Formel 1 startet im Juli wieder durch

Die Organisatoren der Formel 1 haben angekündigt, dass die Königsklasse des Motorsports im Juli aus dem Corona-Lockdown zurückkehren wird, um die Saison 2020 einzuläuten. Der Terminplan wurde aufgrund der länderspezifischen Schutzverordnungen modifiziert, vorerst sind acht Rennen geplant. Diese sind gleichsam das Startsignal für ein F1-Sportwettprogramm, das in Kooperation mit Sportradar ausgearbeitet wurde.

Ein Red Bull-Formel 1-Wagen in der Ausstellung.

Die F1 hat Tabakwerbung abgeschworen, seit 2018 ist Wettsponsoring wieder erlaubt. ©Moerschy/Pixabay

F1-Rennen erstmal nur in Europa

Kurz vor dem Saisonauftakt am 15. März in Melbourne wurde die Formel 1 durch Corona gestoppt. Jetzt kehrt die größte Autorennserie der Welt für zunächst acht Rennen zurück. Diese finden allesamt in Europa statt, da sich die Covid-19-Situation hier stetig verbessert und schrittweise Lockerungen der Schutzmaßnahmen eingeleitet werden.

Die Organisatoren hoffen, die Rennen bald auch auf andere Länder, wo zurzeit noch strengere Reglungen gelten, auf 15 bis 18 Rennen ausweiten zu können. Die neugestaltete Saison 2020 beginnt vorerst mit einer Doppelveranstaltung in Österreich, wobei der Große Preis von Österreich vom 03. bis 05. Juli und die zweite Veranstaltung, der Große Preis der Steiermark, eine Woche später stattfinden wird.

Ungarn wird vom 17. bis 19. Juli ein weiteres Rennen ausrichten, während die britische Rennbahn Silverstone ein Doppelrennen an den Wochenenden vom 31. Juli bis 02. August und vom 07. bis 09. August ausrichten wird. Vom 14. bis 16. August findet dann ein Rennen in Spanien, vom 28. bis 30. August in Belgien und vom 04. bis 06. September in Italien statt.

Wie der Vorsitzende und CEO der Formel 1, Chase Carey, erklärte, finden die ersten acht Rennen als Geisterrennen, also unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Man hofft, dass die Fans wieder teilnehmen können, sobald die Corona-Krise überwunden ist. In den vergangenen Wochen habe man mit Partnern, dem Dachverband FIA und den Teams „unermüdlich“ an einem neuen Eröffnungskalender 2020 gearbeitet.

Neues Wettprogramm mit Sportradar

Einer der Partner ist das Schweizer Sportdatenunternehmen Sportradar, der seit August 2019 als exklusiver Anbieter von F1-Daten für das Sportwettprogramm der Rennserie fungiert. Vor der Corona-Krise hatten die Organisatoren erklärt, für jedes Rennen dieser Saison neue Live-Quotenmodelle erstellen zu wollen. Bereits zum Auftakt im März hofften die Betreiber darauf, Live-Rennwetten bei den Trainings und Qualifyings einzuführen.

Adam Crothers, digitaler Leiter bei der Formel 1, hatte angekündigt, dass 2020 ein neuartiges Wettprogramm starten wird. Man wolle den Fans eine Plattform bieten, die es bisher nicht gab. Der Geschäftsführer von Sportradar, David Lampitt, betonte dazu die kommerziellen Chancen. Die Einführung von Wetten sei ein Ausgangspunkt für neue Möglichkeiten und werde das Interesse der Sportfans und Wettkunden weltweit steigern.

F1-Wetten nach über 40 Jahren

Die bisherigen Ausfälle durch das Coronavirus sind enttäuschend, da sich die Formel 1 zum ersten Mal seit über 40 Jahren wieder im Sportwettgeschäft betätigt. Partnerschaften mit Buchmachern wurden von dem ehemaligen Geschäftsführer Bernie Ecclestone untersagt. Der 2017 fristlos entlassene Ex-CEO setzte bekanntlich auf Tabaksponsoren, von denen hatte sich die Formel 1 bereits 2010 verabschiedet.

Stattdessen wandte sich die Königsklasse des Motorsports vermehrt Buchmachern zu. Der Startschuss fiel durch ein Abkommen im September 2018, als der US-amerikanische Formel 1-Eigentümer Liberty Media einen Sportwett-Deal über 100 Mio. US-Dollar mit der Londoner Marketingagentur ISG (Interregional Sports Group) beschloss. Diese ist unter anderem auf die Vermarktung von Wettanbietern spezialisiert, was das Vorhaben der Rennserie untermauerte.

In diesem Sinne kann der Deal mit ISG durchaus als historisch betrachtet werden, auch die Formel 1 sprach von einer neuen Ära im Motorsport. Bereits im darauffolgenden Februar unterzeichnete der Rennstall Racing Point Force India einen Sponsoringvertrag mit SportPesa. Das Team wurde folglich in SportPesa Racing Point F1 Team umbenannt. Das Logo des Wettanbieters prangt auch auf den Fahrzeugen.

Darüber hinaus hatte die Formel 1 im Januar 2019 den Online Buchmacher 188Bet als neuen offiziellen Asienpartner über einen Zeitraum von fünf Saisons vorgestellt. Der Vertrag wurde bereits über ISG abgewickelt. Der Anbieter soll besonders im Fernsehen beworben werden, außerdem wird die Marke mit virtuellen Reklamen an der Rennstrecke präsentiert. Eine F1-Sportwett-App ist mittlerweile ebenfalls in Betrieb.

Wettwerbung auf den Fahrzeugen

Wie bereits angedeutet, sorgt die Einführung des Wettsponsorings dafür, dass die Logos der Buchmacher wieder auf den F1-Rennwagen abgebildet werden dürfen. Im Vorfeld der Saison 2020 wurden viele neue F1-Boliden vorgesellt. Die neue Optik lässt sich besonders gut am Beispiel des Modell RP19 von Racing Point nachvollziehen. Der ursprünglich pinken Färbung des Wagens wurde das typische Blau des neuen Titelpartners SportPesa hinzugefügt.

Um die verschiedenen Sponsorenlogos zu vereinheitlichen, wurde die Karosserie obendrein mit einem neuen Point-Logo in Pink, Blau und Magenta überzogen. Ein markantes SportPesa-Branding auf der Motorabdeckung sowie auf den vorderen und hinteren Kotflügeln weist auf den neuen Wettpartner hin. Das Debut des Rennwagens darf den jüngsten Meldungen zufolge mit Spannung erwartet werden.

Euch gefällt unser Beitrag? Dann teilt ihn gern euren Freunden mit.
Share on Pinterest
Ein RedBull-Formel 1-Wagen beim Rennen.

Ähnliche Beiträge