Kreditkartenbetrug im Borgata: Fünf Anklagen

Aufgrund von Kreditkartenbetrug und Identitätsdiebstal haben die Behörden der US-amerikanischen Glücksspielmetropole Atlantic City Anklage gegen fünf Personen erhoben. Mit Hilfe einer falschen Kreditkarten sollen die Angeklagten das bekannte Borgata Hotel Casino & Spa um 12.000 US-Dollar beraubt haben. Das Borgata steht im Kontext von Kriminalität nicht zum ersten Mal in den Schlagzeilen. Hier ein Überblick zum Geschehen.

Das Borgata Hotel Casino in Atlantic City.

Das Borgata in Atlantic City ist vor allem für seinen Rechtsstreit mit Pokerprofi Phil Ivey bekannt. (©Wikipedia)

Gelder noch vor Ort ausgegeben

Am vergangenen Donnerstag (19.09.) hat die Staatsanwaltschaft von Atlantic City (New Jersey) Anklage gegen insgesamt fünf Personen wegen Kreditkartenbetrugs und Identitätsdiebstahls erhoben. Einem der Verdächtigen wird zur Last gelegt im Borgata Hotel Casino & Spa 81 Gutscheine im Wert von umgerechnet rund 11.000 Euro mit Hilfe einer gestohlenen Kreditkarte erbeutet zu haben. Laut Aussagen der Polizei habe der Verdächtige die Gutscheine im Verlauf dieses Sommers an seine vier Kumpanen verteilt, das Geld sei noch vor Ort, in den Shops und Gastronomiebetrieben des 2003 eröffenten Etablissements ausgegeben worden.

Der Anklageerhebung geht eine drei Monate langes Ermittlungsverfahren voraus. Dass auf dem Gelände des Borgata gefälschte oder geklaute Kreditkarten im Umlauf sein könnten, hatte das Management des Casinos schon Mitte Juni vermute, die Polizei wurde umgehend konsultiert. Diese setzte folglich ihre Experten der Abteilung für Vermögensstraftaten ein. In Kooperation mit der Sicherheitsabteilung des Borgata wurden alle auffälligen Kreditkartentransfers überprüft. In diesem Zusammenhang fiel den Ermittlern eine Kreditkarte ins Auge, die unter dem Namen eines Mannes aus Mechanicsburg, Pennsylvania, geführt wurde.

Die Rückverfolgung der Karte machte die Behörden stutzig: Wie die Untersuchungen zeigten, hatte die gelistete Person die Kreditkarte niemals beantragt. Stattdessen wurde eine dritte Person, der 41-jährige William Newhart aus Philadelphia, als Antragssteller identifiziert. Laut den Ermittlern habe Newhart die personenbezogenen Daten auf illegale Weise erlangt und die Karte ohne das Wissen des Opfers beantragt. Nach Erhalt erfolgte die Umsetzung seiner kriminellen Pläne. Das klare Fazit der Polizei gegenüber den US-amerikanischen Medien lautet:

“Newhart verteilte die Geschenkgutscheine an vier weitere Männer, die alle identifiziert wurden. Die Geschenkgutscheine wurden dann in verschiedenen Einzelhandelsgeschäften und Restaurants im ganzen Borgata verwendet.”

Strenge Gesetzeslage in NJ

In der Anklageschrift wird der Hauptverdächtige daher in den Punkten Identitätsdiebstahl, betrügerische Verwendung einer Kreditkarte, Diebstahl, Erhalt von gestohlenem Eigentum und Verschwörung belastet. Laut Polizei habe man Newhart bereits eine gerichtliche Vorladung zukommen lassen. Des Weiteren wurden die vier Kumpanen des Betrügers angeklagt: Der 42-jährige Salvatore Tomazzolli aus Tobyhanna, Pennsylvania, ebenfalls wegen Identitätsdiebstahl, Diebstahl, Entgegennahme von gestohlenem Eigentum und Verschwörung. Dasselbe gilt für den 24-jährigen Keith Mruzinski aus New Brunswick, New Jersey, sowie für den 37-jährigen Daniel Glick und den 43-jährige Edwin Rivera, beide wohnhaft in Atlantic City.

Alle Verdächtigen müssen im Falle einer Verurteilung mit harten Strafen rechnen, die Gesetzeslage in New Jersey ist in punkto Kreditkartenbetrug streng: Je nach Schwere drohen Geldstrafen von über 10.000 US-Dollar und Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren.

Zum Verständnis: Auch wenn die finanziellen Verluste für das Borgata in diesem Fall eher gering ausfallen, verweisen die Behörden diesbezüglich auf einen bedenklichen Trend: Demnach nehmen Fälle von Identitätsdiebstählen im Zusammenhang mit Kreditkartenbetrug immer mehr zu. Laut dem nationalen Insurance Information Institute (III) gab es in den USA allein in den letzten drei Jahren mehr als drei Millionen Berichte über ähnliche Delikte.

In mehr als der Hälfte der Fälle werde eindeutiger Betrug nachgewiesen. New Jersey belegt in diesem Punkt mit 125 Beschwerden pro 100.000 Einwohner den 13. Platz unter den US-amerikanischen Bundesstaaten. Pennsylvania liegt mit 107 Beschwerden pro 100.000 Einwohner hingegen auf Platz 21. Die Behörden raten Karteninhabern inzwischen vermehrt dazu Sicherheitssperren auf ihre Kreditberichte zu legen.

Borgata in den Schlagzeilen

Im Kontext prominenter Kriminalfälle findet sich das Borgata Hotel Casino im Übrigen nicht zum ersten Mal in den Schlagzeilen wieder. Schon im Dezember 2007 kam es zu Verdächtigungen in Bezug auf die Pokerräume des Etablissements, diese sollen von organisierten kriminellen Vereinigungen für illegale Sportwetten genutzt worden sein. Innerhalb der Ermittlungen kam es zu vier Festnahmen unter den Angestellten, die die fraglichen Verbindungen unterhalten hatten.

Inzwischen ist das Borgata jedoch vor allem für seinen jahrelangen Rechtsstreit mit dem Pokerprofi Phil Ivey bekannt. Das Casino wirft dem zehnfachen WSOP-Bracelet-Gewinner millionenschweren Spielbetrug im Jahr 2012 vor. Laut Gerichtsbeschluss muss Ivey dem Borgata 10 Mio. US-Dollar zurückzahlen, dieser gibt allerdings seit Jahren an, über keinerlei Geldreserven zu verfügen.

Der Fall nimmt bereits seit 2014 immer wieder neue Wendungen. Iveys diesjährige WSOP-Gewinne wurden bereits einbehalten und an das Borgata überwiesen. Der Pokerstar ließ sich allerdings von den Spielern Daniel Cates und Illya Trincher für seine Teilnahme am $50.000 Poker Players Championship staken. Die beiden Spieler versuchen ihre Anteile nun gerichtlich einzutreiben. Die Entwicklungen bleiben hier vorerst abzuwarten.

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