Norsk Tipping: Deal mit Playtech

Norsk Tipping, der staatliche Glücksspielbetreiber Norwegens, hat seinen Online Casino-Deal mit dem renommierten britischen Spielehersteller Playtech ausgebaut. Norsk Tipping erhält damit Zugang zu marktführenden Online Casinospielen, während Playtech seine Sonderstellung am norwegischen Glücksspielmarkt festigt. Die Monopolstellung des staatlichen Anbieters Norsk Tipping wird seit längerem kritisiert. Wie sieht das Abkommen im Detail aus?

Die Symbole eines Spielautomaten.

Anfang des Monats hatte Norsk Tipping neue Verlustgrenzen für bestimmte Spielarten festgelegt. ©Tom69Green/Pixabay

Expertise von Playtech bedeutsam

Das oftmals kritisierte Glücksspielmonopol Norsk Tipping hat seinen Online Casino-Deal mit Playtech ausgedehnt. Der britische Provider (Isle of Man) ist für zahlreiche Echtgeld Spielautomaten wie Pink Panther, Gladiator oder Batman & the Joker Jewels berühmt. Norsk Tipping wird fortan auf einen großen Teil des Sortiments zugreifen können. Der Vertrag inkludiert Spielstudios wie Origins, Quickspin, Vikings, Rarestone und Ash.

Parallel umfasst der Deal auch die weiterführende Ausstattung von Video-Lotterie-Terminals (VLT). Der Vertrag sieht vor, dass Playtech ein aktualisiertes Angebot an VLT-Spielen an die Terminals von Norsk Tipping in ganz Norwegen liefert. Die Partner wollen diesbezüglich noch enger zusammenarbeiten. Ziel sei, so die Vertragspartner, die Etablierung neuer einzigartiger kundenspezifischer Inhalte.

Laut Hans Erland Ringsvold, Leiter des Spielbetriebs bei Norsk Tipping, sei die Expertise von Playtech für das Unternehmen von besonders großem Wert. Die seit 2016 bestehende Partnerschaft soll daher weiter ausgebaut werden. Das VLT-Abkommen existiert bereits seit 2003. In der Zwischenzeit hatte Norsk Tipping zwei Mal einen öffentlichen Beschaffungsprozess durchgeführt. 2019 wurde unter anderem eine Sportwett-Ausschreibung gestartet.

Auch Shimon Akad, Chief Operating Officer von Playtech, bekundete seinen Zuspruch. Norsk Tipping sei ein ebenso fester wie starker Bestandteil auf den zahlreichen regulierten Märkten in denen Playtech aktiv ist. Man freue sich, dem Anbieter weiterhin marktführende, moderne und verantwortungsvolle Online Casinospiele zur Verfügung zu stellen. Die Erweiterung des Vertrags sei ein Beweis für die Stärke des Portfolios. Dies gelte insbesondere für die starkregulierten Märkte von Nordeuropa, welche sich durch ein hohes Verantwortungsbewusstsein auszeichnen würden.

Neue Verlustlimits und Pausenzeiten

Die Erweiterung des Playtech-Deals erfolgt kurz nachdem Norsk Tipping seine monatlichen Verlustlimits bei Spielen mit hohem Risiko um 25 Prozent gesenkt hat. Dies geschah im Kontext der Coronakrise. Die vorübergehenden Maßnahmen sollen den gesamten Dezember und Januar hindurch gelten.

Kunden dürfen beim Spielen im KongKasino, eFlax, Bingoria und Yezz monatlich nur noch bis zu 7.500 NOK (~ 637 Euro) verlieren. Parallel wurde das tägliche Verlustlimit sogar um 50 Prozent reduziert. Außerdem hat Norsk Tipping die obligatorischen Pausenzeiten erhöht, die Spieler nach einer Stunde ununterbrochenen Spielens einlegen müssen. Diese lag ursprünglich bei 90 Sekunden, nun wurde sie auf 15 Minuten erhöht.

Zu den weiteren Maßnahmen gehört die Entfernung des Beliebtheits-Etiketts auf einigen Online Casinospielen, zudem hat Norsk Tipping den Versand von Marketing-E-Mails an Kunden zwischen 18 und 25 Jahren eingestellt. Die Maßnahmen gelten seit dem 01. Dezember. Im Januar will das Unternehmen die Maßnahmen evaluieren und entscheiden, ob diese fortgesetzt werden.

Norsk Tipping-Chef Åsne Havnelid sieht insbesondere den Dezember als Risikomonat an. Demnach würden die Glücksspielprobleme in der Bevölkerung innerhalb dieses Monats zunehmen. Denerell würde in der Coronakrise mehr gespielt, da die Menschen mehr Zeit allein verbringen. Es sei zu verhindern, dass sich problematische Spielweisen vermehren.

Die norwegische Regierung, die seit Jahren mit harten Bandagen gegen Glücksspielprobleme kämpft, sieht das ähnlich: Kürzlich wurden zusätzliche 15 Millionen NOK bereitgestellt, um glücksspielbezogene Schäden einzudämmen. Das Geld fließt in die Forschung, Spielsuchtprävention und Behandlung. Der Aktionsplan wird teils aus den Gewinnen von Norsk Tipping finanziert, dass die Initiative im Jahr 2005 ins Rollen brachte. Die Kampagne läuft noch bis Ende 2021. Man wolle die Bewusstheit für Risiken stärken und die Anzahl von Problemspielern verringern.

NBO kritisiert Monopolstellung

Während sich Norsk Tipping weiter ausdehnt, wird das Festhalten der Regierung am Glücksspielmonopol vom norwegische Branchenverband für Online Glücksspiele, NBO (Norsk Bransjeforening for Onlinespill), scharf kritisiert. Norwegen zähle zu den letzten Ländern in Europa, die zulasten des Spielerschutzes an einer veralteten Regulierung festhalten würden. Den Anstieg problematischer Spielweisen führt der Verband auf politisches Versagen zurück.

Gefordert wird stattdessen, den Markt für ausländische Anbieter zu öffnen, Lizenzen zu vergeben und von drastischen Werbeverboten und Zahlungssperren abzusehen. Eine erfolgreiche Kanalisierung in den legalen Markt könne es nur geben, wenn seriöse Anbieter auf ihre Produkte aufmerksam machen dürfen und diese konkurrenzfähig sind. Auf dem Schwarzmarkt würde der Spielerschutz hingegen wenig Bedeutung haben, so die Argumentation.

Diese Ansicht teilte zuletzt auch der schwedische Marktriese LeoVegas, der sich dem NBO im letzten August anschloss. Außerdem zählen inzwischen die renommierten Branchengrößen Betsson Group, ComeOn, Kindred Group und GiG dazu. Gemeinsam wolle man sich künftig für eine Liberalisierung des Marktes stark machen und das Monopol von Norsk Tipping abschaffen. Die norwegische Regierung plant hingegen weitere Beschränkungen.

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