Gauselmann wird Fortuna-Sponsor

Der Merkur-Inhaber Gauselmann (Espelkamp, NRW) ist seit 2018 als Sponsor der Sportstadt Düsseldorf aktiv. In diesem Kontext avancierte das Unternehmen bereits zum offiziellen Namensgeber der Merkur Spiel-Arena. Jetzt wurden die Spielemacher zum offiziellen Sponsor des Bundesligisten Fortuna Düsseldorf ernannt. Andere Anbieter des Glücksspielsektors sind fortan als Partner des 1895 gegründeten Fußballklubs ausgeschlossen.

Das Stadion von Fortuna Düsseldorf während eines Spiels.

Ein Blick in die Merkur Spiel-Arena, der neue Name sorgte in NRW für einen Eklat. ©Shouplade/Pixabay

Wichtiger Schritt für Fortuna Düsseldorf

Der Spitzenfußball sieht sich aufgrund der Corona-Krise momentan mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Ein Grund für Merkur-Chef Paul Gauselmann (85), der schon seit Juli 2018 offizieller Sponsor des Sportsektors der NRW-Landeshauptstadt ist, dem Traditionsverein Fortuna Düsseldorf als neuer Partner unter die Arme zu greifen. Das Espelkamper Familienunternehmen wird künftig als Sponsor des Bundesligisten fungieren und hierbei eine exklusive Position einnehmen.

Der einmalige Deutsche Fußballmeister (1933) und zweifache DFB-Pokalsieger (1979, 1980) hat damit einen finanzstarken Glücksspielpartner an seiner Seite, nachdem Gauselmann 2018 bereits zum neuen Namensgeber der ehemaligen Esprit-Arena avancierte. Laut eigenen Angaben komme nun zusammen, was zusammen gehört. Trotz der derweil schwierigen Situation habe man sich auf ebenso langjährige wie enge Partnerschaft geeinigt.

Vorerst basiert die Kooperation auf der sogenannten Themenpartnerebene, dies bedeutet, dass Gauselmann parallel zur Merkur Spiel-Arena noch stärker mit ihrer Hauptmarke Merkur präsent sein wird. Christian Koke, Vorstand Marketing der Fortuna Düsseldorf, bezeichnete das Abkommen als wichtigen Schritt angesichts der momentanen Ausnahmesituation. Andere Glücksspielbetreiber sind laut Vertrag ausgeschlossen.

Glücksspielmarkt wirtschaftlich spannend

Wie der Marketingchef weiter ausführte, freue man sich vor allem darüber, ein in Nordrhein-Westfalen beheimatetes Unternehmen als Partner zu begrüßen. Da der Glücksspielmarkt, ebenso wie Sportwetten, besonders im Fußball ein wirtschaftlich spannendes Thema ist, bedanke man sich bei Gauselmann für die umfassende Partnerschaft in schwierigen Zeiten. Künftig wolle man gemeinsam nachhaltige Wege aus der derzeitigen Krise beschreiten.

Manfred Stoffers, der Marketing-Vorstand der Gauselmann Gruppe, sieht das ähnlich. Fortuna sei einer der wichtigsten Bastionen im Düsseldorfer Sportsektor, den man bereits in seiner ganzen Vielfalt unterstütze. Doch erst jetzt sei die Partnerschaft mit der Sportstadt wirklich komplett. Durch das Sponsoring könne man einen wertvollen Beitrag leisten, um Fortuna schnellstmöglich wieder auf Erfolgskurs zu bringen.

Eklat um Namensgebung des Stadions

Das Engagement von Gauselmann als Sponsor im Raum Düsseldorf wird nicht von allen Seiten begrüßt. Nur einen Monat nach dem Bekanntwerden der rund 4 Mio. Euro schweren Partnerschaft zwischen dem Unternehmen und der Landeshauptstadt kam es zu hitzigen Debatten im Stadtrat. Im Fokus stand dabei die am 03. August 2018 erfolgte Umbenennung der Düsseldorfer Esprit Arena in Merkur Spiel-Arena.

Kritiker befürchteten hierdurch chronische Imageschäden – das achtgrößte Stadion Deutschlands sei für die Rheinmetropole mehr als nur Fußball, lautete das Kredo, es ginge um die Verunglimpfung um eines kulturellen Wahrzeichens. Neben Bundesligaspielen und anderweitigem Spitzensport wie Leichtathletik, Boxen oder American Football, finden in der 66.500 Plätze zählenden Multifunktions-Arena auch Konzerte, internationale Kongresse, Firmen-Events und etwaige Shows statt.

Allein die Namensrechte an dem Komplex, sollen dem milliardenschweren Espelkamper Familienbetrieb um Paul Gauselmann, daher satte 3,75 Mio. Euro pro Jahr wert sein. Obgleich Stillschweigen im Hinblick auf konkrete Vertragsinhalte vereinbart wurde, ist überdies die Rede von weiteren 500.000 Euro jährlich, zur Förderung diverser Düsseldorfer Freizeit- und Breitensportvereine. So zum Beispiel bei den Beach Royals Düsseldorf.

Unglückliche Namensgebung für Fortuna?

Trotz der enormen Summen, die Gauselmann in den Düsseldorfer Sport und seit neuestem auch in Fortuna fließen lässt, sprach der Grünen-Fraktionssprecher Norbert Czerwinksi von einer unglücklichen Namensgebung mit einem dubiosen Partner. Die Grünen hatten die Partnerschaft daher zu verhindern versucht und dürften wohl auch dem aktuell weitergeführten Engagement des deutschen Spielhallen-Marktführers skeptisch gegenüberstehen.

Auch von der FDP-Fraktion kann weitere Kritik erwartet werden. Der Vorsitzende Manfred Neuenhaus erinnerte diesbezüglich schon häufiger an die geplante Spielhallen-Reduktion in Düsseldorf, welche von Gauselmann massiv kritisiert wird. Da der Glücksspielmogul vehement gegen die Schließungen argumentiert, passe die Ernennung Gauselmanns zum Sportpartner nicht zur Visitenkarte der Stadt.

Drastische Spielhallen-Reduktion

Trotz der Kritik ist inzwischen klar, dass mehr 50 Spielhallen in Düsseldorf geschlossen werden. Grund ist vor allem die neue Mindestabstandsregel, welche 350 Meter beträgt. Auch Mehrfachkonzessionen für einzelne Standorte sind verboten. Seit 2017 existieren in der Rheinmetropole immer noch rund 100 Spielhallen an insgesamt 65 Standorten. Der Plan des Stadtrats sieht vor, bis Juli 2021 nur noch 34 Spielhallen an 34 Standorten zuzulassen.

Vor allem die Achtfach-Spielhalle im B8-Center an der Werdener Straße, betrieben von Gauselmann, ist den Gesetzgebern an dieser Stelle ein Dorn im Auge. Der Abbau käme, laut Gauselmann, einem Totalverlust gleich und sei kein tragbares Vorgehen. An dieser Stelle könnten die Sportpartnerschaften des Unternehmens immerhin für einen bedeutsamen Ausgleich sorgen.

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