GVC schließt Ladbrokes-Deal ab

Der britische Glücksspielkonzern GVC Holdings hat die Übernahme von Ladbrokes Coral offiziell abgeschlossen. Alle Marken wurden auf der hauseigenen Technologieplattform implementiert, das Sortiment umfasst nun die Marken Ladbrokes, Coral, Gala Bingo, Gala Casino und Gala Spins. Bei der 2018 gestarteten Transaktion handelt es sich um eine der größten in der Historie der Glücksspielindustrie.

Eine Fußgängerzone im Londoner Bankenviertel.

GVC ist an der Londoner Börse notiert und zählt zu den größten Glücksspielfirmen der Welt. ©Nora/Pexels

Transaktion trotz Corona-Krise

„Ich freue mich, dass diese kritische und äußerst komplexe Phase des Integrationsprozesses von Ladbrokes Coral erfolgreich abgeschlossen wurde“, kommentierte Shay Segev, Chief Operating Officer von GVC den Abschluss der millionenschweren Transaktion. Alle Marken des englischen Unternehmens Ladbrokes Coral wurden im letzten Schritt auf die patentierte Technologieplattform von GVC übertragen, darunter auch Gala, die Casino- und Bingo-Marke des Unternehmens.

Im letzten Zuge der Transaktion migrierten zudem über 12,5 Millionen Ladbrokes-Kunden zu GVC, die Plattform zählt nun etwa 25 Millionen Spieler. Segev stellte heraus, dass das 2018 eingeleitete Projekt trotz seines enormen Umfangs und der Covid-19-Pandemie „pünktlich und innerhalb des Budgets“ abgeschlossen wurde. Durch den Schritt ließen sich krisenbedingte Verluste ausgleichen. Gegenüber britischen Medien hieß es:

“Dies ist ein großartiger Beweis für die Reife unserer Technologie und die Qualität unserer Teams. Es ist besonders beeindruckend, dass es ihnen gelungen ist, das Projekt in dieser Zeit der Fernarbeit abzuschließen. Der Schritt versetzt das Unternehmen in eine noch bessere Position, um aus der gegenwärtigen Krise herauszukommen.”

Weitere Synergien in Planung

Wie GVC seinen Anteilseignern mitteilte, wird die Migration der Ladbrokes Kunden zu einer größeren „Effizienz, Stabilität und Schnelligkeit bei der Markeneinführung“ beitragen. Außerdem fördere der Schritt die Produktentwicklung und garantiere eine hohe Flexibilität bei Kundenanfragen. Insgesamt könne man sich schneller an regulatorische Veränderungen anpassen und somit für eine noch sicherere Spielumgebung sorgen.

In den kommenden Monaten will GVC laut eigenen Angaben mit den verbleibenden Prozess- und Back-Office-Integrationen fortfahren. Ziel ist es, bis Ende 2021 jährliche Synergien in Höhe von 145,7 Mio. Euro zu schaffen. Dies könne weitere technische Ressourcen freisetzen und die Produktinnovation fördern. Außerdem plane man die Durchführung weiterer Fusionen und Übernahmen. Das Unternehmen erklärte dazu im Rahmen einer Pressemitteilung:

“Das GVC-Integrationsmodell hat sich immer wieder als äußerst effektiv bei der Integration von Großbetrieben mit minimaler Unterbrechung unseres zugrundeliegenden Geschäfts erwiesen. Daher sind wir zuversichtlich, dass wir die attraktiven Möglichkeiten, die sich uns in Zukunft bieten werden, nutzen und gleichzeitig das Wachstum unseres bestehenden Geschäfts weiter ankurbeln können.”

Eine der größten Transaktionen überhaupt

Neben der Fusion von Caesars und Eldorado sowie Flutter Entertainment und The Stars Group zählt der Zusammenschluss von GVC und Ladbrokes Coral zu den größten Fusionen in der Geschichte des Glücksspiels. Erstmals wurde der Deal 2018 bestätigt, der Fusionswert lag bei umgerechnet 4,5 Mrd. Euro. GVC-Chef Kenneth Alexander sprach von der Geburt eines der größten börsennotierten Glücksspielunternehmen der Welt.

Die Transaktion ist das Resultat eines sich immer schneller wandelnden Marktes. Vor allem durch die zunehmende Digitalisierung des Glücksspiels sei es laut Alexander bedeutsam, ein Unternehmen zu kreieren, welches etablierte Marken, bewährter Technologien und führenden Marktpositionen miteinander vereint. In diesem Sinne bot der Traditionsbuchmacher Ladbrokes laut eigenen Aussagen eine „spannende Perspektive“.

Positives Quartalsergebnis 2020

Trotz einer millionenschweren Verlustwarnung Mitte März, meldete GVC im vergangenen Monat für das erste Quartal 2020 einen Anstieg der Einnahmen im Jahresvergleich. Da sich das Geschäft aufgrund der globalen Gesundheitskrise verlangsamte kam es dennoch zur Streichung einer geplanten Dividendenzahlung.

In seinem Handels-Update gab GVC an, dass die gesamten Nettospieleinnahmen (NGR) für die ersten drei Monate – das heißt, bis zum 31. März – um ein Prozent höher waren als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das Wachstum sei in erster Linie auf die Online-Abteilung zurückzuführen, wobei die NGR aus diesem Segment im Jahresvergleich um ganze 16 Prozent gestiegen ist.

Dementgegen ging die NGR des britischen Einzelhandels im ersten Quartal um satte 19 Prozent zurück, auch auf europäischer Ebene minderten sich die Einnahmen an dieser Stelle um drei Prozent. Obwohl GVC keine genaueren Informationen über seine Leistung im ersten Quartal preisgab, können die Einbußen auf die Auswirkungen der Corona-Krise zurückgeführt werden.

Durch die Aussetzung fast aller großen Sportereignisse wird geschätzt, dass sich das EBITDA um etwa 113,8 Mio. Euro reduziert. Zuletzt erklärte das Unternehmen jedoch eine Reihe von Maßnahmen getroffen zu haben, um die Verluste zu schmälern. Zu diesen Maßnahmen gehört, dass GVC ein Programm der britischen Regierung nutzt und Zuschüsse erhält, die die Beschäftigungskosten decken. Die weiteren Entwicklungen bleiben abzuwarten.

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