Spielerschutz: LeoVegas kooperiert mit GAMSTOP

Der schwedische Online-Casinobetreiber LeoVegas hat die neue Selbstausschluss-Software GAMSTOP in sein Spielerschutz-Portfolio integriert. Mit der Maßnahme will das Unternehmen ein Zeichen zum verantwortungsvollen Umgang mit Online-Gambling setzen. Der Einführung geht eine Sanktionierung durch die UK Gambling Commission (UKGC) voraus.

Screenshot aus einer LeoVegas TV-Werbung mit dem Titel GAMSTOP

LeoVegas spricht sich für Spielerschutz aus. Damit reagiert das Unternehmen auf Verstöße: Man ließ selbstgesperrten Spielern Werbematerial zukommen. (Bildquelle)

Die von der UKGC vorangetriebene Entwicklung des branchenweit geplanten Selbstausschluss-Systems GAMSTOP scheint abgeschlossen: Das in Stockholm ansässige, börsennotierte Mobile Gaming-Unternehmen LeoVegas hat die Spielerschutz-Software auf den Plattformen seiner Online-Casinos implementiert und ermöglicht seinen Kunden somit eigenverantwortliche Suchtprävention durch Selbstausschluss zu betreiben. Nach Multilotto wird GAMSTOP damit offiziell von einem weiteren in Großbritannien lizensierten Glückspielanbieter etabliert.

Das Besondere an GAMSTOP: Es handelt sich um ein Selbstausschluss-System, welches den Kunden bei Aktivierung – wie von der UKGC vorgegeben – nicht nur von einer, sondern von sämtlichen lizensierten Gambling-Websites des Vereinigten Königreichs ausschließt. Eine Registrierung bedeutet demnach das „all online gambling“-Aus für den vermeintlichen (und reflektierten) Problemspieler.

Die zentrale Schaltstelle für ‚GAMSTOP-Kunden‘ ist die Online Datenbank der UKGC, aus deren Initiative heraus das System in Kooperation mit der Remote Gambling Association (RGA) – dem größten Interessenverband der britischen Glücksspielindustrie – entwickelt wurde.

Eigentlich sollte GAMSTOPs Einführung auf dem britischen Onlinemarkt schon 2017 erfolgen, doch sorgten technische Schwierigkeiten bei der Vereinheitlichung des Systems für eine Stagnation des Projekts. Umso zufriedener zeigt sich LeoVegas-CEO Gustaf Hagman angesichts des neuen Aushängeschilds:

„Neben LeoSafePlay, unserer übergreifenden Plattform für verantwortungsbewusstes Spielen, unternehmen wir jetzt einen weiteren Schritt zur Verbesserung des Spielerschutzes. Die Einführung von GAMSTOP zeigt unsere hohen Ambitionen im Bereich des Responsible Gaming.“

Reaktion auf Sanktion

Im Kontext ‚Spielerschutzverletzung‘ wurde Leo Vegas erst Anfang Mai durch die UKGC mit einem satten Bußgeld von 600.000 Pfund (~ 700.500 Euro) sanktioniert – die Verstöße waren gravierend:

Wie sich zu Untersuchungsabschluss bestätigte, hatte LeoVegas im Zeitraum zwischen April 2017 und Januar 2018 insgesamt 41 „irreführende“ Werbeanzeigen publiziert und diese obendrein an 1894 Kunden versendet, die längst unter Selbstausschluss standen. Außerdem hatten 418 ‚Zocker‘ ihre Spielzugänge ohne weitere Regulierung zurückerhalten – unter dem Strich nahm LeoVegas hier Wetten von über 200.000 Pfund entgegen. Das Restguthaben von mehr als 11.200 registrierten Problemspielern wurde darüber hinaus nicht ausgezahlt.

Diese Fülle an groben Fahrlässigkeiten sahen sowohl LeoVegas als auch die britische Glücksspielkommission in einer mangelhaften Selbstausschluss-Software begründet. Ob das System GAMSTOP derart weitreichenden ‚Schludrigkeiten‘ bezüglich des Verbraucherschutzes wirklich ein Ende setzen kann, bleibt vorerst noch abzuwarten. Die britische Glücksspielgesetzgebung mag als Fortschrittlichste der Welt gelten, doch ist die Missachtung diesbezüglicher Richtlinien in UK kein unerhebliches Problem. Vor LeoVegas, binnen der letzten zwei Jahre, wurden bereits Camelot, Ladbrokes, William Hill, Sky Bet und 888 Holdings mit weitaus höheren Bußgeldern abgestraft.

Die auf Gibraltar sitzende 888 Holdings hält an dieser Stelle bis dato den zweifelhaften Rekord, mit einem Bußgeldbescheid über exorbitante 7,8 Mio. Pfund (~ 8,5 Mio. Euro). Jedoch kamen bei allen besagten Anbietern Spielerschutzverletzungen hinsichtlich des Selbstausschlussverfahrens zum Tragen.

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