Sky Bet: Eine Million Pfund Strafe für mangelhaften Spielerschutz

Seine Vergehen hatte Sky Bet selbst bei der UK-Glücksspielkommission angezeigt – unwirksame Kontosperren, unsittliches Werbematerial, Nichteinhaltung der Abmelderichtlinien. In Folge der Sanktionierung zeigt sich der britische Sportwettanbieter reumütig und gelobt Besserung.

Nach Camelot, Ladbrokes, William Hill und 888 Holdings jetzt auch Sky Bet: Mit einem Bußgeld von einer Million Pfund wird ein weiterer Big-Player der britischen Sportwettlandschaft auf Grund von Missachtung des Spielerschutzes sanktioniert. Durch die britische Glücksspielkommission (UKGC, United Kingdom Gambling Commission) konnten dem in Leeds ansässigen Wettbetreiber schwere Grundsatzverletzungen auf mehreren Ebenen angelastet werden.

Basis der Rechtswidrigkeiten waren laut UKGC Fehler im Selbstausschluss-Tool des Online-Buchmachers.

Im Fokus der Untersuchung standen diesbezüglich 736 Sky-Bet Kunden, welche sich zwar selbst schon vom Spielen ausgeschlossen hatten, aber dennoch ohne Probleme neue Konten zum Weiterspielen eröffnen konnten – teilweise gar unter Verwendung identischer Angaben, also trotz längst registrierter Datensätze.

Rund 50.000 selbstausgeschlossene Kunden erhielten zudem weiterhin Werbung in Form von E-Mails und SMS sowie Benachrichtigungen über entsprechende Mobile-Apps. Zudem hatte Sky Bet das Restguthaben von 36.748 Kunden für sich einbehalten, obgleich die jeweiligen Konten lange gekündigt worden waren.

Ein Selbstausschluss des Kunden sollte natürlich Gegenteiliges bewirken. Der Kunde wählt die Option als Notlösung, um sich der Beeinflussung des Anbieters zu entziehen, Versuchungen vorzubeugen und somit weitere Spielattacken auszuschließen.

Matt Zarb-Cousin, Erfinder einer App, die es Problemspielern ermöglicht Wett-Websites auf dem eigenen Tablet oder Smartphone zu blockieren, spricht hier von einer „schlechten Bilanz“ der Branche. Die Problemursache sieht er vor allem in unzureichender Software begründet. Sky Bet sei dafür nur das jüngste Beispiel in einer langen Reihe, so Zarb-Cousin im britischen Guardian.

Mit Einsicht zur Besserung

Sky Bet hatte seine fahrlässigen Versäumnisse freiwillig gegenüber der UK-Glücksspielkommission eingeräumt, wie Geschäftsführer Richard Flint in einer Stellungnahme betont: „Als wir das Problem erkannt haben, haben wir die Glücksspielkommission proaktiv informiert und daran gearbeitet, unsere Prozesse zu verbessern, um so etwas künftig zu vermeiden.“

Der CEO zeigt sich zerknirscht über die Vorkommnisse: „Wir könnten und sollten es für selbstausgeschlossene Kunden schwieriger machen, doppelte Konten bei uns zu eröffnen, es tut uns leid“. Auch in Bezug auf die Höhe der verhängten Strafe gibt sich Flint demütig: „Wir stimmen der Kommission voll und ganz zu.”

Sein Unternehmen habe allerdings zu keiner Zeit Gewinn aus den Vorkommnissen geschlagen. Flint weist drauf hin, dass verantwortungsvolles Glücksspiel und Spielerschutz stets oberste Gebote für Sky Bet gewesen seien. Der Vorfall zeige letztlich auf, noch mehr in dieser Richtung tun zu müssen, schlussfolgert der Geschäftsführer.

Glück im Unglück

Bei aller reumütigen Einsicht – zwar heißt es von Seiten der UKGC, Sky Bet habe die Probleme schnell gemeldet, kooperiert und die Untersuchung ernst genommen, doch bleibt es für die Aufsichtsbehörde ein Fall von grober Missachtung: „Es war ein schwerer Fehler, von dem Tausende potentiell gefährdeter Kunden betroffen waren. Das 1 Million Pfund-Strafpaket sollte allen Glücksspielunternehmen als Warnung dienen”, so Kommissionsvorsitzender Richard Watson, der die Haltung seiner Behörde erneut klarstellte:

„Der Verbraucherschutz vor glücksspielbezogenen Schäden hat für uns oberste Priorität. Wenn wir bemerken, dass Betreiber ihrer Verantwortung bezüglich der Sicherheit ihrer Kunden nicht gerecht werden, werden wir harte Maßnahmen ergreifen.”

Folglich gibt Watson an, dass in diesem Sinne auch die verhängte Geldbuße weitaus höher angesetzt worden wäre, hätte Sky Bet sich nicht freiwillig gemeldet. Im Februar diesen Jahres wurde zuletzt William Hill, wegen Geldwäscherei und mangelhaftem Sozialbetrieb, mit einem Bußgeld von 6,2 Millionen Pfund sanktioniert. Auch die Sportwettanbieter Camelot (2016, 3 Millionen Pfund) und Ladbrokes Coral (2017, 2,3 Millionen Pfund) sahen sich schon im Fadenkreuz der UKGC. 2017 fand sich außerdem der Glücksspielgigant 888 Holdings in den Schlagzeilen, belastet mit einer Rekordsanktion von 7,8 Millionen Pfund – ebenfalls wegen unzureichenden Kontosperren.

Was die Höhe der Strafe anbelangt, hat der Wettbetreiber Sky Bet demnach wahrlich Glück im Unglück. Das vereinbarte Bußgeld von einer Million Pfund wird größtenteils für sozial-verantwortliche Zwecke an gemeinnützige Organisationen gespendet. So verlangt es die Kommission und natürlich auch Richard Flint.

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