GVC holt Virginia McDowell in den Vorstand

Der britische Glücksspielkonzern GVC Holdings hat die ehemalige Trump Entertainment-Geschäftsführerin Virginia McDowell in seinen Vorstand berufen. Die Gambling-Veteranin kann auf 35 Jahre Erfahrung in der Branche zurückblicken. McDowell soll vor allem die US-Expansionspläne des bwin-Betreibers vorantreiben.

Ein Foto des Eingangsportals des einstigen Trump-Casinos Taj Mahal in Atlantic City, New Jersey

Im Taj Mahal, Atlantic City, war McDowell ab 2005 für den heutigen US-Präsidenten Donald Trump aktiv. Der aktuelle Besitzer Carl Icahn verwendet den Namen bis heute gegen eine Gebühr. (Bildquelle)

Der Kampf zwischen europäischen Glücksspielanbietern um den milliardenschweren US-Markt spitzt sich infolge der im letzten Mai durch den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten (United States Supreme Court, USSC) beschlossenen Legalisierung von Sportwetten weiter zu:

Aktuell hat das an der Londoner Börse notierte Glücksspielunternehmen GVC Holdings – welches neben seiner wichtigsten Sportwettmarke bwin auch die Buchmacherbüros von Ladbrokes Coral betreibt – die ehemalige Trump Entertainment Resorts-Managerin Virginia McDowell als Non-executive-Director in den Vorstand berufen. Mit über 35 Jahren Branchenerfahrung gilt McDowell als routinierte Fachfrau mit vielen internationalen Kontakten, insbesondere in den USA. Demgemäß soll die heute über 60jährige Grande Dame des Gamblings die US-Expansionspläne des auf der Isle of Man sitzenden Konzerns befördern.

Im Rahmen der offiziellen Bekanntgabe betont der GVC-Geschäftsführer Lee Feldmann in diesem Sinne nachdrücklich die „umfangreiche Erfahrung“ seiner neuen Vorsitzenden – „besonders in den Bereichen Gaming und Strategie“ soll McDowell demnach beratend zur Seite stehen.

Ihr Potenzial angesichts des US-Markts sollte sich als unschätzbar wertvoll erweisen und wird zu bedeutsamen Expansion auf dem dortigen regulierten Sportwettmarkt wie auch im Bereich Online-Gambling beitragen. Sie wird uns eine völlig neue US-Perspektive verleihen.Lee Feldmann, Vorstand der GVC Holding

„Global Gaming Woman“

McDowells Aufstieg in die obersten Chefetagen der US-Glücksspielindustrie begann nach einem Studium der Kommunikationswissenschaften an der Temple University Philadelphia Virginia, das sie 1980 zum Abschluss brachte. Danach heuerte sie in Atlantic City (New Jersey) bei der heute in Missouri ansässigen, börsennotierten Casino-Hotel-Kette Isle of Capri Casinos an, wo sie über 16 Jahre lang verschiedene leitende Positionen ausübte.

Foto von Virginia McDowell von 2013

Virginia McDowell – hier noch als Präsidentin und CEO der Isle of Capri-Casinos 2013. (Bildquelle)

Unter anderem war McDowell im Marketing tätig, analysierte Kundentrends und wettbewerbsfähige Märkte, bis sie 1997 dem Managementteam der in Alton, Illinois sitzenden Argosy Gaming Company beitrat. Jedoch kehrte sie 2005 nach Atlantic City zurück, um als Chief Information Officer (CIO) und Vize-Präsidentin bei Trump Entertainment Resorts einzusteigen.

Die Marktsituation der zunächst vielversprechenden Glücksspielunternehmung des heutigen US-Präsidenten Donald Trump – der seine Anteile unlängst verkauft und sich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen hat – verschlechterte sich hinsichtlich rapide wachsender Konkurrenz jedoch zusehends, weshalb McDowell sich 2007 auf ihre Wurzeln besann:

Als bis heute einzige zeitgleiche CEO und Präsidentin einer börsennotierten Glücksspielgesellschaft, war sie von 2007 bis zu ihrer Pensionierung 2016 erneut für die Isle of Capri Casinos im Einsatz, die 2017 vollständig durch den Nevada-Konzern Eldorado Resorts aufgekauft und erweitert wurden. Parallel zu ihrer neuen Aufgabe bei GVC ist McDowell heute zusätzlich als Präsidentin und Vorstandsvorsitzende für die Non-Profit-Organisation „Global Gaming Woman“ tätig, die sich für die Rechte von Frauen in der vorwiegend männerdominierten Glücksspielbranche stark macht.

McDowell wurde in ihrer Karriere mehrfach ausgezeichnet. 2014 wählte sie die Branchenzeitschrift Small Business Monthly zu einer der am meisten bewunderten CEOs der USA. Darüber hinaus wurde sie 2015 durch den US-amerikanische Interessenverband CEO Connection zu einer der einflussreichsten Frauen des amerikanischen Mittelstandes gekürt.

Übersee auf Hochtouren

Nachdem der US-Bundesstaat Delaware Anfang dieser Woche einen ersten Gesetzesentwurf zur Sportwettlegalisierung verabschiedet hat, konnte GVC bereits erfolgreich ein Sportwettprogramm für Delaware über seine Tochtergesellschaft Stadium Technology starten. Zusätzlich ist der Betreiber eine Partnerschaft mit dem MGM Resort in New Jersey eingegangen, um das Online-Poker- wie Casino-Angebot MGMs zu stärken.

Die Übernahme des US-Markts durch große europäische Buchmacher scheint in vollem Gange zu sein. Dass hier mit harten Bandagen gekämpft wird, zeigte sich jüngst am Beispiel von Bet365:

Der weltweit größte Wettanbieter aus dem englischen Stoke-on-Trent soll laut EGR derzeit eine Summe von 18.000 US-Dollar monatlich an eine auf Lobby-Arbeit spezialisierte Firma aus New York City zahlen, um die aktuell geführte Debatte zur Sportwettorganisation im Bundesstaat New York nach eigenen Interessen zu gestalten.

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