Spielschulden: NHL-Star verklagt

Aufgrund von Spielschulden hat das Cosmopolitan Casino in Las Vegas eine Zivilklage am Clark County Bezirksgericht gegen den Eishockey-Star Evander Kane (28) eingereicht. Dem NHL-Spieler wird vorgeworfen Schulden in Höhe von 500.000 US-Dollar angehäuft und nicht beglichen zu haben. Mit welchen Folgen muss Kane rechnen?

Eishockeyspieler im Kampf um den Puck.

Eishockey zählt zu den beliebtesten Sportarten der USA, in Kanada ist sie die populärste Sportart überhaupt. ©Pexels

Acht Kredite in nur einem Monat

Der kanadische NHL-Spieler Evander Kane sieht sich zurzeit mit einer Klage des in Las Vegas stationierten Cosmopolitan Casinos konfrontiert. Dem linken Flügelstürmer der San Jose Sharks wird vorgeworfen umgerechnet rund 454.000 Euro Spielschulden nicht beglichen zu haben. Laut Aussagen von Anwälten hat der 28-jährige hierfür allein im Monat April insgesamt acht Kredite zwischen 20.000 und 100.000 US-Dollar aufgenommen, verspielt und nicht zurückerstattet.

Im Glücksspieldelta Las Vegas hielt sich Kane um den 15.April herum auf, Grund war ein Playoffs-Spiel gegen die Las Vegas Golden Knights. Nun muss sich der Eishockeystar unter Umständen vor dem Clark County Bezirksgericht in Nevada verantworten. Von Kane wird auf diesem Wege eine „umgehende Rückerstattung seiner Spielschulden in Höhe von einer halben Millionen US-Dollar“ verlangt, außerdem soll der Spieler für die Anwalts- und Verfahrenskosten aufkommen, diese belaufen sich derweil auf rund 15.000 US-Dollar.

Dass Kane über die nötigen Finanzmittel verfügt, um die Summe aufzubringen, steht außer Frage: Erst kürzlich hat der Spieler einen lukrativen Vertrag im Wert von 49 Mio. US-Dollar über sieben Jahre bei den Sharks unterzeichnet. Eine Stellungnahme zu den Vorwürfen des Casinos steht laut Aussagen des Nachrichtensenders sport1 bislang noch aus. Auch das Cosmopolitan Casino hat sich bis dato nicht mehr zu der angespannten Situation geäußert.

Kontroverse Persönlichkeit

Evander Kane sieht sich nicht zum ersten Mal mit einer juristischen Auseinandersetzung konfrontiert, der NHL-Star gilt abseits des Spielfelds als kontroverse Persönlichkeit mit einem aufbauschenden Temperament. So kam es bereits 2016 zu einem fragwürdigen Zwischenfall während eines Baraufenthalts in Buffalo, New York.

Der Sportler, der zu diesem Zeitpunkt für die Buffalo Sabres spielte, wurde beschuldigt, gleich drei Frauen an den Haaren gezogen und im Nacken gepackt zu haben. Es folgte eine Verhaftung durch die Polizei mit einer darauffolgenden Anklage wegen unbürgerlichen Verhaltens und Hausfriedensbruch, das Verfahren wurde letztlich jedoch eingestellt. Innerhalb des Prozesses beschrieb der damalige Staatsanwalt Michael Flaherty Kane als „arrogant und grob“.

Mehrere unbezahlte Rechnungen

Kane ist in seiner Karriere darüber hinaus schon mehrfach wegen Zechprellerei aufgefallen. Zu ersten Gerüchten kam es schon 2012, als Kane noch für die Winnipeg Jets aufs Eis lief. Der Eishockeyprofi verdiene zwar viel Geld, bezahle jedoch nicht immer seine Rechnungen, so das Kredo von Insidern. Bei einem Spiel gegen Ottawa kam es folglich zu einer dubiosen Szenerie, als ein Fan ein Plakat hochhielt, dass die Aufschrift trug:

“Lieber Evander, hör bitte damit auf, deine Rechnungen platzen zu lassen. Herzlich, die Kellner und Restaurantbesitzer Winnipegs.”

Auf der Social Media-Plattform Twitter begegnete der Sportler den Vorwürfen mit Spott und bezeichnete derartige Gerüchte als Lüge. Mit Blick auf die Vorwürfe wurden Untersuchungen der NHL sowie der lokalen Presse eingeleitet. Auch in diesem Fall konnte Kane jedoch kein Fehlverhalten nachgewiesen werden. Allerdings wurde Kane von seinem Verein dazu aufgefordert, seine Twitter-Aktivitäten einzudämmen.

Zwei NHL-Klagen in kurzer Zeit

Die Anklage gegen Kane ist schon die zweite juristische Auseinandersetzung, die innerhalb nur eines Monats zwischen einem US-Casino und einer NHL-Persönlichkeit geführt wird. Im Oktober kam es bereits zu einer Klage des indigenen Casinokonzerns Mohegan Sun gegen Eugene Melnyk, den Besitzer des NHL-Vereins Ottawa Senators. Auch in diesem Fall ging es um Spielschulden. Die Casinokette warf dem 60-jährigen kanadischen Milliardär vor, über 900.000 US-Dollar verspielt zu haben, ohne dass das Geld zurückgezahlt wurde.

Mohegan fordert daher das geschuldete Geld plus 15.000 US-Dollar an Schadenersatz, Kosten und Zinsen. Die Anwälte des Geschäftsmanns warfen Mohegan jedoch vor, dass das Casino mit unfairen Tricks gespielt habe, so habe Melnyk innerhalb einer Glückssträhne keine weiteren Chips auszahlen dürfen, dies führte letzten Endes dazu, dass sich Verluste ansammelten.

Die Vorwürfe beziehen sich auf das St. Patrick’s Day-Wochenende im Jahr 2017. Bis heute ist es in dem Fall zu keiner Einigung gekommen. Die Fronten scheinen verhärtet, ob es in naher Zukunft zu einer Entscheidung kommt, bleibt abzuwarten.

Umstrittener Geschäftsmann

Der in Toronto geborene Melnyk ist als Persönlichkeit ebenfalls umstritten: Abseits des Sportgeschäfts ist er auch Gründer des Pharmaunternehmens Biovail Corp.. Sein Vermögen wurde von Forbes zuletzt Anfang des Jahres auf einen Nettowert von 1,21 Milliarden US-Dollar geschätzt, damit belegt Melnyk Platz 2017 auf der Liste der 100 reichsten Menschen Kanadas. Im Jahr 2008 wurde Melnyk im Übrigen von der Securities and Exchange Commission wegen Buchhaltungsbetrug und Täuschung von Anlegern verklagt und erhielt schließlich für fünf Jahre das Verbot, leitende Positionen bei Aktiengesellschaften in Kanada einzunehmen.

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