LeoVegas tritt NBO bei

Der schwedische Online Casinobetreiber LeoVegas ist dem norwegischen Online Glücksspielverband NBO (Norsk Bransjeforening for Onlinespill) beigetreten. Ziel ist die Stärkung des florierenden Sektors, der von der norwegischen Regierung drastisch beschränkt wird. Der NBO setzt sich indessen für eine Aufhebung des norwegischen Glücksspielmonopols ein. Die Fronten scheinen verhärtet, der Beitritt des Marktriesen ist daher ein bedeutsames Signal.

Das königliche Schloss zu Oslo in Norwegen.

Erst Anfang des Monats hat Oslo sein Glücksspielmonopol per Gesetz weiter manifestiert. ©1564890/Pixabay

Moderne Glücksspielpolitik im Fokus

Der auf Malta lizenzierte Online Glückspielanbieter LeoVegas, bekannt durch zahlreiche Erfolgsslots wie Starburst, Cats oder Ariana, ist das neueste Mitglied des norwegischen Online Glücksspielverbands NBO. Der vor 18 Monaten gegründete Verband unter der Leitung von Carl Fredrik Stenstrøm hat damit fünf Mitglieder. Neben LeoVegas zählen die renommierten Branchengrößen Betsson Group, ComeOn, Kindred Group und GiG (Gaming Innovation Group) dazu.

Hintergrund des Beitritts ist, dass die Regierung Norwegens seit Jahren mit harten Bandagen gegen Online Glücksspiele kämpft und gleichsam an einem Monopol festhält. Bis dato sind Norsk Rikstoto und Norsk Tipping offiziell die einzigen lizenzierten Betreiber des Landes. Anstatt den Markt in EU-konforme Bahnen zu lenken, wird der boomende Sektor immer mehr eingeschränkt. LeoVegas will sich künftig für eine umfassende Glücksspielreform einsetzen.

Stenstrøm, der Leiter des NBO, war einst selbst kaufmännischer Direktor des Pferderennmonopols Norsk Rikstoto. Den Beitritt von LeoVegas sieht der Branchenkenner als wichtiges Signal an die Regierung. Das Interesse des börsennotierten Anbieters zeige außerdem, dass der Glücksspielverband seit seiner Gründung gute Arbeit geleistet hat. Man habe sich binnen kurzer Zeit als ernstzunehmender Verband mit Gewicht in der norwegischen Gaming-Debatte etabliert.

Auch Hans Uhrus, Kommunikationsdirektor von LeoVegas, bestätigte, dass man von den Fähigkeiten des NBO beeindruckt sei und die Allianz daher stärken wolle. Gemeinsam wolle man sich gegen das Glücksspielmonopol stellen und eine Lösung erarbeiten, die der Notwendigkeit einer neuen und modernen Glücksspielpolitik gerecht wird. In diesem Zusammenhang wird auch eine Annullierung des norwegischen Werbeverbots gefordert.

Glücksspielmonopol in der Kritik

Seit seiner Gründung drängt der NBO darauf, dass das norwegische Monopol zugunsten eines Lizenzsystems, das allen seriösen Anbietern offen steht, abgeschafft wird. Argumentiert wird mit einer kontrollierten Kanalisierung des Marktes, wodurch die Finanzierung von Sport- und Kulturprojekten ermöglicht werde. Außerdem könnten Kunden von illegalen Seiten abgezogen werden, wo oftmals nur unzureichende Spielerschutzmaßnahmen vorherrschen.

Der NBO wies diesbezüglich darauf hin, dass zurzeit nur noch Norwegen und Finnland das Glücksspielmonopol in der Europäischen Union aufrechterhalten. Ein Monopol zu verteidigen sei jedoch nur ratsam, wenn es dem Verbraucherschutz zugutekäme. Dies sei unter Berücksichtigung aktueller Statistiken jedoch nicht der Fall. Über 250.000 Norweger nutzen dennoch die Dienstleistungen ausländischer Online Glücksspielunternehmen.

Laut Stenstrøm könne man seit längerem beobachten, dass das Wachstum des Glücksspiels im Internet stattfindet. Das Modell der Exklusivrechte sei inzwischen veraltet, Spieler und Glücksspielprodukte folgen keinen nationalen Grenzen mehr. In Realität spiele etwa die Hälfte der Kunden bei internationalen Anbietern. Norwegen benötige daher dringend Instrumente, um den gesamten Markt zu regulieren und unseriöse Betreiber auszusondern.

Monopol gefährdet Spielerschutz

Die Kritik gegen das Glücksspielmonpol ist begründet, denn eine im Mai veröffentlichte Studie der Universität Bergen, in Auftrag gegeben von der nationalen Regulierungsbehörde Lotteritilsynet, zeigte eine besorgniserregende Entwicklung: 55.000 Menschen im ganzen Land leiden unter Glücksspielproblemen, was einen Anstieg gegenüber einer Studie aus 2015 markiert. Hier waren es lediglich 34.000 Personen. Befragt wurden 9.000 Personen zwischen 16 und 74 Jahren.

Der NBO präsentierte sich über die negative Entwicklung besorgt. Die einzige und effektivste Lösung zur Senkung der Risiken sei die Beendigung des Glücksspielmonopols. Eine Gesetzesänderung könne dazu beitragen, die Kundenaktivitäten besser zu kanalisieren. Der Strom der Verbraucher auf illegale Webseiten ließe sich damit reduzieren, so wie es auch auf dem neuregulierten Markt Schweden der Fall ist.

Norwegen hält an Regelung fest

Trotz der schwerwiegenden Argumente ist die norwegische Regierung festentschlossen an den aktuellen Gesetzen festzuhalten. Erst Anfang des Monats wurde der EU-Kommission eine überarbeitete Glücksspielgesetzgebung zur Ratifizierung vorgelegt. Der Entwurf sieht die Vereinheitlichung des Lotteriegesetzes, des Glücksspielgesetzes und des Totalisatorgesetzes vor. Ausgerechnet damit sollen Glücksspielprobleme laut Regierung bekämpft werden.

Ein Sprecher erklärte damit sicherstellen zu wollen, dass Glücksspiel verantwortungsvolle Weise stattfinden. Dies entspreche den Hauptzielen der norwegischen Glücksspielpolitik, die darin bestehen, problematische Glücksspielaktivitäten zu verhindern und gefährdete Spieler besser zu schützen. Außerdem wolle man auf diesem Weg kriminelle Aktivitäten und private Gewinne aus Glücksspielen verhindern.

In der Zwischenzeit würde das bestehende Verbot des Zahlungstransfers mit ausländischen Anbietern bestehen bleiben. Bjørn Helge Hoffmann, der Leiter von Norsk Tipping für verantwortungsbewusstes Glücksspiel, erklärte, dass das Land Norwegen zwar ein Glücksspielproblem habe, doch sei dies kein Grund, das derzeitige Monopol abzuschaffen, sondern eher es zu bestärken. Die Entwicklungen bleiben abzuwarten.

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