Sazka Hand in Hand mit Vodafone

Die tschechische Sazka Group, Hauptaktionär der Casinos Austria, arbeitet mit dem Mobilfunkanbieter Vodafone zusammen, um neuer Verwalter der britischen Lotterie (UK National Lottery) zu werden. Gemeinsam wolle man die Geschäftsprozesse verbessern. Im August 2020 hatte die britische Glücksspielkommission (UK Gambling Commission, UKGC) das Verfahren zur nunmehr vierten Lizenzvergabe für die Lotterie eröffnet. Mehrere Firmen liefern sich seitdem ein Rennen um die Betriebserlaubnis.

Ein Mann berührt das Display seine Smartphones.

Die Technologiekompetenz von Vodafone ist für die Partnerschaft ausschlaggebend. ©NordWood Themes/Unsplash

Vodafone-Partner ist Sazka-Tochter Allwyn

Die Frage, wer neuer Verwalter der Nationallotterie wird, rückt momentan ins Zentrum der britischen Glücksspielwelt. Ob der jetzige Betreiber Camelot Group das Ruder aus der Hand geben muss, wird sich im kommenden September entscheiden. Hierfür hat die zuständige UKGC schon im August 2020 ein neuartiges Ausschreibungsverfahren eingeleitet – interessierte Firmen liefern sich nun ein Kopf an Kopf-Rennen um den Lizenzerhalt.

Ganz vor mit dabei ist die tschechische Sazka Group, welche die tschechische Nationallotterie betreibt und zudem Hauptaktionär von Casinos Austria ist. Um seine Chancen zu erhöhen, hatte Sazka bereits im November 2020 ein neues Führungsteam zusammengestellt, welches auf den britischen Markt spezialisiert ist. Dort firmiert Sazka seit neuestem unter der Tochtermarke Allwyn – das Unternehmen hat nun eine Partnerschaft mit Vodafone bekanntgegeben.

Sollte Allwyn den Konkurrenzkampf um die Nationallotterie für sich entscheiden, will das Unternehmen auf die Konnektivitäts- und Technologiekompetenzen von Vodafone UK zurückgreifen, um die Abläufe im Lotteriegeschäft zu optimieren. Laut Sazka sei Vodafone zwar vor allem für den Verkauf von Smartphones und SIM-Karten bekannt, doch verfüge das Mobilfunkunternehmen über langjährige Erfahrung in der Bereitstellung von Technologien für öffentliche Sektoren jeder Art und Größe.

In diesem Sinne erscheinen Sazka und Vodafone als ideales Gespann, um die Verwaltung der britischen Nationallotterie zu übernehmen. Die Expertisen beider Firmen sprechen für sich: Auf der einen Seite bietet Vodafone modernste Lösungen für das digitale Zeitalter, auf der anderen Seite bietet Sazka, als einer der führenden Lotteriebetreiber Europas, das nötige Fachwissen für das Lotteriegeschäft. Die 1994 gegründete Nationallotterie gilt in UK als angesehene Institution mit einer stolzen Geschichte, doch sollte sich die Attraktivität der Lotterie durch neue Denkansätze weiter steigern lassen, würde noch mehr Geld in wohltätige Zwecke fließen.

Statement von Sir Keith Mills

Sir Keith Mills, welcher das Allwyn-Team leitet, hat zu dem Deal mit Vodafone ebenfalls Stellung bezogen. Der 70-jährige Großunternehmer war bereits eine treibende Kraft bei den Olympischen Spielen 2012 in London, wo er als stellvertretender Vorsitzender des Organisationskomitees fungierte. Zudem hat er die Kundenbindungsprogramme Air Miles und Nectar ins Leben gerufen. Laut eigenen Aussagen will er eine Beteiligung an Sazka erwerben, sofern die Firma neuer Lotterieverwalter wird.

Der Deal mit Vodafone sorge laut Mills für effizientere Geschäftsprozesse. Man wolle die Lotterie attraktiver gestalten, um noch mehr Geld für gemeinnützige Zwecke einzunehmen. Durch technische Innovationen ließe sich ein höherer Spaßfaktor erzeugen – so generiere man nachhaltiges Wachstum und verbessere gleichzeitig den Spielerschutz.

Anne Sheehan, Direktorin bei Vodafone UK, bekundete hingegen ihre Freude darüber, als Technologiepartner für Allwyn und seine Bewerbung um die nunmehr vierte nationale Lotterielizenz ausgewählt worden zu sein. Vodafone sei seit mehr als 30 Jahren marktführend und äußerst zuverlässig in punkto Konnektivität. Man verstehe sich in Bezug auf die modernsten Technologien für eine optimale Vernetzung und Multi-Channeling.

Die UKGC setzt bei der Ausschreibung auf Vielfalt unter den Bewerbern, parallel gelten einige neue Vorgaben. Die Lizenz wird dieses Mal für eine feste Laufzeit von zehn Jahren vergeben, womit dem Konzessionär ein klarerer Zeitraum für seine Investitionsplanung geben wird. Der britische Minister für Sport, Tourismus und Kultur, Nigel Huddleston, erklärte jüngst, dass die Lotterie einen positiven Einfluss auf Gemeinden in ganz Großbritannien habe. Diesen guten Ruf zu wahren, habe bei der Ausschreibung oberste Priorität. Der Lizenzprozess müsse die Zukunft und Integrität der Lotterie sicherstellen.

Stärkerer Spielerschutz im Fokus

Momentan befindet sich der britische Glücksspielmarkt in einer Gesetzesreform, womit auch eine Erhöhung des Mindestalters bei der Nationallotterie von 16 auf 18 Jahre einhergehen wird. Der jetzige Betreibe Camelot hat die Erhöhung unmittelbar befürwortet und will die Änderungen schon bis Ende April umsetzen. Dies, obwohl die neue Gesetzgebung erst im Oktober in Kraft treten wird.

Camelot begründet die Eile damit, dass sich der britische Glückspielmarkt durch eine Zunahme von Online Glücksspielen und Softgewinnspielen stark verändert habe. Jetzt, da die Entscheidung im Zuge der britischen Glücksspielreform gefallen ist, werde man alle notwendigen Schritte einleiten, um die Anhebung des Mindestalters schnellstmöglich umzusetzen. Gleichzeitig wolle man sicherzustellen, dass die hohen Sicherheitsstandards der Nationallotterie vollständig beibehalten werden.

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