Paddy Power-Werbung in der Kritik

Das Paddy Power-Werbeformat Fan Denial setzt auf die wöchentliche Zusammenfassung von Fankommentaren, die sich in sozialen Netzwerken über die Niederlagen von Fußballklubs äußern. Die Clips sind eigentlich scherzhaft gemeint, in der letzten Woche kam es allerdings zu einem homophoben Eklat, der für einen Shitstorm sorgte. Der irische Buchmacher hat sich nun öffentlich für den Ausfall entschuldigt.

Fans jubeln im Stadion des FC Liverpool.

Fan Denial dreht sich um die Spiele der Premier League, das Format wird jeden Montag geschaltet. ©TembelaBohle/Pexels

Homophobe Sprechweisen verharmlost

Der zu Flutter Entertainment gehörende Wettgigant Paddy Power sorgte vergangene Woche für einen Shitstorm, nachdem homophobe Äußerungen über das Portal Fan Denial verbreitet wurden. In dem Social Media-Video soll es zur Verwendung von herabwürdigender und beleidigender Sprache gegen Homosexuelle gekommen sein. Bei dem Format werden regelmäßig Fankommentare zu den Ausgängen von Fußballspielen zusammengeschnitten.

Das Video der letzten Woche konzentrierte sich auf das FA-Cup-Finale zwischen Chelsea und Arsenal, welches Arsenal letztlich mit 2:1 für sich entscheiden konnte. Am Montag danach wurden wie üblich die Fankommentare aus verschiedenen sozialen Netzwerken zusammengeschnitten, um den Ausgangs des Spiels auf scherzhafte Weise Revue passieren zu lassen. Innerhalb des Videos wurden jedoch harte Beleidigungen geäußert.

Spieler wurden hier unter anderem als beleidigte Stricher bezeichnet. Dies zog ungleich einen Shitstorm nach sich. Paddy Power würde mit dem Video homophobe Sprechweisen verharmlosen. Dem Unternehmen wurde folglich auch Scheinheiligkeit vorgeworfen, da sich Paddy Power seit Jahren eigentlich für die Rechte der Schwulen- und Lesben-Bewegung einsetzt. Bei der WM 2018 hatte der Buchmacher zum Beispiel die russische Homosexuellen-Community unterstützt.

Paddy Power entschuldigt sich öffentlich

Paddy Power hat sich nun offiziell auf seiner Webseite für den Eklat entschuldigt. Das Unternehmen gibt zu durch die Einbeziehung der vulgären Attacken einen schweren Fehler begangen zu haben. Die Entschuldigung richtete sich an alle, die sich durch die Post beleidigt gefühlt haben. Das Video habe man umgehend wieder aus den sozialen Netzwerken entfernt, so das Unternehmen.

Im Vorfeld hatte sich zudem die Organisation Kick It Out eingeschaltet, welche sich für die Förderung von Gleichberechtigung und Integration im Fußball einsetzt. Auch diese hatte Paddy Power für das Video kritisiert und die Entfernung gefordert. Laut einem Sprecher habe es sich um Sätze gehandelt, die von der Organisation schon seit längerem als homophob und inakzeptabel angesehen werden.

Kritik von Arsenal-Fangruppe

Auch Gay Gooners, eine homosexuelle Fangruppe von Arsenal, kritisierte das Video und schrieb an den Geschäftsführer von Flutter Entertainment, Peter Jackson, einen Brief, um ihre Bedenken mitzuteilen. Man wollte Jackson darauf aufmerksam machen, dass homophobe Sprache eine giftige Atmosphäre schürt, was dazu führt, dass sich homosexuelle Fans beim Fußball nicht willkommen fühlen.

Durch die Veröffentlichung des Videos hätte Paddy Power seine eigene Arbeit – Homophobie im Sport zu bekämpfen – untergraben, ebenso wie die Arbeit etwaiger Hilfsorganisationen. Es sei notwendig, diskriminierende Sprache und diskriminierendes Verhalten im Fußball immer zur Sprache zu bringen, vor allem, wenn sie von einer so großen Plattform wie der von Paddy Power ausgeht.

Als Antwort auf diese Kritik erklärte Paddy Power, dass die Verwendung solcher Ausdrücke nicht zu billigen sei. Das Video sei unmittelbar gelöscht worden, nachdem die Kommentare zur Kenntnis genommen wurden. Das Video selbst sei von dritten Beteiligten erstellt worden. Diese wolle man nun genauer überprüfen.

Unterstützung der Homosexuellen-Bewgegung

Gleichzeitig verwies Paddy Power auf sein langjähriges Engagement im Bereich der Homosexuellen-Bewegung. Wie bereits angedeutet, trat das Unternehmen bereits als großzügiger Unterstützer der LGBT-Community (Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender) in Russland bei der WM auf. Grund war und ist, dass das Land den Homosexuellen immer noch diskriminierend gegenüber steht.

Pro Tor der russischen Nationalmannschaft hatte Paddy Power damals satte 10.000 Pfund für den wohltätigen Zweck gespendet. Die Kampagne trug dazu ein regenbogenfarbenes Logo für mehr Integration im Spitzensport. Hiermit wollte das Unternehmen zum Abbau von Vorurteile beitragen und Fußballspieler unterstützen, die sich als homosexuell outen wollen.

Neues Projekt bereits in Planung

Tatsächlich ist Paddy Power binnen letzter Jahre immer wieder durch seine sozialen Ambitionen aufgefallen. Dies nicht nur im LGBT-Bereich, sondern unter anderem auch mit einer Kampagne gegen Trikotsponsoring. Zurzeit steht ein neues Projekt in den Startlöchern. Das Unternehmen hat sich mit der Wohltätigkeitsorganisation Missing People und dem schottischen Fußballklub Motherwell zusammengetan, um bei der Suche nach vermissten Personen zu helfen.

Um auf die Aktion aufmerksam zu machen, platzierte Paddy Power rund 1.190 Kartonzuschnitte mit leeren Silhouetten auf der Südtribüne im Heimstadion von Motherwell, um das Bewusstsein für vermisste Personen zu schärfen. Ein Bannern trug dazu die Aufschrift Paddy Power’s Missing Fans. Insgesamt würden in Großbritannien jährlich über 180.000 Menschen als vermisst gemeldet, erklärte das Unternehmen mit Blick auf die Aktion.

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