MGM entlässt 140 Führungskräfte

Die Coronakrise fordert weiterhin ihren Tribut, was mit zahlreichen Kündigungen in der Casinobranche einhergeht: Der in Las Vegas stationierte Glücksspielkonzern MGM Resorts International hat nun angekündigt, 140 Führungskräfte zu entlassen. Bereits im August kam es zum Abbau von 18.000 Stellen. Grund sind gravierende Umsatzverluste. Wie ist es um die Zukunft des legendären Casinobetreibers bestellt?

Das MGM Grand in Las Vegas bei Nacht.

MGM ist nicht der einzige Casinoriese, der wegen Corona Massenentlassungen vornimmt. ©DavidVives/Unsplash

Casinos und Hotels kaum ausgelastet

Bei MGM war es im August bereits zu dauerhaften Entlassungen von 18.000 Mitarbeitern gekommen. Jetzt setzten sich die Kündigungen fort, diesmal auf Führungsebene. Der Konzern, der in Las Vegas vor allem für das MGM Grand und das Bellagio berühmt ist, wird 140 Managern kündigen. Laut eigenen Aussagen erfolgt der Stellenabbau aufgrund der Coronakrise. Die Spielstätten würden unter mangelnden Besucherzahlen leiden.

MGM erwartet zum Jahresanfang 2021 weiterhin ein geringes Geschäftsvolumen, so die Erklärung von Sprecher Brian Ahern. Noch immer seien die Umsätze weit unter dem Normalniveau, die langfristigen Entwicklungen könne man derzeitig kaum vorhersagen. Man wolle sich jedoch darum bemühen, die Mitarbeiter wieder zu integrieren, sobald sich die Umsätze erholen. Es handle sich nicht um dauerhafte Kündigungen, so der Konzern.

Man sei optimistisch, mit der Verteilung von Impfstoffen und anderen Entwicklungen bald zu einem normalen Geschäftsbetrieb zurückkehren zu können. Damit würde auch eine Erhöhung der Mitarbeiterzahl einhergehen. Vorerst ließen sich die Kündigungen aber nicht abwenden. Alle Betroffenen seien bereits am letzten Mittwoch informiert worden. Weiterhin würden die bewährten MGM Gesundheitspläne sowie der MGM Employee Grant Fund greifen.

Die Kündigungen bei MGM sorgten bereits im August für Kritik von Arbeitsschützern und Gewerkschaften, dennoch ließen sie sich nicht abwenden. Laut MGM läge die Auslastung der Hotels bei unter 50 Prozent. 2020 wurde das Fiasko durch Spottpreise ersichtlich: So waren die Zimmer des MGM Grand teils für weniger als 50 US-Dollar pro Nacht zu haben. Die meisten der betroffenen Mitarbeiter waren in Las Vegas stationiert, wo der Casino-Shutdown und die darauffolgenden Corona-Schutzverordnungen, unter anderem die Einführung einer Maskenpflicht, dem Betreiber schwerzusetzten.

MGM: Phase der Umstrukturierung

Es bleibt abzuwarten, ob MGM Resorts die entlassenen Mitarbeiter tatsächlich wieder zurück ins Boot holt, wenn die Krise überwunden ist. Ebenso unklar ist, ob es zu weiteren Entlassungen kommen wird. Las Vegas arbeitet zurzeit mit einer Belegschaft von 25 Prozent, Tausende Mitarbeiter sind noch im Zwangsurlaub. In Nevada sind die Arbeitgeber jedoch dazu verpflichtet, allen zwangsbeurlaubten Mitarbeitern einen Kündigungstermin zu nennen, sofern diese nicht nach sechs Monaten zurückkehren dürfen.

Momentan dürfte MGM aktuelle Zahlen auswerten. Das Unternehmen hat am Mittwoch Jonathan Halkyard zum neuen Chief Financial Officer (CFO) ernannt, nachdem Corey Sanders im Dezember in die Rolle des Chief Operating Officer (COO) versetzt wurde. Im selben Monat ernannte das Unternehmen Anton Nikodemus zum neuen Präsidenten des CityCenters und Ann Hoff übernahm die Leitung des Bellagio und des Park MGM.

Parallel treibt MGM den Ausbau seiner Sportwettmarke BetMGM voran, die über ein Joint Venture mit Entain (früher GVC) betrieben wird. Letzte Woche wurden sogar Gerüchte bestätigt, dass MGM und Entain eine Fusion planen, um eine marktführende Position auf dem US-Wettmarkt einzunehmen. Im Gegensatz zum landbasierten Glücksspiel boomen Online Sportwetten zurzeit wie nie zuvor. Nach der Wiederaufnahme des Spitzensports wurden Rekordumsätze verbucht, die Einsätze beliefen sich im August 2020 auf 2,1 Mrd. US-Dollar. Anfang dieser Woche gab BetMGM eine Partnerschaft mit dem MLB-Team Washington Nationals bekannt.

Massenentlassungen in der Casinobranche

Im November lag die Besucherzahl in Las Vegas bei 1,5 Millionen, ein Rückgang von 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aufgrund des Rücklaufs kam es binnen letzter Monate längst nicht nur bei MGM zu Entlassungen. Das M Resort von Penn National Gaming (PNG) hatte erst am letzten Montag 159 Mitarbeitern gekündigt. Schon im letzten Jahr war es bei Penn zu über 400 Entlassungen allein in Las Vegas gekommen.

Auch Marktriesen wie Boyd Gaming hatten rund 2.500 Stellen abgebaut. Dazu meldete das Cosmopolitan über 3.100 Kündigungen. Weitere Entlassungen im hohen dreistelligen Bereich wurden im Circus Circus und im Tropicana vorgenommen. Letzteres gehört ebenfalls dem in Philadelphia stationierten Marktriesen PNG.

Auch auf globaler Ebene kam es 2020 zu zahlreichen Jobverlusten in Casinos. Tausende Arbeitsplatzverluste zählt allein das asiatische Glücksspieldelta Macau. In Europa sorgte unter anderem Genting UK mit über 1.600 Kündigungen für Furore. Hunderte Kündigungen erfolgten auch bei den österreichischen Glücksspielriesen Casinos Austria und Novomatic AG. Von den großen Betreibern gelang es bisher nur dem Merkur-Inhaber Gauselmann alle Mitarbeiter sicher durch die Krise zu bringen.

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