Flutter vereint Wettmarken

Die im Mai abgeschlossene Megafusion zwischen Flutter Entertainment und The Stars Group (TSG) geht in die nächste Runde. Flutter-CEO Peter Jackson hat bekanntgegeben, dass künftig alle Wettmarken des kombinierten Unternehmens auf der Plattform von Paddy Power Betfair (PPB) vereint werden. Parallel will der Konzern seine Investitionen in PokerStars deutlich erhöhen. Wie sehen die Pläne im Detail aus?

Ein Wolkenkratzer ragt in den Himmel.

Aus dem Zusammenschluss resultierte der größte börsennotierte Glücksspielkonzern der Welt. ©Free-Photos/Pixabay

Marktriese in der Aufbauphase

Das kombinierte Unternehmen, welches aus der Fusion zwischen Flutter und TSG hervorging, befindet sich aktuell in einer bedeutsamen Aufbauphase. Im Zuge der Integration des TSG-Portfolios wird Flutter alle Sportwettmarken des Konzerns auf der PPB-Plattform zusammenführen. Dies bedeutet, dass zum Beispiel Marken wie SkyBet, BetStars, Sportsbet, Adjarabet, Oddschecker, und natürlich Paddy Power und Betfair, künftig zentral verwaltet werden können.

Flutter-CEO Peter Jackson, der auch als Geschäftsführer des kombinierten Unternehmens fungiert, erklärte, dass die Migration der Marken auf die PPB-Plattform dazu beitragen wird, die technologischen Fertigkeiten der Gruppe zu steigern. Die Aufgabe bestehe zurzeit darin, eine Palette an innovativen Produkten bereitzustellen, den Kunden aber gleichzeitig auch die höchste Spielsicherheit und den besten Spielerschutz zu gewährleisten.

Seit dem Abschluss der Fusion, so Jackson weiter, habe die Gruppe eine Reihe wichtiger Entscheidungen über die Strukturen des erweiterten Geschäfts getroffen. Wie bereits im April dargelegt, wird das Unternehmen zu einem dezentralisierten und föderalen Betriebsmodell übergehen. Eine zentrale Schaltstelle wird vier gesonderte Teams unterstützen. Außerdem werden die einzelnen Marken nach ihrer Standortpräsenz zusammengeführt. Ab 2021 werden die Finanzergebnisse in die Segmente aufgeteilt.

Während Betfair International, Adjarabet, die B2B-Handelsgeschäfte und PokerStars in einer internationalen Division zusammengeführt werden, bilden Sky Betting and Gaming, Paddy Power und Betfair ein Segment für Großbritannien. Darüber hinaus werden die beiden australischen Marken BetEasy und Sportsbet als Einheit weitergeführt. In den USA bilden hingegen die Marken FanDuel, FoxBet, TVG sowie die US-Geschäfte von PokerStars eine Koalition.

Höchste Effizienz auf PPB-Plattform

Es ist zu erwarten, dass das kombinierte Unternehme sehr bald in die Vollen geht. Schon jetzt wurden vier Divisionsleiter ernannt, um welche Personen es sich handelt, wurde allerdings noch nicht veröffentlicht. Laut Jackson werde man auch die technologische Integration in den kommenden Monaten weiter vorangetrieben, in allen Divisionen wolle man eine hohe Dynamik erzielen. Die Nutzung der PPB-Plattform garantiere dabei die höchste Effizienz.

Auch der von PPB 2018 übernommene DFS-Anbieter FanDuel wird auf der Plattform integriert. FanFuel soll dafür von seinen bisherigen Verwaltern GAN und IGT abwandern. Dasselbe gilt für die von TSG betriebenen Sportwettmarken FoxBet und BetStars, die seit 2015 von Amelco betrieben werden. Laut eigenen Aussagen sei die Integration des Geschäfts in Australien bis dato am weitesten fortgeschritten.

Die Überprüfungen der Marken-, Produkt- und Technologiestrategien in allen weiteren Geschäftsbereichen sind laut Jackson im Endstadium. Sobald die Analysen abgeschlossen sind, wolle man zügig expandieren. Ganz oben auf der Agenda stehen dabei Investitionen in die Marke PokerStars. Man wolle Anstrengungen unternehmen, um die Qualität und Nachhaltigkeit des Geschäfts weiter zu verbessern.

Compliance-Standards im Fokus

Bereits vor der Fusion hatte Flutter angekündigt, die Compliance-Standards, das heißt, die Maßnahmen zur Einhaltung aller gesetzlichen und marktregulatorischen Vorschriften, einer genauen Überprüfung zu unterziehen. Diese ist nun im Gange, wobei alle TSG-Standards denen von Flutter angepasst werden, um sämtliche Risiken zu minimieren.

Die Überprüfung lässt sich in zwei große Kategorien einteilen: Erstens die Beurteilung der Qualität der verantwortungsbewussten Glücksspiel- und Anti-Geldwäsche-Verfahren. Zweitens die Beurteilung der rechtlichen, regulatorischen und steuerlichen Risiken, die mit den einzelnen internationalen Märkten verbunden sind. Eine ganze Reihe an Berichten liegt inzwischen vor, nach denen in verschiedenen Bereichen kleinere Verbesserungen notwendig sind.

Die Verbesserungen würden den Gewinn laut eigenen Aussagen um etwa 65 Mio. Pfund verringern. Aufgrund der enormen Stärke auf den Kernmärkten, zum Beispiel Großbritannien, Irland und Australien, sei dies jedoch zu verkraften. Im ersten Halbjahr 2020 habe man einen Anstieg der Einnahmen um 49 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbucht. Durch Expansionen und Diversifikation habe man Corona-bedingte Verluste ausgeglichen.

Glücksspielriese unter Beobachtung

Flutters Bemühungen im Bereich Compliance kommen nicht von ungefähr. Denn das kombinierte Unternehmen wird aufgrund seiner Marktstärke unter anderem von der britischen Marktaufsichtsbehörde CMA (Competition and Markets Authority) überwacht. Da die Behörde im Vorfeld Wettbewerbsverzerrung befürchtete, wurde die Flutter-Stars-Fusion überprüft. Im April erfolgte die Freigabe, nachdem kurzzeitig darüber spekuliert wurde, ob einige Marken verkauf werden müssen.

Auch die australische Wettbewerbsaufsicht ACCC hatte die Elefantenhochzeit überprüft und die Fusion letztlich freigegeben. Auch in Down Under wurde Wettbewerbsverzerrung befürchtet, da beide Konzerne am Markt vertreten sind. Einige Branchenkenner spekulierten darüber, ob die Behörde den Zusammenschluss verhindert, da faire Marktbedingungen und die Produktvielfalt eingeschränkt würden. Auch in Australien wird das Schalten und Walten des neuen Megakonzerns genau beobachtet.

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