UK-Lotterie mit Rekordumsatz

Die britische „National Lottery“ hat trotz der anhaltenden Corona-Pandemie einen Umsatzrekord verbuchen können. Der Betreiber, die „Camelot Group“, ließ in einem öffentlichen Bericht verlauten, dass in den letzten sechs Monaten der zweithöchste Umsatz der Unternehmensgeschichte erzielt werden konnte. Maßgeblichen Anteil an der wirtschaftlichen Unversehrtheit durch die Corona-Pandemie habe laut Camelot das Umlenken auf Online- und Mobil-Angebote. So sei es möglich gewesen, weiterhin Wachstum zu generieren und vorerst unbeschadet die Krise zu überstehen.

Drei Lottokugeln mit den Zahlen 19, 20 und 21.

Die Absatzzahlen der britischen „National Lottery“ ließen sich in den vergangenen sechs Monaten nicht von der anhaltenden Corona-Krise beirren. ©ChiniGaray/Pixabay

Verkaufszahlen bleiben stabil

Nach den offiziellen Angaben seien die Verkaufszahlen trotz der tobenden Corona-Pandemie stabil geblieben. In den ersten sechs Monaten des britischen Finanzjahres, das sich über die Zeitspanne von April bis September 2020 erstreckt, seien die Zahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum lediglich um 1,7 Prozent gesunken. Damit sichert sich die erste Hälfte des laufenden Geschäftsjahres Platz zwei im firmeninterne Umsatzranking.

Im Gegensatz zur Glücksspielbranche, die ihr Angebot fast zu 100 Prozent über den digitalen Vertrieb aufrechterhalten kann, leiden viele Wirtschaftszweige noch heute massiv unter der Corona-Pandemie. So gelten unter anderem das Gastgewerbe, die Gastronomie, die Tourismusbranche und auch der Außenhandel als extrem stark betroffen.

Digitale Angebote sichern Wirtschaftlichkeit

Die Corona-Pandemie erreichte Europa im Februar diesen Jahres und verbreitete sich rasend schnell. Es dauerte nicht lang, bis viele Geschäfte, Lokalitäten und Händler ihre Pforten schließen mussten, um eine weitere Ausdehnung des Virus zu verhindern. Auch die Camelot Group musste ihre Verkaufsstellen für die nationale Lotterie Corona-bedingt abriegeln. Der „Guardian“ berichtete in diesem Zusammenhang, dass der Lotterie-Betreiber zu Beginn der Pandemie einen Einbruch der Verkaufszahlen von rund 18 Prozent hinnehmen musste.

Die Corona-Krise hat vielerorts das Solidaritätsbewusstsein der Menschen geschärft. Auch Unternehmen und Akteure aus der Wirtschaft versuchen mit Hilfspaketen und sonstigen Maßnahmen den Schaden für die Gesellschaft zu minimieren. Gleichwohl die Camelot Group beträchtliche Verluste hinnehmen musste, kündigte der Konzern Ende März an, rund 300 Millionen britische Pfund an Menschen zu spenden, die durch die Pandemie ihren Arbeitsplatz verloren haben. Gleichzeitig sollte ein Teil des Geldes an Hilfsorganisationen gehen, die durch die Krise ihre humanitären Aktivitäten nicht aufrechthalten konnten.

Die ersten Verluste interpretierte die Camelot Group als Warnschuss und überarbeitete in der Folge die eigene Werbekampagne grundlegend. Das neue Marketingkonzept rückte die digitalen Angebote der nationalen Lotterie in der Fokus. So wurde eine flächendeckende Informationskampagne ins Leben gerufen, die den Kundenstamm dazu ermutigte, die Lose für die Lotterie auf der Homepage oder per App zu erwerben.

Die Neuausrichtung entpuppte sich als großer Erfolg. Nach Angaben der Camelot Group seien seither rund 1,3 Millionen neue Online-Registrationen verzeichnet worden. Umgerechnet 1,13 Milliarden britische Pfund seien dabei allein durch die mobilen Angeboten eingenommen worden.

Umverteilung des Rekordumsatzes

Auf der eigenen Webseite lässt die Camelot Group verlauten, dass dank der „National Lottery“-Spielerschaft und des Rekordumsatzes bereits über 800 Millionen Pfund in ganz Großbritannien umverteilt werden konnte, um die Auswirkungen des Corona-Virus zu bekämpfen. Seit dem Jahr 1994 habe das Unternehmen rund 42 Milliarden Pfund an wohltätige Zwecke gespendet.

Nigel Railton, CEO der Camelot Group, zeigte sich vom Gesamtergebnis des letzten halben Jahres begeistert und ließ die denkwürdigen letzten sechs Monate Revue passieren:

“Wie die meisten anderen Unternehmen haben wir in diesem Jahr mit vielen Herausforderungen zu kämpfen gehabt. Anfang April befanden wir uns in einer beispiellosen Situation – mit einem starken Umsatzrückgang, Unsicherheit im Einzelhandel und einem gefährdeten EuroMillions-Spiel.[…] Dank unseres starken Fundaments, das wir nach unserer strategischen Überprüfung geschaffen haben […], sind wir schnell und entschlossen vorgegangen und haben uns an die sich ständig ändernde Situation angepasst. Das hat es uns ermöglicht, die National Lottery sicher und verantwortungsbewusst weiterzuführen.”Nigel Railton, CEO der Camelot Group, Offizielle Pressemitteilung der Camelot Group

Corona: Glücksspielentwicklung in Deutschland

Die Pandemie hat viele Branchen als Verlierer zurückgelassen. Doch es gibt auch Gewinner der Krise. Die Glücksspielindustrie gehört zweifelsfrei dazu. Nicht nur im Vereinigten Königreich sorgten Werbekampagnen für eine explosivartigen Anstieg der Spieleranzahl im Netz. Auch in Deutschland wurde ein enormer Zulauf im Online-Glücksspiel verzeichnet, der jedoch vor allem den illegalen Anbietern in die Karten spielte.

Das mache laut Georg Stecker, Vorstandssprecher des Interessenverbandes der Spielhallenbetreiber, die Messung der konkreten Umsätze unmöglich. Er kritisiert speziell die Tatsache, dass die meisten illegalen Glücksspiel-Anbieter aus dem Ausland agieren und die Werbeintensität gerade während der Corona-Zeit enorm zugelegt hat:

“Wir schätzen, dass die Werbeumsätze im Bereich illegaler Online-Casinos im Vergleich zum Vorjahr um mindestens die Hälfte gestiegen sind. Und wer solche Investitionen in dieser Größenordnung tätigt, der möchte auch ein Geschäft erzielen.”

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