The Stars Group bestätigt Stellenabbau

Der kanadische PokerStars- und Full Tilt-Inhaber The Stars Group (TSG) hat einen erheblichen Stellenabbau für seine Standorte auf der britischen Isle of Man und auf Malta angekündigt. Grund für die Job-Kürzungen sind sinkende Umsätze, unter anderem bedingt durch regulatorische Beschränkungen. Nach einer fulminanten Wachstumsphase im vergangene Jahr hatte der Marktgigant im zweiten Quartal 2019 rapide Verluste zu verzeichnen. Hier ein Überblick zur Entwicklung.

Ein PokerStars-Büro auf der Isle of Man.

Ein PokerStars-Büro auf der Isle of Man, wo aktuell noch über 400 Mitarbeiter tätig sind. (©PokerStars)

„Kritische operative Drehscheibe“

„The Stars Group will Arbeitsplätze auf der Isle of Man abbauen“, so die überraschende Schlagezeile in der vergangenen Woche, TSG hatte in einer Pressemitteilung den drohenden Verlust von Arbeitsplätzen für insgesamt zwei Isle of Man-basierte PokerStars-Büros angekündigt. Dort arbeiten inzwischen über 400 Mitarbeiter. Was die Begründung anbelangt, wurden vonseiten der Geschäftsleitung vor allem „operative Schwierigkeiten der Marke PokerStars auf einigen ihrer internationalen Märkte“ genannt. In diesem Zusammenhang sei die Isle of Man ohnehin eine „kritische operative Drehscheibe“. Eine genaue Anzahl der betroffenen Arbeitsplätze gab der global agierende Glücksspielanbieter bis dato nicht bekannt. Stattdessen erklärte ein Pressesprecher:

“Unser internationales Kern-Segment (PokerStars) hat seit letztem Jahr mit viel Gegenwind zu kämpfen, einschließlich mit Störungen in einigen unserer Schlüsselmärkte. Deshalb verfolgen wir, wie in der Vergangenheit, operative Initiativen, einschließlich Kostenoptimierungsmöglichkeiten, um unsere Fixkostenbasis neu zu bewerten und unsere Kosten mit unserer globalen Wachstumsstrategie neu auszurichten. Die Reduzierung der Mitarbeiterzahl auf der Isle of Man ist Bestandteil unserer Gesamtpläne, um unsere mittelfristigen Wachstumsziele und unser langfristiges nachhaltiges Wachstum zu erreichen.”

Fortführend ließ man verlauten, dass man sich den „persönlichen Auswirkungen auf die betroffenen Personen“ bewusst sei – die Bekanntgabe habe demnach „kaum vorhersehbare Auswirkungen auf die gesamte Geschäftstätigkeit auf der Isle of Man“. PokerStars zog 2005 auf die Isle of Man und gründete seinen Hauptsitz im Douglas Bay Complex auf Onchan Head, das Gebäude wurde 2012 komplett aufgekauft.

Die Mitarbeiterzahl vor Ort ist seit dem Umzug ebenso kontinuierlich wie drastisch gestiegen, von nur fünf Mitarbeitern im Jahr 2005 auf über 400, was rund ein Fünftel der weltweiten Mitarbeiterzahl von TSG ausmacht.

Ausweitung auf Malta

Jüngst hat TSG die Job-Kürzungen erneut bestätigt und zudem auf den PokerStars-Standort Malta ausgeweitet. Genaue Zahlen gibt das Management auch in diesem Fall nicht preis, erklärte jedoch, dass bereit 50 Entlassungen vorgenommen wurden. Am Standort Malta sind laut Medienberichten etwa 300 Mitarbeiter beschäftigt, den Standort selbst will TSG laut eigenen Angaben aber nicht aufgeben. Mit Blick auf den Stellenabbau verweist ein Sprecher hier insbesondere auf eine sich „rasant entwickelnde Industrie“, zudem wird erklärt:

“Angesichts der rasanten Veränderungen in der Branche überprüfen wir ständig unsere Kostenbasis und haben beschlossen, einige Änderungen an bestimmten Standorten vorzunehmen, um unsere Kosten besser an unsere globale Wachstumsstrategie anzupassen. Wir glauben, dass diese Schritte dazu beitragen werden, unsere mittelfristigen Wachstumsziele zu erreichen. Malta wird eine wichtige Drehscheibe für das Geschäft bleiben.”

Auf Malta eröffnete TSG erstmals 2012 ein Büro, vor Ort werden vor allem Mitarbeiter aus den Bereichen Business Development, Marketing, Personalwesen und IT beschäftigt. Die Bekanntgabe der Job-Kürzung erfolgt im Übrigen nur wenige Monate nach der Eröffnung eines neuen TSG-Büros in Bulgarien.

Sinkende Poker-Umsätze

Der geplante Stellenabbau hat vor allem wirtschaftliche Hintergründe: Nach einer fulminanten Wachstumsphase auf allen Ebenen im Jahr 2018, verzeichnete TSG im zweiten Quartal 2019 einen Rückgang der internationalen Pokerumsätze um ganze 11,7 Prozent. In diesem Kontext hatte das Unternehmen schon Ende letzten Jahres betont, von regulatorischen Änderungen in Russland sowie in der Schweiz, wo erst kürzlich eine umstittene Blacklist veröffentlicht wurde, betroffen zu sein.

Außerdem wurde die Rentabilität durch den Kauf von SkyBet im April 2018 beeinträchtigt, dasselbe gilt für die Akquisition von BetEasy in Australien. Bei der Bekanntgabe seiner Q2 2019-Ergebnisse hieß es diesbezüglich vonseiten des Managements:

“Die Pokereinnahmen im Q2 gingen im Vergleich zum Vorjahr zurück, was in erster Linie auf ungünstige Wechselkursschwankungen, anhaltende Störungen und regulatorischen Gegenwind auf bestimmten Märkten zurückzuführen ist. Dazu kommen reduzierte Einzahlungen von Kunden aufgrund lokaler Beschränkungen bei einigen Zahlungsmethoden. Dasselbe gilt für bestimmte Methoden zum Herunterladen von Poker-Apps.”

Zur Info: Bei TSG handelt es sich um eine 2001 gegründete, kanadische Unternehmensgruppe sowie um den größten börsennotierten Glücksspielkonzern der Welt. Zum Unternehmen zählen zahlreiche bekannte Marken, allen voran PokerStars, Full Tilt Poker und SkyBet, letztere wurde wie bereits angedeutet 2018 für insgesamt 4,7 Mrd. US-Dollar übernommen. Die Jahresumsätze von TSG belaufen sich auf durchschnittlich 1,3 Mrd. US-Dollar. Weltweit beschäftigt das Unternehmen offiziell noch über 4.500 Mitarbeiter. Wie viele Stellen letztlich gestrichen werden, bleibt an dieser Stelle abzuwarten.

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