Klage gegen Las Vegas-Casinos

Die Culinary Union, die größte Gewerkschaft Nevadas, hat Klage gegen eine Reihe großer Casinos am Las Vegas Strip eingereicht. Die Beschäftigten sollen seit der Wiedereröffnung am 04. Juni mit gefährlichen Arbeitsbedingungen konfrontiert worden sein. Erst kürzlich verstarb ein Caesars-Mitarbeiter an Covid-19. Die Fallzahlen erhöhen sich in Nevada derzeit rasant. Droht ein zweiter Lockdown?

Die Casinos von Las Vegas bei Nacht.

Mitte Juni hatte die US-Casinohochburg eine Maskenpflicht an Spieltischen eingeführt. ©YS-Park/Pixabay

Maßnahmen der Casinos unzulänglich?

Nur wenige Wochen nach dem Start der Wiedereröffnung mehrt sich Kritik an der Umsetzung der Covid-19-Schutzverordnungen in den Casinos von Las Vegas. Die größte Gewerkschaft Nevadas, Culinary Union, sieht ihre rund 60.000 Mitglieder gefährdet und hat nun eine Klage gegen mehrere Strip-Casinos eingereicht. Inmitten der Pandemie seien die Beschäftigten unsicheren und gefährlichen Arbeitsbedingungen ausgesetzt worden.

Die Namen der einzelnen Betreiber werden nicht genannt. Sicher ist nur, dass es sich um eine Unterlassungsklage handelt, die auf den geltenden Gesetzen über die Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer basiert. Die Gewerkschaft behauptet darin, dass die Casinos auf dem Strip ihre Beschäftigten, ihre Familien sowie ihre Gemeinde nicht hinreichend vor der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus geschützt haben.

Konkret bezieht sich die Klage auf die Vorgehensweisen der Casinos, im Falle eines positiven Covid-19-Tests unter Angestellten. Die Maßnahmen seien unzulänglich und gefährlich. Die Unternehmen würden es versäumen, die übrigen Beschäftigten ordnungsgemäß zu warnen, zu desinfizieren und unter Quarantäne zu stellen.

Forderung nach strengen Schutzmaßnahmen

Culinary Union hatte im Vorfeld eine Reihe von Richtlinien zur Wahrung der öffentlichen Gesundheit für Casinos vorgestellt, um die Sicherheit der Arbeitnehmer zu gewährleisten. Zu diesen Richtlinien gehörte unter anderem die Verpflichtung der Betreiber, Sicherheitspläne für die Wiedereröffnung zu erarbeiten und diese umzusetzen. Außerdem wurden die tägliche Desinfektion der Gästezimmer sowie die Bereitstellung persönlicher Schutzausrüstung gefordert.

Darüber hinaus wurden strenge Abstandsregeln verlangt. Ebenso, dass alle Mitarbeiter vor der Rückkehr zu ihrer Arbeit obligatorisch auf Covid-19 getestet werden, gefolgt von regelmäßigen Tests am Arbeitsplatz. Obendrein wurde von den Betreibern verlangt, dass eine Maskenpflicht in allen öffentlichen Bereichen gilt. Diese wird jedoch erst seit kurzem tatsächlich durchgesetzt.

Die Gewerkschaft ergänzte, dass die Arbeitgeber alle Mitarbeiter unverzüglich informieren sollten, sofern diese Kontakte zu Personen hatten, die positiv getestet wurden oder wenn der Verdacht auf Covid-19 besteht. Hierzu führt Culinary Union selbst eine aktualisierte Liste darüber, ob die Betreiber diese Anforderungen erfüllen.

Zu den Casinos, die derzeitig keine regelmäßigen Tests durchführen sollen, gehören das Cosmopolitan, Caesars Entertainment’s Caesars Palace und Harrah’s Las Vegas sowie die MGM-Liegenschaften wie MGM Grand, Bellagio und Mandalay Bay. Die benannten Unternehmen hatten im Vorfeld ihre Breitschaft zur Wiedereröffnung bekundet.

Caesars-Mitarbeiter an Covid-19 verstorben

Nach einem mehrwöchigen Casino-Shutdown durften die Etablissements ab dem 04. Juni wiedereröffnet werden, sofern die genannten Sicherheitsvorschriften erfüllt werden. Wie aus der aktuellen Klage hervorgeht, kam es aber dennoch zu gravierenden Zwischenfällen. Als Mitkläger wird unter anderem die Tochter eines an der Krankheit Covid-19 verstorbenen Gewerkschaftsmitglieds genannt.

In einer Pressemitteilung erklärte Culinary Union, dass es sich bei dem Verstorbenen um einen Caesars-Mitarbeiter handelte. Der Tod trat nur wenige Wochen nach der Wiedereröffnung ein. Ein positiver Test hatte im Vorfeld bestätigt, dass die Person mit Covid-19 infiziert war. Caesars Entertainment erklärte gegenüber Bloomberg, dass bis dato noch unklar sei, wie der Angestellte sich infiziert haben könnte.

Zugleich erklärte das Unternehmen, dass sich der Mitarbeiter auch in der Nähe einer kleineren Anzahl von weiteren Mitarbeitern befand, nachdem ihm das das Ergebnis mittgeteilt worden war. Die betroffenen Mitarbeiter würden erst dann wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren dürfen, wenn sie ein negatives Covid-19-Testergebnis erhalten haben. Bis dahin bleiben die Entwicklungen abzuwarten.

Droht ein zweiter Lockdown?

Das Risiko einer Covid-19-Ansteckung ist in Nevada immer noch hoch. Zuletzt stieg die Anzahl an positiven Fällen auf knapp 23.000 an. Dazu zählt der Bundesstaat inzwischen über 530 Tote. Die meisten davon in Clark County, wo auch Las Vegas liegt. Die örtliche Glücksspielaufsichtsbehörde NGBC (Nevada Gaming Control Board) warnte binnen letzter Wochen mehrfach davor, die Risiken einer Infektion zu verharmlosen oder die Schutzverordnungen nicht einzuhalten.

Eine Casinogruppe von Nevada ist bereits wieder dicht. Der Betreiber der Avi-Casinos beschloss wieder zu schließen, nachdem es zu einem internen Ausbruch von Covid-19 gekommen war. Damit erlitt das Unternehmen einen schweren Rückschlag auf dem Weg zurück in die Normalität. Ob es infolge der Klage von Culinary Union – oder weiterer derartiger Zwischenfälle – tatsächlich zu einem zweiten Lockdown kommen könnte, bleibt vorerst abzuwarten.

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Eine Neon-Reklame mit dem Schriftzug Viva-Vegas.

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