Soziale Initiative bei Gauselmann UK

Gauselmann UK, die britische Tochter des deutschen Merkur-Inhabers, hat eine soziale Initiative für verantwortungsvolles Glücksspiel gestartet. Hierfür wird mit der Global Gambling Guidance Group (G4) kooperiert, einem Gremium, das sich auf internationaler Ebene für höchste Sicherheitsstandards einsetzt. Erst im August hatte Gauselmann UK eine Wahlkreiskampagne gestartet, um engere Beziehungen zu Politikern aufzubauen. Welche Details stecken hinter den Programmen?

Spielautomaten aufgereiht in einer Spielhalle.

Externe Spezialisten sollen eine kulturelle Bewertung des gesamten Unternehmens vornehmen. ©StokPic/Pixabay

Unternehmensphilosophie im Fokus

Knapp drei Monate nach seiner Polit-Initiative beweist Gauselmann UK erneut sein soziales Engagement. Im Zentrum steht das neue Programm 360, wobei es sich laut eigenen Angaben um das landesweit größte Projekt für verantwortungsbewusstes Glücksspiel handelt. Die Initiative setzt vor allem auf eine Verbesserung des Spielerlebnisses, gleichzeitig sollen neue Spieler- und Verbraucherschutzstandards etabliert werden.

Aus diesem Grund wurde 360 in enger Abstimmung mit der in Amsterdam sitzenden Global Gambling Guidance Group (G4) entwickelt, deren Akkreditierungsprogramme internationale Betreiber dabei unterstützten, eine verantwortungsvolle Spielkultur im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben einzuführen. Das Hauptaugenmerk von G4 liegt seitjeher auf der Umsetzung von Initiativen, die problematische Spielweisen unterbinden sollen, ohne das Spielerlebnis negativ zu beeinflussen.

Dementsprechend wird bei Gauselmann UK nun eine kulturelle Bewertung auf der Grundlage eines spezifischen Aktionsplans durchgeführt. Geplant sind unter anderem Mitarbeiterbefragungen auf allen organisatorischen Ebenen. Ziel ist der Aufbau einer Infrastruktur, die die soziale Verantwortung dauerhaft in den Mittelpunkt der Unternehmensphilosophie rückt. Ein sechsköpfiger Beirat wird hierzu die Schlüsselziele festlegen und eine Methode zur Erfolgsmessung etablieren.

Um die qualitativ hochwertigsten Best Practice-Methoden bei Gauselmann UK einzuführen, wird G4 auf die Modelle bereits zertifizierter Betreiber zurückgreifen und diese an das Unternehmen anpassen. Ein Beispiel für den Prozess ist Novomatic AG, das vor rund einem Jahr das begehrte G4-Zertifikat erhalten hat, die höchste internationale Spielerschutznorm. Der Konzern hielt den strengen Kriterien von 100 Prüfern stand, im Fokus standen interne Richtlinien, Verhaltenskodizes und Mitarbeiterschulungen für Alterserkennung, Jugendschutz, Suchtprävention und Geldwäsche. Außerdem wurden die Selbstausschluss-Tools des Konzerns bewertet.

Ernennung des Customer Experience Managers

Die Ernennung eines Customer Experience Managers (z. dt. Kundenerlebnis-Manager) ist eines der schwerwiegendsten Ziele des G4-Programms. Hierbei handelt es sich um die Einführung einer neuen engagierten Position, deren einzige Aufgabe darin besteht, die erarbeiteten Prozesse einzuhalten, zu überwachen und gegebenenfalls an neue Bedingungen anzupassen. Die Person, welche den Posten übernimmt, wird direkt dem CEO unterstellt sein.

Sascha Blodau, General Manager Gauselmann UK, erklärte diesbezüglich, dass das Unternehmen darin bestrebt sei, der sozialen Verantwortung künftig denselben Stellenwert zuzuschreiben wie Spieldesign und Kundenservice. Als Betreiber der Merkur Cashino AGCs (Adult Gaming Center), gehöre man zu Besten der Branche, das Thema Spielerschutz gehöre daher zu den wichtigsten Verpflichtungen. Man könne nie genug tun, um Kunden vor Schäden zu schützen, so das Kredo.

Unterstützung erfährt Gauselmann UK diesbezüglich vonseiten der britischen Glücksspielbehörde UKGC (UK Gambling Commission) und der Handelsorganisation BACTA (British Amusement Catering Trade Association). Überdies wird Gauselmann von etlichen Hilfsorganisationen wie GamCare und YGAM supportet, die inzwischen auch durch den neuen Glücksspielverband BGC gefördert werden. Laut Blodau hätten die benannten Institutionen allesamt ihren Zuspruch erteilt und Gauselmann ermutigt, allerhöchste Sicherheitsstandards festzulegen. In diesem Sinne unterstütze man die professionellsten und engagiertesten Teams der britischen Glücksspielindustrie.

Politische Charme-Offensive im August

Gauselmann UK bringt sich derweil nicht nur bei Aufsichtsbehörden und Spielerschützern ins Gespräch, sondern auch bei Politikern. Im August startete das Unternehmen eine Charme-Offensive, bei der lokale Abgeordnete in die Filialen eingeladen werden. Gauselmann versucht hierdurch auf die wirtschaftlichen Vorteile aufmerksam zu machen, die durch seine Spielhallen in den jeweiligen Kommunen entstehen.

Den Startschuss der Initiative bildete ein Besuch des konservativen Abgeordneten Mark Pawsey im Merkur Cashino (AGC) in Warwickshire. Hintergrund war auch die Corona-Krise. Der Politiker zeigte sich anschließend begeistert über die Maßnahmen, die Gauselmann ergriffen hatte, um Gäste und Angestellte infolge der Wiedereröffnung zu schützen.

Glücksspielreform im Hintergrund

Gauselmann, der seit 2019 großspurig in UK expandiert, erklärte, dass man künftig möglichst viele politische Abgeordnete kennenlernen wolle. Es sei wichtig, dass die Politiker genau verstehen, worum es bei den Merkur Cashinos geht. Mangelndes Verständnis sei häufig die Hauptursache für politische Fehltritte, die die Filialen in der Vergangenheit geschädigt hätten.

Ein weiterer Hauptgrund für Gauselmanns zunehmendes Engagement könnte die britische Glücksspielreform sein, die mit vielen Verschärfungen aufwartet. Da das britische Glücksspielgesetz bereits 2005 in Kraft getreten ist, wurden viele Aspekte bisher nicht modernisiert. Neben Einsatzlimits für Wett-Terminals wurde bereits ein Kreditkartenverbot durchgesetzt. Zudem werden ein Verbot bestimmter VIP-Programme sowie ein Verbot von Trikotsponsoring angestrebt.

Politiker des Landes sprachen zuletzt von einer veralteten Gesetzgebung, die durch einen neuen Gaming Act abgelöst werden müsse. Es ist wahrscheinlich, dass Gauselmann an dieser Stelle versucht, sich den künftigen Gegebenheiten anzupassen und den Spielerschutz daher vermehrt in den Fokus rückt. Ob der Merkur-Inhaber in naher Zukunft weitere ähnliche Maßnahmen einleiten wird, bleibt abzuwarten.

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