Kindred: Gambling Therapy-App und Reactive-Telefondienst

Die auf Malta lizensierte Unternehmensgruppe Kindred hat die Entwicklung einer Interventions-App zur Spielsuchtbekämpfung finanziert, welche dem gesamten nordeuropäischen Glücksspielmarkt zur freien Verfügung stehen wird. Außerdem hat der Unibet-Inhaber einen Telefondienst zur Reaktivierung ‚schlafender‘ Kunden implementiert.

Mit der neuen Gambling-Therapy-App zieht die ursprünglich schwedische Kindred-Group Europas nordische Glücksspielmärkte in die Verantwortung. Die kostenlose Mobile-Anwendung, entwickelt im Namen der gleichnamigen internationalen Service-Plattform, ist inzwischen bereits auf Dänisch, Schwedisch, Norwegisch und Finnisch verfügbar. Weitere Übersetzungen, zum Beispiel auf Isländisch, aber auch auf baltische Sprachen wie Lettisch sind in Planung. Geboten wird ein Problemspieler-orientiertes App-Rundumpaket zum Thema Spielsuchtprävention und -bekämpfung – inklusive verschiedener therapeutischer Leitfäden, Interventionsmaßnahmen und Spiel-Kontrolltools.

Laut Hersteller soll damit eine „sichere Spielumgebung“ für nordische Glücksspiel-Kunden geschaffen werden. Von Seiten Maris Bonellos, Leiterin der Abteilung für Integrität und Nachhaltigkeitsforschung bei Kindred, heißt es:

„Es liegt uns bei Kindred sehr am Herzen, unseren Kunden eine sichere Umgebung zu bieten, und wir werden weiterhin Projekte unterstützen, die dafür sorgen die durch Glücksspiele verursachten Schäden minimieren.“

Adele Duncan, CEO der in England ansässigen digitalen Hilfsorganisation Gambling Therapy, lobt hingegen Kindreds langanhaltende Unterstützung. Als App konnte der Therapie-Service bisher nur im Raum Großbritannien angeboten werden. Zu einer derartigen Erweiterung wäre man ohne Kindreds Sponsoring demnach „nicht in der Lage“ gewesen. Die Geschäftsführerin ergänzt:

„Durch die Bereitstellung dieser dringend benötigten Förderung, wird unsere App auf insgesamt 10 Sprachen ausgedehnt. Wir können endlich mehr Menschen erreichen, die von Glücksspielproblemen betroffen sind. Unser GT-Service wird von der Glücksspielindustrie außerhalb von GB finanziert und ohne deren Unterstützung wären wir nicht in der Lage, die App-Nutzung zu erweitern. Ich freue mich, dass wir unsere Gambling Therapy-App so weiterentwickeln können.“

Sein ohnehin hohes Spielerschutz-Engagement hat Kindred mit der Kostenübernahme in der Tat bekräftigt. Das Stockholmer Nasdaq-Unternehmen, dem neben Unibet (u.a.) auch die Marken 32Red und Bet24 angehöhren, dürfte Problemspiel-Organisationen wie Glücksspielkritikern schon häufiger positiv aufgefallen sein. Zuletzt schenkte Kindred im April seinen Kunden die Selbstausschluss-App Gamban, ein Softwaretool, dass den Zugriff auf etwaige Glücksspiel-Seiten blockiert. Schon im Januar wurde zudem ein AdBlocker gegen Glücksspielwerbung zum Download freigeschaltet.

Kunden-Reaktivierung per Telefon

Bei allen ehrenwerten Ambitionen bleibt Kindred natürlich immer noch eine international-agierende, millionenschwere Glücksspiel-Marke, was eine weitere Innovation der Gruppe bestätigt, die eine gänzlich anderweitige Förderung betreibt: Nach einer erfolgreichen Testphase führt die Sportwett-Marke Unibet aktuell die sogenannte Enteractive (Re-) Aktivierungssoftware ein – das CRM-Tool (Customer-Relationship-Management) wurde in Kooperation mit dem gleichnamigen schwedischen Kommunikations-Dienstleister Enteractive implementiert.

Es handelt sich um einen telefonischen ‚Aktivierungsdienst‘, über längere Zeit inaktive Kunden sollen per persönlichem Anruf „wiederbelebt“ werden, heißt es. Demzufolge sollen Agenten Spielerinterviews zu den Gründen durchführen und folglich zugeschnittene Angebote unterbreiten – gleichzeitig jedoch auch vor den Gefahren der Spielsucht warnen, wie der Leiter der Kindred-Kundenkommunikation, Michail Koutsoukos, erklärt:

„Neben der Reaktivierung verlorener Spieler haben wir festgestellt, dass der Service sehr effektiv darin ist, problematische Spieler zu identifizieren und uns dabei zu helfen, die höchstmöglichen Spielstandards einzuhalten.“

Natürlich zieht Kindred auch wirtschaftlichen Nutzen aus dem speziellen Telefonservice: In der Testphase habe man bereits einen „deutlichen Anstieg des Reaktivierungslevels schlafender Spieler“ vermerken können. Die Wiederbelebung wirke sich „sehr positiv auf das Geschäft aus“, man sei „beeindruckt“, so Koutsoukos weiter, der darüber hinaus „maßgeschneiderte Spielergebnisse“ prognostiziert.

Auf der anderen Seite betont Enteractive-CEO Mikael Hansson den „einzigartigen Service“ und befürwortet die Zusammenarbeit mit Kindred sowie ihrer „Flaggschiffmarke Unibet“ – es sei ein „Meilenstein“, so der Geschäftsführer. Bereits im letzten Jahr konnte Hansson ein Arrangement mit der ebenfalls von Malta aus operierenden GIG (Gaming Innovation Group) bekannt geben. Auch hier wurden seither hohe Reaktivierungsraten erzielt, wie es heißt.

Wie viele Kunden Kindred letztlich aus der Reserve locken wird – und wie viele hiervon wiederum im Gaming Therapy-Programm landen, bleibt vorerst abzuwarten.

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