Scientific Games Hand in Hand mit Lotto

Der US-amerikanische Spiele- und Softwarehersteller Scientific Games (Nevada) hat seine Partnerschaften mit den deutschen Landeslotterien Lotto Thüringen und Lotto Bayern ausgedehnt. Ein wesentlicher Bestandteil der Verträge ist die Implementierung neuer digitaler Sofortgewinnspiele. Können die Vereinbarungen dazu beitragen, Scientific Games aus der Corona-bedingten Talfahrt zu befreien?

Ein digitaler Chart zeigt die Umsatzentwicklung.

Vor wenigen Tagen gab Scientific Games einen Umsatzrückgang von 13 Prozent bekannt. ©EnergePic/Pexels

Sofortgewinnspiele für Thüringen

Der weltbekannte Online Casino-Provider Scientific Games hat seine regionalen Lotterieverträge unter anderem in dem Bundesland Thüringen erweitert. Der Dreijahresvertrag ist mit einer einjährigen Verlängerungsoption ausgestattet. Seit mehr als zwei Jahrzehnten arbeitet Scientific Games bereits mit Lotto Thüringen zusammen, bedient jedoch zeitgleich alle 16 Landeslotterien in Deutschland.

Auf der Agenda von Lotto Thüringen steht nun die Implementierung neuer Sofortgewinnspiele ab 2021. Laut Jochen Staschewski, Vorstandsvorsitzender von Lotto Thüringen, sei das Bundesland einer der wenigen Lotteriemärkte in Deutschland, der trotz der Corona-Krise weiterhin wächst. Die Zuwachsraten würden dabei vor allem durch bereits bestehende Sofortgewinnprodukte vorangetrieben.

Man plane daher, das Sortiment im Einzelhandel weiter auszubauen und den Spielern zusätzlich mehr digitale Sofortspiele anzubieten. Diese seien bequem von zu Hause sowie über Mobiltelefone spielbar. Bestätigt wird dies auch von John Schulzt, der Senior Vice President für Sofortgewinnprodukte bei Scientific Games kommentierte gegenüber dem Nachrichtendienst SBC:

“Wir haben Lotto Thüringen Sofortgewinnprodukte mit Mehrwert angeboten, die nachweislich in der Lage sind, die Einnahmen unserer Lotteriekunden weltweit zu steigern. Das Potenzial der Spiele, die sowohl im Einzelhandel als auch online verkauft werden, wird in Europa noch nicht voll ausgeschöpft, aber sie sind die größte und erfolgreichste Lotterieproduktkategorie in den USA und wachsen immer noch.”

Neues Softwaresystem für Bayern

Erst im letzten Monat unterzeichnete Scientific Games außerdem eine vierjährige Verlängerung seines bereits seit 25 Jahren bestehenden Technologievertrags mit Lotto Bayern, der zweitgrößten Landeslotterie in Deutschland. Im Rahmen der Vereinbarung, die eine Option auf eine Verlängerung um bis zu fünf weitere Jahre beinhaltet, wird das US-Unternehmen das zentrale Spielsystem von Lotto Bayern auf die neuartige Symphony-Technologie umstellen.

Symphony ist die neueste digitale Lotterie- und Spieleplattform von Scientific Games. Die in München ansässige Lotterie wird eine der ersten der Welt sein, die das „in sich geschlossene System“ installiert. Davon profitieren sollen 3.500 Einzelhandelsverkaufsstellen sowie Online- und Mobilverkäufe. In diesem Sinne erklärte Matthias Müller, Verkaufsdirektor bei Scientific Games, im Rahmen einer Pressemitteilung:

“Für Scientific Games ist es wichtig, unseren Lotteriekunden marktgerechte, Cloud-fähige und äußerst zuverlässige Systeme wie Symphony zur Verfügung zu stellen. Symphony beschleunigt die Markteinführung neuer Produkte und Dienstleistungen und integriert gleichzeitig neue Lösungen zur Implementierung neuer Spiele. Somit wird den Spielern von Lotto Bayern die neueste und modernste Technologie zur Verfügung stehen.”

Die Verlängerung erfolgte kurz nachdem die Geschäftsführung von Scientific Games bekanntgab, freiwillig ihre Gehälter um 50 Prozent zu kürzen. CEO Barry Cottle verzichtet sogar komplett auf sein Gehalt. Ziel der Maßnahme ist der Erhalt von Arbeitsplätzen. Diese werden zurzeit, ähnlich wie viele US-Casinomitarbeiter, von der Corona-Krise bedroht. Besonders Beschäftigte in sogenannten „unterstützenden Funktionen“ müssen mit Entlassungen rechnen.

Umsatzeinbrüche durch Covid-19

Vor wenigen Tag gab Scientific Games einen gravierenden Umsatzrückgang von 13 Prozent auf 725 Mio. US-Dollar aufgrund der Corona-Krise bekannt. Das Geschäft wird aktuell durch geringere Einnahmen und durch höhere Wertminderungskosten belastet. Mit Glücksspieldienstleistungen erwirtschaftete der Anbieter im ersten Quartal 422 Mio. US-Dollar, was einen Abstieg von 8,1 Prozent im Vergleich zum Q1 des Vorjahres markiert.

Gleichzeitig fiel der Produktumsatz um 29,5 Prozent auf 168 Mio. US-Dollar. Sofortgewinnspiele machten weitere 135 Mio. US-Dollar Umsatz aus, was jedoch einem Rückgang von 3,6 Prozent entspricht. Vom Gesamtumsatz erzielte Scientific Games 318 Mio. US-Dollar durch seine landbasierte Abteilung SG Gaming, doch auch dies bedeutet ein Verlust von 25 Prozent im Vorjahresvergleich.

Verbesserung im zweiten Quartal?

Parallel dazu sanken auch die Einnahmen aus dem Spielbetrieb, diese fielen um 22,7 Prozent auf 119 Mio. US-Dollar. Das Geschäft mit Spielautomaten verbuchte Verluste um 32,4 Prozent auf 97 Mio. US-Dollar. Darüber hinaus gingen auch die Verkäufe von Spielsystemen um 25,7 Prozent auf 55 Mio. US-Dollar zurück. Die Einnahmen aus Tischspielen fielen dagegen nur um 13,3 Prozent auf 52 Mio. US-Dollar.

Insgesamt lieferte das Unternehmen im ersten Quartal 4.893 neue Spielautomaten aus und betrieb bis zum Quartalsende 64.841 Maschinen. Das Unternehmen erklärte, es habe durch die Gesundheitskrise „keine Zeit“ gehabt, im Quartal wirksam zu werden, jedoch zumindest erhebliche Kostensenkungsmaßnahmen ergriffen. Man geht aktuell davon aus, dass sich die Werte im zweiten Quartal um mehr als 150 Mio. US-Dollar verbessern.

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