potenziellen Wettkunden laut Studie vor allem Mannschaftssportarten hoch im Kurs.

Meisterschaftsspiele am beliebtesten

Unabhängig von der jeweiligen Sportart wird in den Staaten, wo Sportwetten bereits legalisiert wurden, am liebsten auf Meisterschafts- und Endspiele gesetzt. Sowohl unter Sportfans als auch unter Wettkunden ist der US-amerikanische Super Bowl an dieser Stelle unangefochtener Spitzenreiter. Dahinter folgen die Finalserien der NBA (National Basketball Association) und der MLB (Major League Baseball) sowie die Endspiele des in den USA besonders populären College-Basketballs.

In diesem Zusammenhang gaben 79 Prozent der Befragten an, vorzugsweise auf Meisterschaftsspiele zu setzen, während 62 Prozent hauptsächlich auf ihre Lieblingsteams setzen und sich die Spiele folglich auch vor dem Fernseher ansehen. Weitere 48 Prozent der Befragten gaben an diverse Turnierevents zu bevorzugen. Nur 19, beziehungsweise 10 Prozent gaben an, regelmäßig auf Teams und Sportarten zu setzen, die sie eigentlich nicht interessieren und sich die Sportereignisse auch trotz platzierter Sportwette nicht anzuschauen.

Zuschauerzahlen in Sportwettstaaten höher

Die Studie zieht den Schluss, dass die Einschaltquoten für Sportevents in denjenigen US-Staaten, in denen Sportwetten bereits legalisiert wurden – zum Beispiel in Pennsylvania, Mississippi, Nevada oder New Jersey – höher sind, als in noch unregulierten Bundesstaaten. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sportwettkunden sich das Ereignis, auf das sie gewettet haben, auch im TV ansehen, liegt summa summarum bei über 88 Prozent.

Darüber, ob Zuschauer, die erstmals Wetten platzieren möchten, sich von etwaigen Verboten davon abhalten lassen – oder darüber, ob Wettverbote gleichzeitig zu weniger Zuschauern führen, gibt die Studie keine Auskunft. Die Marktforscher kommen jedoch unabhängig von der Legalität der Buchmacher zu dem Fazit, dass sowohl Sportverbände als auch die Inhaber von TV-Rechten zukünftig versuchen werden, weiterhin durch immer höhere Gebühren von dem wachsenden Sportinteresse zu profitieren.

US-Sportwettmarkt wächst

Dass die Vormachtstellungen auf dem milliardenschweren US-Sportwettmarkt seit der PASPA-Aufhebung unter den hiesigen Buchmacher hart umkämpft werden, ist bekannt. Auch viele europäische Anbieter wie Paddy Power Betfair, William Hill oder Bet365 haben sich derweil bereits durch verschiedene Sportwett-Abkommen mit US-Casinokonzernen wie Caesars oder MGM am Markt etabliert. Caesars gab in diesem Kontext zuletzt sogar eine Sportwettpartnerschaft mit ESPN bekannt. Parallel dazu wurden weitere Regulierungsnovellen für Sportwetten in Tennessee und Illinois in Kraft gesetzt. Ob sich infolge der aktuellen Studie auch weitere TV-Sender hinter die Interessen der hiesigen Buchmacherlobby stellen, bleibt abzuwarten.

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