Fußballsponsoring: sunmaker expandiert in der 3. Liga

Der auf Malta lizenzierte Sportwettanbieter sunmaker unterstützt als Sponsor in Zukunft mindestens sieben deutsche Fußballteams der 3. Liga. Das Logo des seit 2015 zur schwedischen Cherry-Gruppe gehörenden Unternehmens wird auch auf den Vorderseiten der Trikots zu sehen sein. Der Vertrag läuft vorerst nur für die kommende Saison. Hier ein Überblick zu den Entwicklungen.

Die Spieler der 3. Liga präsentieren ihren neuen Trikotsponsor sunmaker.

Mehrere konkurrierende 3. Liga-Vereine werden in der kommenden Saison von sunmaker gesponsert. (©liga3-online)

Fans der 3. Liga im Fokus

Mit dem Anpfiff der Fußballsaison 2019/20 am Wochenende vom 19. bis 22. Juli beginnt auch eine großangelegte Werbeoffensive des Online Wettanbieters sunmaker. Der zum schwedischen Glücksspielkonzern Cherry AB gehörende Betreiber wird für mindestens eine Saison als Hauptsponsor von sieben Vereinen der dritthöchsten deutschen Spielklasse fungieren. Konkret avanciert sunmaker zum offiziellen Trikotsponsor der Teams von Hansa Rostock, SC Preußen Münster, Halleschen FC, Carl Zeiss Jena, SV Waldhof Mannheim, FSV Zwickau und FC Magdeburg. Außerdem soll sich der Wettanbieter zurzeit noch in Verhandlungen mit dem SV Duisburg befinden. Darüber hinaus wirbt sunmaker bereits bei drei Zweitligisten und beim Bundesligisten F.C. Paderborn.

Dass ein Glücksspielanbieter so offensiv gleich mehrere untereinander konkurrierende Teams als Sponsor unterstützt, ist eher ungewöhnlich. Wie es heißt sollen die benannten Vereine die Rechte an ihrer Trikotwerbung für Beträge zwischen 400.000 und 800.000 EUR abgetreten haben, genaue Angaben stehen hierzu allerdings noch aus. Klar ist indessen, dass das Sponsoringvolumen des Anbieters für alle sieben Vereine bei etwa 8 Mio. EUR liegt. Warum sunmaker ausgerechnet die 3. Liga als neuer Sponsor und Sportwettpartner unterstützen will, beantwortete an dieser Stelle ein Unternehmenssprecher gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), im Wortlaut hieß es:

“In der 3. Liga können wir mit mehreren Vereinen zusammenarbeiten und somit mehr unserer Kunden abdecken. Mit einem Verein in der Bundesliga erreichen wir nicht so viele Fans wie bei zehn Vereinen in der 3. Liga.”

Politisches Signal an die BRD

Wie der sunmaker-Sprecher darüber hinaus betonte, plane das Unternehmen auch in den einzelnen Stadien vermehrt mit den Fans in Kontakt treten zu wollen, an dieser Stelle sind demnach gleich mehrere Kampagnen geplant. Ziel des Unternehmens sei die Marke sunmaker am deutschen Wett- und Glücksspielmarkt bekannter zu machen und sich eine Vormachtstellung gegenüber der Konkurrenz zu sichern. Neben den wirtschaftlichen Zielen wolle man darüber hinaus auch ein politisches Signal senden und sich für eine Liberalisierung des deutsche Onlinesektors stark machen.

Bekannterweise soll in der Bundesrepublik Deutschland bereits bis 2021 ein neuer Glücksspielstaatsvertrag in Kraft gesetzt werden, viele europäische Online Glücksspielunternehmen hoffen in diesem Kontext auf eine Öffnung des deutschen Marktes und eine gelockerte Regulierung. Als Vorbild könnte das Bundesland Schleswig-Holstein dienen, das bisher einzige Bundesland mit einer liberalen Ausrichtung und einem offiziellen Lizenzsystem für Glücksspielanbieter.

Befürwortung durch Vereine

Obgleich diverse Glücksspielkritiker ihre Bedenken gegenüber dem voluminösen Sponsoringprojekt der 3. Liga geäußert haben, befürworten sowohl der DFB und die 3. Liga als auch die einzelnen Vereine die Unterstützung des Wettanbieters sunmaker, der in Deutschland bisher vor allem für seine Online-Kooperationen mit der Merkur-Gruppe (Gauselmann) bekannt ist. Jüngst äußerte sich in diesem Zusammenhang zum Beispiel der HFC-Präsident Jens Rauschenbach und betonte in der Partnerschaft grundsätzlich „kein Problem“ zu sehen. Im Zitat hieß es ebenso kurz wie deutlich:

“Jeder Verein von der ersten bis zur dritten Liga hat einen Wettanbieter als Werbepartner. Warum sollten wir uns dem verschließen?”

Unterstützung erfuhr Rauschenbach an dieser Stelle unter anderem von Seiten des FCM-Geschäftsführers Mario Kallnik: „Für uns ist das eine sehr gute Partnerschaft“, so das Statement. Beide Vereine verwiesen gegenüber dem MDR darauf, dass sich die Partnerschaft „ausschließlich auf das Sportwettportal“ beziehe – Werbung für das zu sunmaker gehörende Online Casino sei „ausgeschlossen“, so das einstimmige Kredo. Fortführend betonten die beiden Sprecher, dass die Geschäftsaktivitäten anderer Sponsoren auch nicht hinterfragt würden. Erwähnt wurden diesbezüglich unter anderem die Firma Volkswagen (Dieselskandal) oder etwaige Biermarken.

Indirekte Unterstützung durch die EGBA

Es ist kein Geheimnis, dass die Bundesrepublik Deutschland in puncto Glücksspielregulierung im europaweiten Vergleich hinterherhinkt. Die Skepsis und Verschlossenheit gegenüber den europäischen Unternehmen wird insbesondere am aktuellen Fall sunmaker deutlich. Hier erfahren alle Beteiligten aktuell jedoch indirekten Zuspruch und Unterstützung durch den europäischen Interessenverband EGBA (European Gaming and Betting Association).

Erst Mitte Juni richtete der Verband sich offiziell an die deutsche Regierung und forderte dazu auf, von stringenten Verboten abzusehen und eine liberale Marktanpassung in Deutschland anzupeilen. Anstatt künstliche Mauern zu errichten, welche die Glückspielkunden zu irregulären Anbietern drängen, sollten die Behörden demnach eine attraktive und moderne Online Glücksspielverordnung einführen, die anerkennt, dass viele Deutsche Glücksspielkunden sind. Eine Antwort von Seiten der Regierung steht bis dato noch aus. Die weiteren Entwicklungen bleiben vorerst abzuwarten.

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