Svenska Spel fördert Sportverband

Der staatliche Glücksspielanbieter Svenska Spel hat seine Verträge mit dem Schwedischen Sportverband ausgebaut und plant die Bereitstellung von Fördermitteln in Höhe von umgerechnet 1,6 Mio. EUR. Die Gelder sollen vor allem in den Breiten- und Spitzensport fließen. Welche Details stecken hinter dem Abkommen?

Spieler auf einem öffentlichen Basketballplatz in Schweden.

Der schwedische Breitensport wurde durch die Corona-Krise hart getroffen. ©JonasJacobsson/Unsplash

Zugang zum Sport erleichtern

Der schwedische Glücksspielmarktführer Svenska Spel hat bekanntgegeben, seine Partnerschaft mit dem nationalen Sportverband (Riksidrottsförbundet, kurz RF) bis Ende 2020 zu verlängern. Folglich kann sich der Verband über eine Geldsumme von 1,6 Mio. EUR freuen und diese an verschiedene Sportorganisationen im ganzen Land verteilen. Die neue Vereinbarung ist die Fortsetzung der Initiative „Project Forward“ und tritt am 01. Juni in Kraft.

Im Zuge der Aktualisierung wird Svenska Spel seine millionenschweren Finanzmittel an insgesamt 62 spezialisierte Sportverbände schicken. Das Geld wird unter anderem zur Unterstützung des sogenannten „Zukunftsfonds“ verwendet. Auf diesen haben in Schweden alle Spezialsportverbände Zugriff, die darauf abzielen, neue Projekte zu verwirklichen und Jugendlichen, Erwachsenen und älteren Menschen, den Zugang zum Sport zu erleichtern.

Außerdem werden die Gelder in das „Elitesportstipendium“ fließen, um potenzielle Topathleten bei ihren Studien zu unterstützen. Das Stipendium ist mit 50.000 SEK (~ 5.000 EUR) dotiert und wird jedes Jahr an 75 Sportler vergeben. Darüber hinaus werden Initiativen zur Bekämpfung von Spiel- und Wettmanipulation unterstützt, geplant sind digitale Bildungsprojekte und ein anonymer Meldeservice. RF-Generalsekretär Stefan Bergh erklärte:

“Die Zusammenarbeit mit Svenska Spel und die finanzielle Unterstützung des Sports ermöglicht es uns, mehr Menschen zu erreichen, Elitesportler in der Ausbildung zu unterstützen, der Spielmanipulation entgegenzuwirken und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Verbände und Gewerkschaften ihre Aktivitäten weiterentwickeln können.”

Im Zeichen der Corona-Krise

Bereits im letzten Monat leistete das Unternehmen Svenska Spel, das in Schweden zudem als Partner des Olympischen Komitees fungiert, eine erste Zahlung von umgerechnet 1,8 Mio. EUR an verschiedene Breitensportinitiativen im ganzen Land. Hauptmotiv des Anbieters ist die Corona-Krise. Man befürchtet, dass diese sich negativ auf den schwedischen Sportsektor auswirken könnte. Svenska Spel-CEO Patrik Hofbauer kommentierte:

“Wenn die schwedische Sportbewegung von der Coronavirus-Pandemie hart getroffen wurde, ist es ein gutes Gefühl, dass Svenska Spel und der Schwedische Sportverband ihre Zusammenarbeit ausgeweitet haben. Auf diese Weise sichern wir wichtige Mittel für den schwedischen Sport, gleichzeitig wird an einem langfristigeren Plan gearbeitet, wie wir gemeinsam den Sport im Land stärken können.”

Diese Ansicht teilt auch der RF-Vorsitzende Björn Eriksson, der auf die „anhaltende Ungewissheit über die langfristigen Auswirkungen des Coronavirus“ verwies. Hiervon seien über 3.600 sportliche Basisprojekte in Schweden gefährdet. Viele kommunale Sportverbände haben durch die Pandemie hohe Einnahmeverluste erlitten, vor allem der Jugendsport benötige in dieser Situation „alle Unterstützung, die er bekommen kann“.

Aufgrund der Ausnahmesituation plant Svenska Spel gegen Ende des Jahres eine weitere Zahlung zu leisten. Man sei sich darüber klar, dass viele Verbände ohnehin bereits „jede Krone umdrehen“. In der Krise werde die wirtschaftliche Situation noch schwieriger, erklärte dazu Svenska Spel-CEO Patrik Hofbauer in einer Pressemitteilung. Die langfristigen Schäden sind derzeitig kaum absehbar.

Doch bereits 2019 hatte Svenska Spel umgerechnet über 4,7 Mio. EUR an den RF geleistet. Hiervon floss ein Großteil in den Fußball, weitere Gelder gingen an den Eishockey- und Handballsport. Die Verträge zwischen Svenska Spel und dem Sportverband laufen bereits seit über sieben Jahren.

Schulungen gegen Spielmanipulation

Im Rahmen der Vereinbarung hatte Svenska Spel Anfang letzten Monat mehrere digitale Schulungsprogramme gegen Spielmanipulation und verantwortungsloses Glücksspiel präsentiert. Das Programm wurde an über 2.300 Fußballvereine geschickt und soll sowohl den Athleten als auch den Verbänden ein verständliches Bild von den Risiken vermitteln. Gleichzeitig werden Mittel zur Prävention vorgestellt.

Der Integritätsbeauftragte des schwedischen Fußballverbandes, Johan Claesson, erklärte die Notwendigkeit des Programms. Er sehe Hinweise darauf, dass in Schweden kriminelle Organisationen versuchen, Spielergebnisse zu manipulieren. Dies gelte insbesondere für die niedrigeren Ligen. Nur durch entsprechende Bildungsmaßnahmen könne man den Machenschaften entgegenwirken.

Hohes Vertrauen in Branche

Dies wurde auch von Kajsa Nylander, Managerin für Nachhaltigkeit bei Svenska Spel, bestätigt. Umfassende Kenntnisse seien notwendig, um über die Risiken aufzuklären. Vor allem da die schwedische Glücksspielbranche zurzeit ein hohes Vertrauen der Öffentlichkeit genieße. Hierfür verwies die Managerin auf den Sustainable Brand Index, die europaweit größte unabhängige Markenstudie zum Thema Nachhaltigkeit.

Laut CEO Hofbauer sei das Thema Thema Spielmanipulation in letzter Zeit vermehrt in den Vordergrund gerückt. Ausschlaggeben dafür war die Aussetzung aller Sportveranstaltungen aufgrund der Corona-Krise. Infolge hatten mehrere internationale Wettanbieter Wetten auf etwaige Trainingsspiele der vierten und fünften Liga angeboten. Das Vorgehen wurde von Svenska Spel scharf kritisiert. Man habe das Vertrauen in den Markt gefährdet, so die Kritik.

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Das Victory-Zeichen in den Farben der schwedischen Flagge.

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