IBIA Hand in Hand mit BGC

Die IBIA (International Betting Integrity Association) – ein globaler Industrieverband zur Wahrung der Integrität von Sportwetten – hat ein Abkommen mit dem britischen Glücksspielverband BGC (Betting and Gaming Council) begründet. Zum BGC gehören renommierte Buchmacher wie William Hill, Betway, Flutter Entertainment oder Bet365. Ziel der Vereinbarung ist eine intensivere Zusammenarbeit auf regulierten Wettmärkten. Was sind die Hintergründe der Kooperation?

Londoner Wolkenkratzer ragen in den Abendhimmel.

Formalisierung: Die IBIA und das BGC haben schon häufiger zusammengearbeitet. ©jplenio/Pixabay

Gemeinsame Mitglieder und Märkte

Die IBIA und der britische Glücksspielverband BGC kooperieren ab sofort im Rahmen eines sogenannten Memorandum of Understanding (MoU). Die beiden Organisationen wollen enger zusammenarbeiten, um regulierte Sportwetten zu fördern und gleichzeitig die Integrität des Sports zu schützen. Gemeinsam wolle man sich für hohe Sicherheitsstandards auf bestehenden und aufstrebenden Wettmärkten einsetzen.

IBIA-Geschäftsführer Khalid Ali erklärte, dass die beiden Organisationen bereits seit längerer Zeit zusammenarbeiten – zum Beispiel in Brasilien – und sich eine Reihe von Mitgliedsunternehmen und Märkten teilen. Man verfolge dieselben regulatorischen Ziele. Es wäre daher eine natürliche Entwicklung, die Partnerschaft zu formalisieren, um somit eine noch intensivere Kooperation zu ermöglichen.

Der Umfang der Gemeinsamkeiten, so Ali, verleihe dem MoU ein starkes Mandat, um im Namen des regulierten Glücksspielsektors zu sprechen. Auch politische Entscheidungsträger würden dieses hohe Maß an Engagement begrüßen.

Die BGC-Vorsitzende Brigid Simmonds ergänzte, dass das MoU dem Verband dabei helfe, die Wettindustrie international zu vertreten. Die für ihre hohen Standards bekannte IBIA trage in erheblicher Weise dazu bei, dass Sportwettmärkte ordnungsgemäß reguliert werden und die Integrität des Sports im Mittelpunkt steht. Diesen Bemühungen wolle sich das BGC von ganzem Herzen anschließen.

Der noch junge britische Glücksspielverband BGC ging im Herbst 2019 aus einer Fusion zwischen ABB und RGA hervor. Die RGA war 2005 bereits aus einer Fusion der Glücksspielverbände ARGO und IGGBA entstanden. Das BGC zählt daher über 100 Mitgliedsunternehmen. Seit seiner Etablierung setzt sich der Verband für die Vermittlung zwischen Industrie, Politik und Gesellschaft ein, um Glücksspielkunden ein ebenso sicheres wie unterhaltsames Spielerlebnis zu bieten. Laut Brigid Simmonds liege das Hauptziel der Organisation darin, hohe Standards zur Bekämpfung von Glücksspielschäden zu wahren und das öffentliche Vertrauen in den Sektor zu fördern.

IBIA-Abkommen mit Jdigital

Nicht nur das britische BGC kooperiert seit neuestem mit der IBIA, sondern auch der spanische Verband für Online Glücksspiele Jdigital. Auch in diesem Fall soll ein MoU dazu beitragen, dass seriöse Sportwetten sowie die Integrität des Sports geschützt werden. Spanien sei ein wichtiger Markt für viele IBIA-Mitglieder, so das Statement von Geschäftsführer Khalid Ali.

Eine Allianz zwischen den beiden Organisationen sei angesichts der jüngsten Sponsoring- und Werbebeschränkungen von höchster Bedeutung. Die Sicherstellung der sportlichen Integrität auf dem spanischen Markt habe, so Ali, die höchste Priorität. Gemeinsam plane man Projekte, die darauf abzielen, den Schutz der Integrität von Verbrauchern, Sportlern und Betreibern zu verbessern. Es sei der Wille der Industrie, das Sportwett-Segment sicher und vertrauenswürdig zu halten.

Da Online Glücksspiele grenzübergreifend stattfinden, verwundert es kaum, dass auch die Glücksspielaufsichtsbehörden immer enger zusammenwachsen. Erst Anfang der Woche wurde ein MoU zwischen der KSA (Niederlande) und der UKGC (Großbritannien) bekannt. Ähnliche Abkommen bestehen bereits zwischen der KSA und der MGA (Malta) sowie zwischen den Behörden von Schweden und Gibraltar. Ziel der Kooperationen ist die Eindämmung von illegalen Aktivitäten auf dem Glücksspielmarkt. Im Fokus steht die Bekämpfung von illegalen Spielabsprachen, Wettmanipulation, Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche.

IBIA legt Integritätsbericht vor

Unmittelbar vor der Bekanntgabe der MoU’s hat die IBIA ihren ersten Integritätsbericht für 2021 vorgelegt. Hiernach kam es im ersten Quartal zu 64 verdächtigen Wettvorfällen, wobei die Sportarten Tennis und eSports am häufigsten betroffen waren. Die Anzahl an Warnmeldungen ist im Vergleich zum Vorjahr, wo 61 Fälle gemeldet wurden, leicht gestiegen.

Tennis bleibt die Sportart mit den meisten verdächtigen Wettaktivitäten. 18 Meldungen entfallen allein auf diesen Individualsport, der für seine Manipulationsanfälligkeit berüchtigt ist. Von den 18 Meldungen wurden sechs bei der ITIA (International Tennis Integrity Agency) gemeldet, welche versucht, mithilfe des ITF-Tennis-Antikorruptionsprogramms für Regulierung zu sorgen. Binnen letzter Monate kam es dennoch zu zahlreichen Sperren gegen Tennisprofis aufgrund von Verstößen.

Die Sparte eSports rangierte im ersten Quartal mit 17 Warnmeldungen an zweiter Stelle, noch vor der Sportart Fußball, wo es zu 12 Warnmeldungen kam. Weitere betroffene Sportarten waren Tischtennis mit sieben, Basketball mit fünf, Volleyball mit vier und Pferderennen mit einer einzigen Warnmeldung. Was die geografische Lage betrifft, so verteilten sich die Warnmeldungen über 20 Länder, die meisten davon in Europa.

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