Kindred Group startet neues Highroller Casino

Die Kindred Group, die bis Dezember 2016 noch als Unibet Group firmierte, hat mit Storspiller.com ein Online Casino speziell für Highroller eröffnet. Das Webangebot richtet sich an schwedische und norwegische Spieler. Die besondere Ausrichtung und die damit verbundenen Maßnahmen machen das Projekt für die gesamte Branche interessant.

Üblicherweise wird das regelmäßige Spielen in einem Online Casino durch Loyalitätsprogramme belohnt. Highroller, also Spieler, die um vergleichsweise hohe Beträge spielen, haben zusätzlich die Möglichkeit, besondere Bonusangebote in Anspruch zu nehmen. Mit „Storspiller“ versucht die Kindred Group den Bedürfnissen dieser Zielgruppe in einer weiteren Hinsicht besser gerecht zu werden. Vorrangig geht es dem schwedischen Unternehmen dabei um die Vermeidung problematischen Spielverhaltens. So soll eine sichere Spielumgebung geschaffen werden, die nur von solchen Kunden genutzt wird, die sich das dauerhafte Glücksspiel leisten können.

Anstatt so zu tun, als gäbe es diese Spielergruppe nicht, haben wir uns entschieden ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen und ein sichereres Umfeld mit einem besseren Belohnungssystem zu bieten.“ Peter Alling, Pressesprecher der Kindred Group

Die Kunden müssen darlegen, wieviel Geld sie in welchem Zeitraum als Budget zum möglichen Verspielen bereithalten wollen. Zu dem branchenüblichen Abgleich aller Daten zur Identitätsprüfung kommt bei Storspiller noch ein „affordability assessment“ hinzu. Dabei wird ein unabhängiges Unternehmen die Angaben der Spieler bei der Anmeldung zu überprüfen. Wie diese Liquiditätsprüfung im Details aussieht, hat die Kindred Group nicht angegeben. Vermutlich werden die regelmäßigen Einkünfte der Spieler mit ihrem geplanten Spielbudget verglichen. Zur Anmeldung müssen die Spieler daher die Daten ihres Bankkontos verwenden, was in Schweden bereits funktioniert und für norwegische Kunden in Kürze implementiert werden soll.

Die Kindred Group bezeichnet Spieler dann als Highroller, wenn sie monatlich mehr als 200€ einzahlen. Der Anteil dieser Spieler an ihrer gesamten Kundschaft sei zwar gering, die meisten Spieler in ihren Online Casinos spielten eher um kleine Beträge und zur eigenen Unterhaltung. Dennoch wolle man sich dieser bisher eher vernachlässigten Gruppe mit neuen Ideen zuwenden.

Schon jetzt sind Schutzfunktionen wie freiwillige Selbstsperren branchenüblich, Spieler können auch ihre Einzahlungen und Verluste begrenzen. Bei Storspiller müssen diese Limits allerdings von allen Neukunden eingerichtet werden. Damit wird ruinöses Spielverhalten aber nur in diesem Online Casino erschwert – das Ausweichen auf eine Vielzahl alternativer Glücksspielseiten steht den Kunden weiterhin offen.

Zukünftige Regulierung wird vorweggenommen

In einigen wichtigen Märkten der Kindred Group wie Schweden und den Niederlanden stehen neue Regulierungsmaßnahmen an. Es ist also durchaus zu vermuten, dass das neue Produkt auch ein Signal an die Politik sein soll. Die Bereitschaft zur Selbstregulierung und der Verzicht auf die Einnahmen durch zuweilen unvernünftige Highroller dürfte bei Glücksspielkritikern auf Wohlwollen stoßen. Die Kindred Group sieht sich in einer Vorreiterrolle für die gesamte Branche:

„Wir sind stolz auf unsere Arbeit zur Stärkung des verantwortungsvollen Spielens. Durch die Maßnahmen auf Storspiller.com etablieren wir einen neuen Industriestandard zu Prävention, Aufdeckung und Umgang mit problematischem Spielverhalten.“ Peter Alling, Pressesprecher der Kindred Group

Bislang setzt die Online Casino Branche auf die freiwillige Selbstbeschränkung ihrer Kunden. Die Firmen sind Mitglieder bei Beratungsstellen gegen Spielsucht und warnen in unterschiedlicher Weise vor problematischem Verhalten. Dennoch sind sie an Highrollern vor allem als zahlenden Kunden interessiert. Je mehr diese spielen, desto höher ist dank des Hausvorteils der zu erwartende Gewinn. Doch es ist bereits heute abzusehen, dass die nationalen Regulierungsbehörden in Zukunft härtere Anforderungen an Online Geldspiele stellen werden. Ein Blick auf die Automatenbranche in Deutschland lohnt sich. Für diese gelten zunehmende Einschränkungen bezüglich der Spieldauer, der maximalen Verluste pro Stunde und der in Aussicht gestellten Gewinne.

Online Casinos sind bislang vergleichsweise wenigen Vorschriften unterworfen. Das hängt damit zusammen, dass sie häufig aus Jurisdiktionen mit eher liberalen Auffassungen operieren. Für die Anbieter kann es sich dennoch bereits heute lohnen, in Selbstregulierung zu investieren. Das könnte der Akzeptanz in unregulierten Märkten förderlich sein und die Bewerbungen um Lizenzen vereinfachen. Der zunehmende Druck auf die Unternehmen zeigt sich beispielsweise in Großbritannien. Derzeit untersucht die dortige Aufsichtsbehörde die Klarheit und Fairness der allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie die Zulässigkeit entsprechender Fernsehwerbung.

Das Angebot der Kindred Group könnte damit Vorbildcharakter für die gesamte Branche haben. Es ist davon auszugehen, dass die Glücksspielindustrie den Erfolg von „Storspiller“ genau verfolgen wird – vor allem auch in Bezug auf die kommende schwedische Neuregulierung mit den erwarteten Verschärfungen der Auflagen. Ob die Kindred Group mit dem neuen Konzept auch andere Märkte bedienen möchte, ist bislang allerdings noch offen. Auch hier wird man vermutlich abwarten, wie sich die verpflichtenden Selbstbeschränkungen der Spieler auf die Umsätze auswirken.

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