Plaza von Donald Trump gesprengt

Das 39 Stockwerke hohe Trump Plaza in Atlantic City ist kontrolliert gesprengt worden. Seit 2014 stand das Casino des Ex-Präsidenten schon leer und sorgte für Geisterstadtatmosphäre an der Uferpromenade. Die Sprengung stellt somit auch ein politisches Sinnbild dar: Bürgermeister Marty Small sprach von einem großartigen Tag für Atlantic City. Im Internet sorgten die Bilder für hämische Reaktionen, unter anderem von Hillary Clinton.

Der Ex-Präsident Donald Trump vor einer US-Flagge.

Der abgewählte US-Präsident hatte in Atlantic City gleich mehrere Leerstände hinterlassen. ©HistoryinHD/Unsplash

Bilder mit Symbolcharakter

Die Auktion der Sprengung wusste Eigentümer Carl Icahn noch zu verhindern, nicht jedoch, dass sich Atlantic City dem maroden Hochhaus auf spektakuläre Weise entledigt: Das seit 2014 leerstehende Trump Plaza wurde vergangene Woche kontrolliert gesprengt. Etliche Schaulustige waren zugegen, diese hatten sogar 10 US-Dollar Eintritt bezahlt. Als das Gebäude in sich zusammenfiel klatschte es Beifall.

Es waren Bilder mit Symbolwert für Millionen Amerikaner und die Stadtverwaltung: Bürgermeister Marty Small sprach von einem großartigen Tag für Atlantic City, wo der ehemalige US-Präsident Donald Trump (74) gleich drei Pleitecasinos hinterlassen hatte. Das Trump Marina (heute Golden Nugget), das Trump Taj Mahal (heute Hard Rock International) und das Trump Plaza, das seit 2016 Multimilliardär, Großinvestor und Trump-Freund Carl Icahn (85) gehört.

Um das 39 Stockwerke hohe Casino dem Erdboden gleichzumachen, waren über 3.000 Stangen Dynamit nötig. Dabei war der Komplex schon seit Jahren baufällig, regelmäßig waren Fassadenteile abgebrochen und auf die Uferpromenade geknallt. Bürgermeister Small hatte schon häufiger kritisiert, dass das Gebäude das Stadtbild ruiniert. Was Investor Carl Icahn nun mit dem Grundstück vorhat, ist bis dato noch unklar.

Anfang der 1980er Jahre begann Donald Trump damit, sich in der US-Glücksspielhochburg Atlantic City zu etablieren. Bis in die Mitte der 1990er Jahre liefen die Geschäfte gut, dann sorgte die wachsende Konkurrenz dafür, dass seine Casinos in eine Krise gerieten. Trumps Gesellschaft wurde viermal zahlungsunfähig, die Resorts gingen Pleite. 2009 zog sich Trump endgültig aus der Stadt zurück. Nach den Schließungen setzte Trump gerichtlich durch, dass sein Name von den Fassaden entfernt wird. Der Milliardär befürchtete, dass die leerstehenden Hochhäuser seinen Ruf schädigen könnten.

Netz reagiert auf Sprengung

Im Internet sorgte die aufsteigende Rauchschwade, in der das Trump Plaza versank, für viel Spott und Häme – viele User zogen Parallelen zum politischen Scheitern des Ex-Präsidenten. Auch die politischen Gegner Trumps lieferten entsprechende Reaktionen: So teilte die ehemalige First Lady Hillary Clinton (73), die bei den US-Wahlen 2016 eine Niederlage gegen Trump hinnehmen musste, den Beitrag und kommentierte diesen mit einem Winke-Winke-Emoji.

Bürgermeister Small erklärte gegenüber dem US-Finanzsender Bloomberg voller Stolz, dass die Ära Trump in Atlantic City nun offiziell beendet sei. Das Casino, für Small eine wirtschaftliche und soziopolitische Katastrophe, hatte dennoch durch etwaige Hollywoodfilme eine hohe Bekanntheit erlangt: Es wird unter anderem in Martin Scorsese Gangsterepos Casino gezeigt, außerdem stand dort George Clooney in Ocean’s Eleven vor der Kamera.

Der Tag der Sprengung dürfte Donald Trump auch noch aus einem anderen Grund in schlechter Erinnerung bleiben: Das US-Heimatschutzministerium kündigte parallel eine Klage gegen den Ex-Präsidenten und seinen Anwalt Rudy Giuliani an. Im Fokus stehen Vorwürfe der Verschwörung in Bezug auf den Sturm auf das US-Kapitol am 06. Januar. In einem politischen Impeachment-Verfahren wurde Trump diesbezüglich freigesprochen, doch nun droht ihm ein juristischer Prozess. Die langfristigen Folgen seiner Amtshandlungen sind derweil kaum absehbar.

Warum die Sprengauktion ausfiel

Der Abriss des Trump Plaza stand bereits seit Juni 2020 fest – Bürgermeister Small hatte von einem Schandfleck der Stadt gesprochen. Geplant war die Sprengung für den guten Zweck zu versteigern. Angesichts der Vorgeschichte sei es, so Small, nur legitim, wenn die Stadt aus der Sprengung finanzielle Vorteile ziehen würde. Viele Prominente hatten Interesse bekundet, darunter die Schauspielerin Bette Midler, die via Twitter mitteilte, gern auf den Knopf drücken zu wollen.

Das Vorhaben wurde in letzter Sekunde von Carl Icahn verhindert. Der kontroversdiskutierte Multimilliardär und Hauptaktionär von Caesars Entertainment äußerte Sicherheitsbedenken. Für die Versteigerung zuständig war das Auktionshaus Bodnars, welches die Umsetzung akut einstellen musste. Zuletzt lag das Gebot bei 175.000 US-Dollar, es sollte dem Boys and Girls Club of Atlantic City zugutekommen, einer Institution zur Förderung von Jugendarbeit.

Wie Bodnars im Nachhinein mitteilte, sei man extrembetrübt darüber, dass die Auktion so überraschend abgebrochen werden musste. Die Summe hätte man angesichts der Coronakrise dringend benötigt. Großinvestor Icahn erklärte folglich, die Summe selbst aufzubringen und diese an die besagte Organisation zu spenden. Mit einem Vermögen von 15 Mrd. US-Dollar belegt Icahn zurzeit Platz 39 auf der Reichsten-Liste von Forbes.

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