LÖWEN-Gruppe sieht Chance

Der deutsche Glücksspielkonzern LÖWEN-Gruppe blickt trotz des Krisenjahres 2020 optimistisch in die Zukunft. Im veröffentlichten Corporate-Responsibility-Bericht gibt das Unternehmen Auskunft über die Aktivitäten und Fortschritte des zurückliegenden Jahres. Dabei wird ersichtlich, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie auch am deutschen Branchenakteur nicht spurlos vorbeigegangen sind. Dennoch gibt sich die LÖWEN-Gruppe positiv und präsentiert im Bericht künftige Vorhaben und Entwicklungen.

Spielautomaten in einem stationären Casino.

Die LÖWEN-Gruppe nutzte den unfreiwilligen Stillstand für die Entwicklung neuer Innovationen und verbesserte unter anderem ihre Spielautomaten. ©Mayya666/Pixabay

Zeit für Innovationen

Das Jahr 2020 stand ganz im Zeichen der Corona-Krise und stellte die gesamte Weltwirtschaft vor große Herausforderungen. Die Glücksspielindustrie musste durch die pandemischen Auswirkungen starke finanzielle Einbußen hinnehmen. Das bekam auch die LÖWEN-Gruppe zu spüren, die in ihrem Corporate-Responsibility-Bericht von einer nie dagewesenen Krisensituation spricht. So habe Covid-19 das Unternehmen und seine fast 4.200 Mitarbeiter vor eine harte Probe gestellt, die bis heute noch nicht bestanden sei. Trotz monatelanger Kurzarbeit und etlichen Einsparungen sei der Wirtschafseinbruch nicht vollends abgefedert worden.

LÖWEN-Gruppe. Die Löwen Entertainment GmbH ist eines der größten deutschen Glücksspielunternehmen. Der Konzern hat seinen Sitz in Bingen am Rhein und produziert Spielautomaten und andere Geldgewinnspiel-Geräte. Durch das stetige Wachstum innerhalb der Glücksspielindustrie konnte auch die LÖWEN-Gruppe im Laufe der Jahre wirtschaftlich profitieren. So betrug der Umsatz des Konzern im Jahre 2018 rund 645 Millionen Euro.

Die prekäre Lage habe den Glücksspielkonzern jedoch nicht davon abhalten können, den Blick gen Zukunft zu richten. Der Lockdown und die daraus resultierende Zwangspause habe man genutzt, um den Fokus komplett auf die Entwicklung neuer Spiele und Technologien zu legen. Das Ziel sei es gewesen, wiedererstarkt und gut aufgestellt aus der Krise zu kommen. Eine der Errungenschaften sei unter anderem der brandneue Slot „Sizzling Book“, der die beiden beliebten Games „Book of Ra“ und „Sizzling Hot“ miteinander verschmelzen lässt.

Auch auf technischer Ebene sei die LÖWEN-Gruppe nicht untätig gewesen. Im Verlauf des letzten Jahres habe man an der Entwicklung eines Freischaltterminals mit Dokumentenleser gearbeitet. Es soll Spielhallen und Casinos gezielt dabei unterstützen, die gesetzlichen Vorgaben des neuen Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) optimal zu erfüllen. Explizit gehe es dabei um das Spielersperrsystem.

Eigenes Online-Segment in Planung

Das Grundgerüst des GlüStV stehe die LÖWEN-Gruppe generell positiv gegenüber. Insbesondere die Legalisierung des Online-Glücksspiels sei nach Ansicht des Konzerns längst überfällig. Der Liberalisierungsprozess auf dem deutschen Markt komme daher ein paar Jahre zu spät, da das Spielangebot im Netz bereits Dimensionen erreicht habe, in denen der Schwarzmarkt gedeihen könne. Spielerinnen und Spieler würden häufig nicht wissen, ob sie in legalen oder illegalen Online-Casinos zocken würden.

Laut Oliver Bagus, Managing Director bei der LÖWEN-Gruppe, würden viele Konzerne in der Branche schon seit geraumer Zeit darauf waren, online in Deutschland ihre Dienstleistung anbieten zu können. Auch die LÖWEN-Gruppe selbst zähle sich dazu und werde sich um eine deutsche Lizenz bemühen. Die benötigten Schritte würden bereits eingeleitet worden seien. Auch wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden könne, ob der Sprung ins Online-Glücksspiel rentabel ist, blickt das Unternehmen äußerst positiv in die Zukunft.

Attraktivität des legalen Spielangebots. Nach Ansicht von Oliver Bagus würden die Auslegung und Einhaltung des neuen Rechtsrahmens entscheidend dafür sein, ob man im Online-Glücksspiel Fuß fassen könne. Die staatliche Aufsichtsbehörde müsse beweisen, dass sie illegale Anbieter vom Markt fernhalten kann. Erst so könne man bewerten, ob die neuen Regelungen eine ausreichende Attraktivität der legalen Angebote gewährleisten.

Kritik an Corona-Politik

Trotz der optimistischen Grundhaltung blickt die LÖWEN-Gruppe mit großem Unmut auf das Krisenjahr 2020 zurück. So kritisiert der Konzern die in seinen Augen vorherrschende Anti-Glücksspiel-Politik in Deutschland, die im Zuge der Corona-Pandemie noch stärker zum Vorschein gekommen worden sei. Die stufenartige Wiedereröffnung des stationären Spielangebots komme Monate zu spät. Nach Ansicht von Daniel Henzgen, Geschäftsleitungsmitglied der LÖWEN-Gruppe, widerspreche die Haltung der Politik den wissenschaftlichen Befunden:

“Nur wer Probleme wissenschaftlich fundiert erklärt, kann sie auch gesellschaftlich verantwortlich lösen. Von dieser Erkenntnis ist Politik – sowohl in der Pandemiebekämpfung als auch in der Glücksspielregulierung – in Teilen noch weit entfernt. Wissenschaft wird nur dann zitiert, wenn sie in das eigene Weltbild passt. So sind allein in Baden-Württemberg 8.000 Arbeitsplätze durch eine völlig realitätsferne, wissenschaftlich bewiesen sinnfreie regulatorische Abstandsvorgabe für Spielhallen, die mit Umsetzung des Glücksspielstaatsvertrags im Juli 2021 in Kraft treten soll, akut bedroht. Verbundspielhallen werden als gefährlich diffamiert und gleichzeitig Online-Casino-Angebote flächendeckend erlaubt. Selbst der staatliche Lottomonopolist will Online-Spielautomaten anbieten.”Daniel Henzgen, Geschäftsleitungsmitglied der LÖWEN-Gruppe, Corporate-Responsibility-Bericht der LÖWEN-Gruppe

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