Hill-Aktionäre stimmen für Übernahme

Der US-Casinoriese Caesars Entertainment ging Mitte Oktober erfolgreich aus einer Bieterschlacht um die Übernahme des Londoner Buchmachers William Hill hervor. Der Wert der Transaktion liegt bei 3,7 Mrd. US-Dollar, womit es sich um eine der größten Fusionen der Geschichte handelt. Nun haben auch die Aktionäre von Hill mehrheitlich zugestimmt. Welche Auswirkungen hat die Übernahme auf den Markt?

Der Brunnen vor dem Caesars Palace in Las Vegas.

Im letzten Juli wurde Caesars für 17,3 Mrd. US-Dollar von Eldorado übernommen. ©MariaMichelle/Pixabay

Große Mehrheit befürwortet Fusion

Im Oktober bestätigte der Vorstandsvorsitzende von William Hill, Roger Devlin, die Übernahme von Hill durch Caesars, lediglich die Zustimmung der Aktionäre stand bisher noch aus. Inzwischen ist klar, dass die Akquisition von den Shareholdern mehrheitlich befürwortet wird. Insgesamt 1.251 (81,3 Prozent) der Aktionäre, die 86,6 Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals ausmachen, stimmten für die umgerechnet 3,1 Mrd. Euro schwere Fusion.

Zugleich stimmte ein etwas höherer Anteil der Aktionäre (87,1 Prozent) für die Umsetzung eines Übernahmeplans von Caesars. Beide Maßnahmen mussten von der Mehrheit der stimmberechtigten Shareholder genehmigt werden, damit die Akquisition umgesetzt werden darf. Caesars wird die 1,08 Milliarden Aktien von Hill zu je 2,72 Pfund erwerben. Im Fokus steht der US-Wettbetrieb von Hill, der Rest des Geschäfts wird voraussichtlich verkauft.

Laut Caesars-CEO Tom Reed werde das erweiterte Geschäft im Finanzjahr 2021 bis zu 700 Mio. US-Dollar an Nettoeinnahmen generieren. Man freue sich daher über die breite Unterstützung der Aktionäre. Fortan wolle man an der Umsetzung aller regulatorischen Bedingungen arbeiten und die Transaktion 2021 abschließen. Die Wettangebote von William Hill US sollen in das Sportwett- und iGaming-Franchise von Caesars integriert werden.

Auch Hills Hauptanteilseigner, der Betfred-Eigentümer Fred Done (77), hat die Übernahme befürwortet. Zudem haben mehrere Unternehmen ihr Interesse am Kauf des restlichen Wettgeschäfts bekundet. Darunter zum Beispiel der US-Investmentgigant Apollo, der auch an der Bieterschlacht um Hill beteiligt war, ebenso wie 888 und GVC Holdings. Zu dem Geschäft gehören unter anderem über 2.300 landbasierte Wettbüros in Großbritannien. Außerdem das Online Casino Mr Green. Wer das Portfolio aufkaufen wird, bleibt abzuwarten.

Übernahme folgt auf Eldorado-Fusion

Erst im vergangenen Juli sorgte die Megafusion zwischen Eldorado und Caesars für Schlagzeilen in der Glücksspielwelt. Eldorado hatte den damals angeschlagenen Casinoriesen für satte 17,3 Mrd. US-Dollar übernommen. Aufgrund der Marktstärke musste die Fusion von mehreren Aufsichtsbehörden überprüft und genehmigt werden. Die Behörden hatten eine Verzerrung des Wettbewerbs befürchtet, da dem kombinierten Unternehmen nun 55 Casinos gehören.

William Hill hatte bereits 2019 einen Sportwettdeal mit Eldorado abgeschlossen. Aus der Fusion könnte daher ein Dreiecksgespann mit enormer Marktstärke resultieren. Hill, der inzwischen zu den einflussreichsten Buchmachern der USA zählt, könnte seine landbasierten Aktivitäten nun auf weit über 170 Standorte ausweiten. Zudem bietet Hill bereits in sieben Bundesstaaten mobile Sportwetten an.

Dazu zählen die Staaten Colorado, Illinois, Iowa, Nevada, New Jersey, West Virginia und Rhode Island. Außerdem verfügt Hill über ein exklusives Wettbüro in der berühmten Capital One Arena von Washington D. C. Zuletzt wurden dort Rekordumsätze verzeichnet. Das Angebot ist in der US-Hauptstadt führend, obwohl an dem Standort keine mobilen Sportwetten angeboten werden. Zudem bietet der Vertrieb noch keine eigene Lounge.

Neben seiner US-weiten Expansion hat Hill seine Kooperation mit Caesars innerhalb der letzten Monate immer weiter vertieft. Schnell war von einem Joint Venture oder gar einer Übernahme die Rede, als die Unternehmen verkündeten, zukünftig ihre Online Glücksspielangebote zusammenzulegen. Die Fusion beider Unternehmen erscheint daher nur logisch. Im Vorfeld tätigte Hill im Übrigen einen Aufkauf von CG Technology. Dies führte dazu, dass Hill nun auch im Venetian, Palazzo, Cosmopolitan und Silverton am legendären Las Vegas Strip vertreten ist.

Sportwetten so beliebt wie nie

Ein Hauptgrund für den Erfolg und das zunehmende Engagement von Caesars ist die hohe Beliebtheit von Sportwetten in den USA. Zuletzt wurden Rekordumsätze am Wettmarkt verbucht. Die Einsätze beliefen sich auf 2,1 Mrd. US-Dollar, das größte monatliche Wettvolumen in der US-Geschichte. Große Konzerne wie Caesars schließen sich daher mit europäischen Buchmachern zusammen, um den boomenden Markt zu erobern.

Auch die großen Sportligen schließen Verträge mit Wettanbietern ab. Dies war nicht immer so: Über Jahrzehnte lehnten die US-Verbände Sportwetten hartnäckig ab, da befürchtet wurde, dass die Integrität des Sports unter dem Einfluss von Buchmachern leiden könnte. Auch die Aufhebung des Wettverbots im Mai 2018 wollten die Sportverbände zunächst verhindern. Inzwischen wurden die wirtschaftlichen Vorteile des Geschäfts erkannt.

Auch wenn der Wettmarkt inzwischen lizenzierten Anbietern offensteht, ist davon auszugehen, dass die Fusion von Hill und Caesars ins Fadenkreuz der Aufsichtsbehörden rückt. Laut Caesars habe man bereits eine Genehmigung vonseiten der österreichischen Marktaufsicht erhalten. Doch auch in Großbritannien und den USA werden Prüfungen vorgenommen. Es sei jedoch davon auszugehen, dass diese bis zum Ende des zweiten Quartals 2021 beendet sind.

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