Regelverschärfung in Curacao

Die niederländische Karibikinsel Curacao gilt als Glücksspiel-Oase, plant nun aber schärfere Lizenzbedingungen. Die neuen Regelungen sollen nicht nur Änderungen am Preis für Glücksspiellizenzen vornehmen, sondern auch die Werbung für das digitale Glücksspielspiel erheblich beschneiden. Gleichzeitig wird eine intensivere Überwachung und Kontrolle zwecks Jugend- und Spielerschutz von den einzelnen Anbietern eingefordert. So geht es aus einem Bericht des „Curacao Chronicle“ hervor.

Bunte Hausfassaden auf Curacao.

Die Einführungen der strengeren Regeln dürfte Curacao den Status als Glücksspiel-Paradies kosten. ©Patrice_Audet/Pixabay

Corona: Auswirkungen zwingen Curacao in die Knie

Der Rahmen der neuen Rechtsprechung sollen in den kommenden Monaten umgesetzt werden. Ein konkretes Datum für das Inkrafttreten der entsprechenden Gesetzgebung ist zwar noch nicht bekannt, dennoch hat die anhaltende Corona-Krise einen erheblichen Anteil an der geplanten Gesetzesänderung. So heißt es laut dem „Curacao Chronicle“, dass die Auswirkungen der Pandemie einen erheblichen Wirtschaftsschaden auf der Karibikinsel verursacht haben. Infolgedessen wurde Finanzhilfen von der Niederlande entgegengenommen, die jedoch an die Bedingung geknüpft waren, weitreichende Änderungen an der Curacao-Lizenz und an der Gesetzeslage für das Online-Glücksspiel vorzunehmen.

Viele Casino-Betreiber betroffen. Aus dem Bericht des „Curacao Chronicle“ geht hervor, dass die geplanten Neuregelungen viele Online-Casino-Anbieter treffen werden. Da eine Vielzahl internationaler Branchenakteure ihren Hauptsitz auf der karibischen Insel haben und auf Grundlage der Lizenz ihre Dienstleistung weltweit anbieten, werden sie sich an den verschärften Rechtsrahmen halten müssen.

Die niederländische Regierung verfolgt mit der erzwungenen Gesetzesverschärfung das übergeordnete Ziel, die Lizenzvergabe der karibischen Insel an den Rechtsrahmen der Europäischen Union anzupassen. Bisher hatte sich Curacao als autonomer Inselstaat erfolgreich dagegen wehrt, jedwede Änderung an der bisherigen Rechtslage vornehmen zu müssen. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben die Glücksspiel-Oase nun jedoch in die Knie gezwungen. Nach offiziellen Angaben stellt die Niederlande drei Hauptforderungen:

  • Die Bedingungen für die sogenannte „Master-Lizenz“ sollen verschärft werden. Insbesondere in puncto Preisgestaltung sieht die niederländische Regierung Handlungsbedarf. So wird die Vergabe der Lizenz in Zukunft an deutlich höhere Preise gekoppelt sein.
  • Ein großes Manko war bis dato das Player Targeting, bei dem Spieler durch Aktionen und Mechanismen zu höheren Ausgaben verleitet wurden. Die bis dato erlaubte unmoralische Geschäftspraktik soll gesetzlich verboten werden.
  • Die letzten Forderungen zielt auf die Kontrolle und die Inspektion ab. Curacao fungierte in Vergangenheit als reiner Lizenzgeber und vernachlässigte nach Ansicht der niederländischen Regierung die Aufsichts- und Prüfungspflicht, die mit solchen Lizenzen einhergehen.

Unabhängige Regulierungsbehörde

Um alle Forderungen nachhaltig durchsetzen zu können, wird Curacao im ersten Schritt eine neue und proaktive Regulierungsbehörde installieren, die ab März 2021 ihre Arbeit aufnehmen soll und auf unabhängiger Basis operieren wird. Sie soll künftig nicht nur die neuen Lizenzen ausstellen, sondern auch die Rolle als Überwachungsorgan ausfüllen. Auf diese Art und Weise soll gewährleistet werden, dass sich die einzelnen Betreiber auch tatsächlich an die neuen Bestimmungen halten.

Preisgestaltung für Lizenzen. Curacao ist nicht nur wegen der laschen Gesetzgebung als Glücksspiel-Paradies bekannt, sondern auch die günstigen Lizenzen waren für den Erwerb dieses Status verantwortlich. Damit soll jetzt Schluss sein. Auf der karibischen Insel wird mit den Antillen-Gulden (ANG) gezahlt. Für die Master-Lizenz werden künftig 240.000 ANG fällig. Das entspricht ungefähr 134.000 US-Dollar oder 113.000 Euro und ist ein satter Anstieg dem derzeitigen Preis von 35.000 US-Dollar gegenüber.

Die Kontrollfunktion der neuen Behörde räumt ihr zudem das Recht ein, vergebene Lizenzen wieder zu entziehen, wenn sich einzelne Betreiber nicht dem neuen Gesetzesrahmen unterordnen. Dadurch sollen die Curacao-Lizenzen mehr an Wert gewinnen. Die Möglichkeit, eine Lizenz über Umwegen etwa durch den Kauf eines bereits zertifizierten Unternehmens zu erhalten, ist ausgeschlossen. In solch einem Szenario verfällt die Gültigkeit der Lizenz und der neue Betreiber muss sich erneut um eine Curacao-Lizenz bemühen.

Strengere Richtlinien für Online-Casinos

Abseits der neuen Lizenzvergabe und Regulierungsbehörde sehen sich Online-Casino-Betreiber auf Curacao fortan mit strengeren Richtlinien konfrontiert. Hauptsächlich geht es der niederländischen Regierung darum, dass entsprechende Anbieter nachweisen müssen, finanziell in der Lage zu sein, ein ehrliches Online-Glücksspielbusiness zu führen. Dabei steht vor allem die Auszahlung von Jackpots und Hauptpreisen im Vordergrund. Sollten während des Lizenzierungsverfahrens Zweifel in diesen Bereich auftreten, dürfte es für einige Betreiber wohl eng werden.

EU-Standards. Da Curacao formal zur Niederlande gehört, sind die Glücksspiellizenzen des karibischen Inselstaats extrem beliebt. Online-Casino-Betreiber können mit der Lizenz auf dem finanzstarken EU-Markt operieren, ohne sich an gänzlich an die dort vorherrschenden Standards anpassen zu müssen. Die neuen Bestimmungen sollen das künftig ändern. In puncto Datenschutz werde es laut des Berichts des „Curacao Chronicle“ dagegen keine größeren Veränderungen geben, da die etabliertesten und größten Betreiber sich in diesem Bereich den europäischen Vorgaben bereits angepasst haben.

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