MGM 2020: 1.000 Kündigungen geplant

Im Rahmen der Effizienzoffensive MGM 2020 plant der in Las Vegas stationierte Glücksspielkonzern MGM Resorts International offenbar den Abbau von ganzen 1.000 Arbeitsplätzen. Bereits im vergangenen Monat wurden 254 Stellen gestrichen, die restlichen sollen bis Ende des Monats erfolgen. Ziel der Maßnahme ist die Minimierung von Kosten.

Das MGM Grand Casino in Las Vegas.

Das MGM Grand Casino in Las Vegas ist weltberühmt. Jetzt plant der Konzern den Abbau von 1.000 Stellen.

Hochrangige Angestellte gefährdet

MGM hat angekündigt, in den USA mindestens 1.000 Stellen abzubauen, um Kosten einzusparen. Die Maßnahme wurde aktuell durch Corey Sanders, Chief Financial Officer von MGM, bestätigt. Schon im letzten Monat kam es demnach zu 254 Entlassungen, jetzt ist klar, dass insgesamt 1.000 Arbeitsstellen bis Anfang Juni gekündigt werden sollen. Laut MGM müssen vorwiegend hochrangige Angestellte mit der Entlassung rechnen, viele der Mitarbeiter würden in vorzeitigen Ruhestand geschickt, heißt es.

Obgleich der fortlaufende Stellenabbau zwar offiziell angekündigt wurde, ist bisher noch völlig unklar, welche Positionen und welche Mitarbeiter genau von den kommenden Entlassungen betroffen sein werden. Klar ist hingegen, dass durch die Entlassungen Kosten eingespart werden sollen. Finanzchef Sanders verweist an dieser Stelle darauf, dass bereits im März eine erste Fuhre von 35 Spitzenpositionen gestrichen wurde – die betroffenen Personen seien demzufolge vorwiegend unter finanzieller Absicherung in den Vorruhestand geschickt worden.

Entlassungen auch unter Einsteigern

Weitaus drastischer gestaltet sich das Szenario währenddessen innerhalb der US-amerikanischen Medien: Die Tageszeitung Nevada Current spricht angesichts der ersten Kündigungswelle sogar von einem personellen „Blutbad“. Die Maßnahme habe sich entgegen den Aussagen von Corey Sanders nicht nur auf das Management beschränkt, sondern auch kleinere Angestellte und Einsteiger miteinbezogen. Ein anonymer MGM-Mitarbeiter berichtet in deutlichen Worten:

“Ich habe sechs Stunden gewartet, nur um herauszufinden, dass ich entlassen werde. Alle liefen herum und jeder weinte. Einige haben sich nicht einmal mehr die Mühe gemacht, ihre Schreibtische auszuräumen. Ich kann nicht für das ganze Unternehmen sprechen, aber in meiner Abteilung sind von 42 Mitarbeitern noch 15 übrig. Ein Vizepräsident akzeptierte die freiwillige Absetzung. Drei Direktoren und fünf Manager wurden gekündigt. Der Rest waren alle Kommunikations- und Veranstaltungsspezialisten und Video-Teamspezialisten.”

Die dramatische Prozedur wird derweil auch von anderen Abteilungen bestätigt. Eine weitere, ebenfalls anonyme Mitarbeiterin aus dem Bereich des Kundenservices berichtet insbesondere vom umfassenden Ausmaß des ersten Kündigungsschlags:

“Bei meinem Team fing es an. Mein gesamtes Team aus vier Spezialisten wurde entlassen. Unser gesamtes benachbartes Team von vier Spezialisten und Managern im Bereich Social Resolution wurde entlassen. Ich kenne außerdem zwei Social Media-Strategen aus dem Engagement-Team, die entlassen wurden und kenne ich mindestens drei Verwaltungsangestellte, die entlassen wurden, darunter ein Mitarbeiter an der Rezeption.”

Darüber hinaus wird auch über eher weniger großzügige Abfindungen berichtet. Wie es von Seiten der Belegschaften heißt, sei den bisher entlassenen Mitarbeitern lediglich eine Mindestentschädigung von einem Monatsgehalt ausgezahlt worden.

Kündigungen trotz guter Bilanz

Dass MGMs Stellenabbau für derart viel Aufsehen sorgt, verwundert kaum, denn der Konzern schreibt positive Geschäftszahlen: Erst Anfang dieser Woche hat MGM seine Finanzergebnisse für das erste Quartal 2019 veröffentlicht. Obwohl das Unternehmen in den ersten drei Monaten einen Umsatzwachstum von rund 13 Prozent gegenüber dem Q1 des Vorjahres erzielen konnte, haben sich die Vegas Strip-Casinos vergleichsweise schlecht entwickelt.

Trotz der suboptimalen Leistungen der Vegas Strip-Casinos spricht MGMs Unternehmensführung dennoch davon, die „Erwartungen übertroffen“ zu haben. Tatsächlich stiegen die regionalen Casino-Einnahmen von MGM im ersten Quartal gemessen an den Werten des Vorjahres um 23 Prozent. Die regionale Umsatzsteigerung ist an dieser Stelle hauptsächlich auf die Leistung des Springfield Casinos und auf den Verkauf des Empire City Casino in Yonkers, New York, zurückzuführen.

Die chinesischen Geschäfte des Marktgiganten haben darüber hinaus die verhältnismäßig schwachen Leistungen der Strip-Casinos ausgeglichen. Dass es trotz der ohnehin seit Jahren positiven Wachstumsbilanz zu den Kündigungen kommen soll, sorgt dementsprechend für Empörung und diverse Unklarheiten.

Umstrukturierungsphase bei MGM

Die geplante Kosteneinsparung steht im engen Kontext mit MGMs Unternehmenszielen, die bereits Anfang Januar unter dem Motto MGM 2020 publik gemacht wurden. Laut Sanders befinde sich MGM aktuell in einer „Umstrukturierungsphase“, neben der Kostensenkung seien die Kündigungen folglich auch das Resultat einer zunehmenden Zentralisierung des Konzerns.

Das Strategieprogramm MGM 2020 sieht eine Umsatzsteigerung um ganze 200 Mio. US-Dollar bis 2020 vor. Enthalten sind hierin außerdem etwaige Expansionspläne im Raum Asien, insbesondere in Japan, wo MGM derzeitig offensiv um den Lizenzerhalt kämpft. Klar ist darüber hinaus, dass MGM, um seine Wachstumsziele bis 2020 zu verwirklichen, einen Abbau seiner Belegschaft um insgesamt drei Prozent vornehmen will. Die weiteren Entwicklungen sind hier vorerst noch abzuwarten. Auf Anfragen bezüglich seines personellen Rundumschlags hat das Unternehmen bislang nicht reagiert.

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