Nach Paradise Papers: Nur Stake7 zieht deutschsprachiges Angebot zurück

Das auf Merkurspiele spezialisierte Online Casino Stake7 hat seine deutsche Webseite vorerst eingestellt. Die deutsche Glücksspielfirma Gauselmann hatte ihre Onlinepartner angehalten, die lizensierten Inhalte nicht weiter in Deutschland anzubieten. Auslöser war die negative Berichterstattung über Gauselmanns Tochterfirma Alliance Ltd. im Rahmen der Paradise Papers Enthüllungen.

Journalisten waren in dem umfangreichen Datenmaterial der Anwaltskanzlei Appleby auch auf den Namen Gauselmann gestoßen. Während die Kanzlei überwiegend im Verdacht steht, großen Unternehmen bei der Vermeidung von Steuern zu assistieren, ging es im Fall Gauselmann um die Verschleierung von Online Angeboten. So unterstellten die Autoren, dass das deutsche Glücksspielunternehmen über seine Tochterfirma Alliance Limited indirekt seine Merkurprodukte auf dem deutschen Markt anbiete. Und zwar über die Lizenzierung seiner Onlinespielautomaten an Drittanbieter, die dann wiederum mit deutschsprachigen Angeboten auf den hiesigen Markt abzielten. Damit unterlaufe man geltendes Recht, nach dem die Genehmigung von Online Glücksspielen in Deutschland nicht möglich sei.

Die Firma Gauselmann verwahrte sich in einer Stellungnahme vor diesen Vorwürfen und betonte, solches Gebaren in den Lizenzbedingungen auszuschließen. Die Partnerfirmen dürften die Merkurspiele gerade nicht in Deutschland anbieten. Dennoch waren entsprechende Angebote zu finden, unter anderem die Webseite Stake7.de, die explizit mit Merkurautomaten und dem Gütesiegel „made in germany“ warb. Gauselmann kündigte ebenfalls an, die Partner erneut auf die Regeln hinzuweisen und drohte mit Lizenzentzug.

Nicht alle Merkurcasinos reagieren

Dazu scheint es im Fall Stake7 nun gekommen zu sein. Laut einem mittlerweile nicht mehr zugänglichen Post im Stake7-Magazin habe die Alliance Limited den Vertrag gekündigt und mit der Löschung der deutschsprachigen Seiten begonnen. Weiterhin würden deutsche IP-Adressen fortan geblockt werden. Mittlerweile werden Besucher daher auf die .com-Version des Angebotes umgeleitet und haben dort weiterhin Zugriff auf Merkurspiele. Dieser Zustand wird voraussichtlich aber nur vorübergehender Natur sein. Laut Stake7 hat man sich mit dem Softwarehersteller EveryMatrix zusammengetan und wird noch im Dezember ein neues Angebot präsentieren.

Bestehende Accounts sollen dabei vollständig erhalten bleiben, sodass kein Verlust von Kundenguthaben zu befürchten scheint. Dann soll auch die deutsche Adresse inklusiver deutschsprachiger Seiten wieder aktiviert werden – aber höchstwahrscheinlich ohne jegliche Inhalte von Gauselmann/Merkur.

Während dieses Online Casino also seinen kompletten Auftritt umbauen muss und scheinbar kurzfristig darüber in Kenntnis gesetzt wurde – bewegt sich auf vergleichbaren Seiten wenig. Die Webseiten sunmaker.com und sunnyplayer.com sind weiterhin in deutscher Sprache verfügbar und werben, jeweils erstes Merkurcasino im Internet zu sein. Auch das thematisch ähnlich gelagert platincasino ist weiter in unveränderter Form online. Ob die Betreiber hinter den Kulissen an einem Umzug auf eine andere Plattform arbeiten, ist derzeit nicht bekannt. Sollten die Seiten keine Änderungen vornehmen und wenigstens ihre deutschsprachigen Inhalte entfernen, dürfte eine rechtliche Auseinandersetzung mit Gauselmann folgen.

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