SkyCity wieder im Lockdown

Eigentlich galt Neuseeland als erstes Corona-freie Land der Welt. Nun wurden vier neue Covid-19-Fälle bekannt, die Stadt Auckland befindet sich wieder im Lockdown. Damit einher geht die erneute Schließung des SkyCity-Casinos. Wie der Betreiber am gestrigen Morgen (12.08.) mitteilte, sollen die Schutzmaßnahmen in den Spielstätten von Hamilton und Queenstown ausgeweitet werden. Kann der Betreiber die Extremsituation stemmen?

Die Skyline von Auckland, Neuseeland, bei Nacht.

Mindestens eine Woche lang müssen die Bürger von Auckland wieder von zu Hause aus arbeiten. ©SamuelFerrera/Unsplash

Corona-Alarmstufe 3 in Auckland

Erst Mitte Juni hatte SkyCity auf Normalbetrieb geschaltet. Zumindest in Auckland, dem Hauptstandort der neuseeländischen Casino- und Unterhaltungskette, sind die Pforten nun wieder dicht. Grund sind vier neue Covid-19-Fälle. Da weitere Infektionen nicht ausgeschlossen werden können, ordnete Premierministerin Jacinda Ardern einen regionalen Lockdown für alle nicht systemrelevanten Unternehmen an. Vor allem Gastronomie- und Glücksspielbetriebe sind betroffen.

SkyCity teilte mit, den Casino-Standort Auckland sowie alle weiteren dortigen Freizeiteinrichtungen umgehend zu schließen. Ab sofort gilt in Auckland die Corona-Alarmstufe 3. Der Lockdown läuft bis mindestens Ende der Woche. Für die SkyCity-Grundstücke in Hamilton und Queenstown wurde die Alarmstufe hingegen von 1 auf 2 erhöht, was bedeutet, dass die Etablissements zwar geöffnet bleiben, jedoch strengere Distanzierungs- und Hygienevorschriften gelten.

“SkyCity hält sich vollständig an das letzte Update der neuseeländischen Regierung. SkyCity ist gut vorbereitet, um schnell auf diese Veränderungen zu reagieren und befindet sich in einer starken finanziellen Position, um den finanziellen Auswirkungen dieser vorübergehenden Beschränkungen standzuhalten.”Graeme Stephens, Vorsitzender, SkyCity, Pressemitteilung

Laut Geschäftsführung bleibt auch das Adelaide Casino von SkyCity von diesen jüngsten Beschränkungen unberührt, da dort ohnehin schon strenge physische Distanzierungs- und Hygieneanforderungen bestehen. Auch die in Auckland stationierten Hotels werden weiterhin geöffnet bleiben, um bereits bestehende Gäste unter strengen Schutzvorgaben zu beherbergen.

Über 700 Entlassungen geplant

Ob der Casinobetreiber die erneuten Beschränkungen tatsächlich stemmen kann, ist fraglich, denn bereits im Mai, als SkyCity die Wiedereröffnung vorbereitete, wurden erhebliche Stellenkürzungen angekündigt. Über 700 Arbeitsplätze stehen demnach auf der Kippe. Laut einer Gewerkschaft hauptsächlich in Auckland, was etwa ein Drittel der dortigen 3.000 Teil- und Vollzeitarbeitsplätze ausmacht. Das Unternehmen selbst sprach von einer schwerwiegenden Entscheidung.

Als Grund gab das Unternehmen eine schwächere Volkswirtschaft aufgrund der Corona-Krise an. Diese ginge einher mit geringeren verfügbaren Einkommen, veränderten Unterhaltungsgewohnheiten, Einschränkungen bei Massenveranstaltungen und sozialer Distanzierung. Darüber hinaus wurden langfristige Reisebeschränkungen für die Entscheidung verantwortlich gemacht. Laut Aussagen des Vorstandsvorsitzenden Stephens seien vor allem Reinigungskräfte, Bar- und Cafépersonal sowie Hotel- und Spielbetriebspersonal von Kürzungen betroffen.

Joe Carolan von der Gewerkschaft Unite Union kritisierte die Entscheidung, erklärte jedoch, dass man schon seit Wochen von den Plänen und wüsste und eine besondere Kündigungsklausel erwirkt habe. Hiernach würden gekündigte Mitarbeiter, die 20 Jahre oder länger angestellt waren, zumindest bis zu einem halben Jahr weiterbezahlt.

Carolan bestätigte außerdem, dass die Kündigungen vor allem auf den Rückgang des internationalen Geschäfts zurückzuführen sind. Ebenso auf die sozialen Distanzierungsmaßnahmen sowie auf Veränderungen des gesellschaftlichen Verhaltens. Die Bürger Neuseelands haben demnach tatsächlich viel weniger verfügbares Einkommen, das sie zum Spielen ausgeben können.

Die Gewerkschaft sei, laut Carolan, nicht an den Kündigungsplänen beteiligt gewesen. Trotz der Kritik erklärte SkyCity, den Personalbestand nach der Wiedereröffnung auf ein Niveau reduzieren zu müssen, das dem erwarteten Handelsniveau besser entspricht. Der erneute Lockdown dürfte den Prozess nun in erheblicher Weise beschleunigen.

Kürzungen trotz Lohnzuschuss?

Aufgrund von Covid-19 kommt es momentan auf der ganzen Welt zu Jobverlusten in Casinos. Oft mangelt es an staatlicher Unterstützung, wie zum Beispiel in den USA, wo der Branchenverband AGA (American Gaming Association) immer noch auf ein Rettungspaket warten muss. Bei SkyCity soll der Stellenabbau jedoch erfolgen, obwohl das Unternehmen im Juli zusätzliche 9,4 Mio. US-Dollar an Lohnzuschüssen für über 2200 Mitarbeiter erhalten hat.

Auf der Webseite von Work and Income wird festgehalten, dass SkyCity schon im Vorfeld mit 21,6 Mio. US-Dollar gefördert wurde. Innerhalb der Corona-Krise wurde das Unternehmen also mit insgesamt rund 31 Mio. US-Dollar unterstützt.

40 prozentiger Umsatzeinbruch

Laut eigenen Angaben hat SkyCity jedoch in den letzten 40 Tagen einen Umsatzrückgang von mehr als 40 Prozent erlebt. Daher habe man eine Verlängerung der Lohnsubventionierung beantragt, womit eigentlich sichergestellt werden sollte, dass der Mitarbeiterstamm aufrechterhalten werden kann, bis das Geschäft wieder auf das frühere Niveau zurückkehrt. Die Verlängerung des Lohnzuschusses sah Acht-Wochen-Zahlungen für jeden namentlich genannten Mitarbeiter vor.

Als SkyCity heute nach dem Erhalt der zusätzlichen 9,4 Mio. US-Dollar gefragt wurde, wiederholte es in einer Erklärung, dass die Covid-19-Krise das SkyCity-Geschäft auf nicht absehbare Zeit grundlegend verändert habe. Man werde die Größe der Betriebe so anpassen, dass ein kleineres, auf das Inland ausgerichtetes Unternehmen entsteht.

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