Malta senkt Auszahlungsquote

Malta will die Auszahlungsquote im Online-Glücksspielsegment von 92 Prozent auf 85 Prozent senken. Das geht aus einer offiziellen Pressemitteilung der maltesischen Glücksspielbehörde Malta Gaming Authority (MGA) hervor. Die Neuauslegung der Ausschüttungsquote liege dabei einer langatmigen Kalkulations- und Testphase zugrunde, aus der eine breite Zustimmung innerhalb der Branche resultiert sein soll. Mit der Anpassung der Quote wolle man den Online-Glücksspielmarkt an die Gegebenheiten des terrestrischen Spielangebots anpassen.

Croupier platziert Jetons auf einem Roulette-Tisch.

Durch die Herabsetzung der Ausschüttungsquote sollen die aktuellen Unterschiede zwischen dem Online-Glücksspiel und den stationären Casinos ausgemerzt werden. ©whekevi/Pixabay

Mehr Flexibilität für Branchenakteure?

Malta ist in der Glücksspielbranche kein unbekanntes Terrain. Der Inselstaat im östlichen Mittelmeer beherbergt viele unterschiedliche Unternehmen aus der Industrie und weist mit der Malta Gaming Authority (MGA) eine der seriösesten und etabliertesten Aufsichtsbehörden in Europa auf. Die MGA ist es auch, die nun die Neuauslegung der Auszahlungsquote im Online-Glücksspielsegment angestoßen hat. Der alte Richtwert von 92 Prozent sei diesbezüglich aufgrund der wachsenden Kluft zwischen Offline- und Online-Glücksspielmarkt hinfällig.

Malta Gaming Authority (MGA). Die maltesische Glücksspielbehörde hat sich im Laufe der Zeit zu einer der größten und etabliertesten Institutionen im europäischen Glücksspielmarkt entwickelt. Sie fungiert sowohl als Regulierungs- als auch als Überprüfungsorgan und vergibt als anerkannte Behörde maltesische Glücksspiellizenzen, die im gesamten europäischen Raum gültig sind. Zudem hat es sich die MGA zur Aufgabe gemacht, Minderjährige und schutzbedürftige Spieler zu schützen sowie allgemein für die Recht der Spielerschaft einzustehen. Um das zu gewährleisten, fördert die Behörde verantwortungsvolles Glücksspiel in regulierter Umgebung.

Die Behörde teilte auf der Homepage per Pressemitteilung mit, dass die neue Quote von 85 Prozent das Resultat einer branchenweiten Umfrage sei. Laut Angaben der MGA seien verschiedene Akteure der Glücksspielindustrie zum Status quo der Ausschüttungsquote befragt worden. Dabei sollen Branchenexperten, Unternehmen sowie auch Spieler selbst zu Wort gekommen sein. Die maltesische Aufsichtsbehörde erwähnt in ihrer Pressemitteilung zwar keine expliziten Namen, dennoch habe die Mehrheit der Befragten einer Anpassung der Auszahlungsquote positiv gegenübergestanden.

Die MGA versichert in ihrem offiziellen Schreiben, dass die Senkung keinerlei Einbußen der Profite nach sich ziehen wird. So würden die vorgeschlagene Änderung der Mindestauszahlungsquote den Anbietern und Online-Casinos wesentlich mehr Flexibilität bieten und ihnen ermöglichen, auf verschiedene Ausschüttungswerte zurückzugreifen. Diese würden im Umkehrschluss im Ermessen der jeweiligen Unternehmen liegen, die unter anderem auf bestimmte Strömungen des Markts sowie abhängig vom Wettbewerbsniveau reagieren könnten.

Anpassung hat auch Kostengründe

Die maltesische Glücksspielbehörde führt zwar die Angleichung des Offline- und Online-Spielangebots als Hauptgrund für die Senkung der Ausschüttungsquote von 92 auf 85 Prozent an, dennoch spielen auch noch andere Gründe eine nicht ganz unwesentliche Rolle. So seien vor allem gestiegene Kosten der geschäftlichen Abwicklungen einer der Faktoren, warum die Neuauslegung der Quote vonnöten sei. In der Pressemitteilung heißt es, dass die steigenden Steuern und die Compliance-Kosten in anderen Märkten eine der Schlüsselgründe seien.

Derzeit macht das Glücksspiel in vielen Ländern auf dem europäischen Kontinent einen Liberalisierungsprozess durch. Die meisten Regierungen haben erkannt, dass die modernen Gegebenheiten des Marktes neue gesetzlichen Regulierungen benötigen. Dabei spielt vor allem das Online-Glücksspiel eine übergeordnete Rolle, da die Gesetze in diesem Bereich seit längerer Zeit nicht mehr in die digitalen Gesellschaften passen. Der daraus resultierende Liberalisierungsprozess hat jedoch aus Sicht der Unternehmen auch seinen Preis. So müssen sie sich an die Qualitätsstandard der Märkte anpassen und zuweilen ihre geschäftlichen Abläufe kostspielig justieren. Das treibt im Umkehrschluss die Compliance-Kosten in die Höhe.

Legalisierung des Online-Glücksspiels. Das Online-Glücksspielsegment wird für die Branche immer wichtiger. Spieler gehen ihrer Leidenschaft vermehrt in Online-Casinos und auf anderen Plattformen im Internet nach. Die Länder mussten auf diese Entwicklung reagieren und ein strukturiertes Online-Spielangebot schaffen. Deutschland wird ab dem 01. Juli 2021 über einen modernen Gesetzesrahmen verfügen, der lizensierten Online-Casinos das Operieren auf dem deutschen Glücksspielmarkt erlaubt.

Widerstand rührt sich

Gleichwohl nach Angaben der Malta Gaming Authority die Mehrheit der befragten Branchenakteure eine Senkung der Mindestauszahlungsquote befürwortet haben sollen, soll es auch Widerstand gegeben haben. So hätten sich mehrere Anbieter gegen eine zu niedrige Quote ausgesprochen, da diese nicht im Interesse aller beteiligten Parteien seien. Befürchtet werde vor allem, dass die Spielerschaft aufgrund der zu niedrigen Auszahlungsquoten in den Schwarzmarkt abwandern könnten. Unregulierte Anbieter offerieren in der Regel höhere Ausschüttung, was sie für viele Spieler attraktiver machen könnte als das legale Glücksspielangebot.

Zeitpunkt der Umsetzung. Die MGA hat in ihrer Pressemitteilung noch nicht verraten, bis wann Anbieter mit maltesischer Glücksspiellizenz die neue Auszahlungsquote umgesetzt haben müssen. Die meisten Unternehmen würden jedoch davon ausgehen, dass die Anpassung mehrere Wochen dauern wird.

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