CMA prüft Flutter-Stars-Fusion

Die britische Marktaufsichtsbehörde CMA (Competition and Markets Authority) hat eine Überprüfung der Fusion zwischen Flutter Entertainment (Irland) und The Stars Group (Kanada) eingeleitet. Im Raum steht die Frage, ob der Zusammenschluss zur Wettbewerbsverzerrung führen könnte. Dem neuen Unternehmen gehören rund 40 Prozent des britischen Markts für Online Sportwetten.

Ein Handshake zwischen Geschäftspartnern.

Aus der Transaktion geht ein neuer Weltmarktführer mit über 13 Millionen Kunden hervor. ©Geralt/Pixabay

Hat die Megafusion Zukunft?

Die Elefantenhochzeit zwischen Flutter Entertainment und The Stars Group sorgte im letzten Oktober in der internationalen Glücksspielwelt für Schlagzeilen. Aus der Fusion erwächst das größte börsennotierte Glücksspielunternehmen überhaupt, außerdem der mit Abstand größte Online Glücksspielanbieter. Das kombinierte Unternehmen vereint allein drei der sieben größten Online Sportwettmarken unter einem Dach, dazu kommt PokerStars.

Die Frage nach Wettbewerbsverzerrung stellte sich daher nur wenige Tage nach der Bekanntgabe. Zur Klärung der Sachlage hat sich nun die britische Marktaufsichtsbehörde CMA eingeschaltet. Die Instanz will überprüfen, welche konkreten Folgen die Fusion auf den britischen Glücksspielsektor hat. In einem Statement heißt es:

“Die CMA wird überprüfen, ob die Transaktion zu einer erheblichen Verschlechterung des Wettbewerbs auf einem oder mehreren Märkten für Waren oder Dienstleistungen in Großbritannien führt.”

Dem neuen Unternehmen wird nicht nur ein Marktanteil von 40 Prozent im Sportwettsektor zugesprochen, sondern auch 26 Prozent am britischen Online Glücksspielmarkt. Die beteiligten Marktriesen haben nun bis zum 18. Februar Zeit, ihre Unternehmenskennzahlen bei der CMA einzureichen, um die Behörde bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Die erste Prüfungsphase soll bis zum 31. März abgeschlossen sein, eine zweite Phase folgt nur, wenn hierbei kein eindeutiges Ergebnis erzielt wurde.

Mit Blick auf die Bedenken meldete sich der Flutter-CEO Peter Jackson zu Wort und bekundete „großen Respekt vor der Wettbewerbsbehörde“. Über die Reaktion der CMA sei man „besorgt“, allerdings räumte der Geschäftsführer ein, dass eine entsprechende Untersuchung der CMA durchaus verständlich und notwendig sei.

Ist Markenverkauf die Lösung?

Sollte die CMA zu einem negativen Ergebnis kommen, könnte der neue Konzern gezwungen werden, eines oder sogar mehrere seiner Flaggschiffe zu verkaufen. Zu Flutter gehören zurzeit Marken wie Paddy Power, Betfair, Sportsbet oder der US-amerikanische Daily Fantasy Sports (DFS)-Anbieter FanDuel. TSG verfügt dagegen über die beiden weltgrößten Pokernetzwerke PokerStars und Full Tilt Poker. Dazu kommen die Wettunternehmen SkyBet, BetStars und Oddschecker.

Unlängst hat sich in diesem Zusammenhang auch die Londoner Investmentbank Canaccord Genuity eingeschaltet und auf die außergewöhnlich hohe Marktstärke des kombinierten Unternehmens verwiesen. Aufgrund des hohen Marktanteils könnten demnach entsprechende „Abhilfemaßnahmen“ von dem Unternehmen eingefordert werden.

Laut Banksprecher sei zum Beispiel ein Verkauf von Paddy Power eine vernünftige, wenn auch „emotional schwerwiegende“ Entscheidung. Vor allem da sich der Hauptsitz des neuen Unternehmens in Dublin befinden soll, wo auch Paddy Power seit seiner Gründung 1988 ansässig ist. Die Frage, ob Flutter Paddy Power verkaufen muss, wird schon seit Ende Oktober diskutiert.

Der drohende Verkauf ist dabei auf die Richtlinien der CMA zurückzuführen. Im Rahmen der Untersuchung wird die Behörde auf einen Korpus an Vorschriften zurückgreifen. Dieser legt Wert auf den „Schutz der Verbraucher beim Kauf von Waren und Dienstleistungen“. Außerdem steht die „Gewährleistung des gesetzmäßigen Verhaltens von Unternehmen“ im Vordergrund.

Obendrein obliegt der Behörde die Eindämmung von Wettbewerbs- und Verbraucherproblemen. Die Instanz darf „gegen Unternehmen, die an wettbewerbswidrigen Verhaltensweisen beteiligt sein könnten“ vorgehen. Eine weitere für die Thematik maßgebliche Aufgabe der CMA, liegt in der Überwachung von Fusionen zwischen Unternehmen. Ziel ist es Wettbewerbsverzerrungen entgegenzuwirken. Das Ergebnis der Untersuchung kann daher mit Spannung erwartet werden.

Ein neuer Weltmarktführer?

Sollte die Entscheidung der CMA jedoch positiv ausfallen, könnte sich ein neuer Weltmarktführer am internationalen Glücksspielmarkt etablieren. Das neue Unternehmen, welches unter dem Namen „The Combined Group“ gelistet werden soll, würde über 13 Mio. aktive Nutzer aus über 100 Ländern vereinen. Die jährlichen Einnahmen würden sich laut Schätzungen auf über 4,5 Mrd. Euro belaufen.

Flutter soll dabei mit 54,64 Prozent Hauptanteilseigner des neuen Megakonzerns werden. Stars-Aktionäre könne ihre Anteile zu einem Kurs von 0,2253 pro Aktie in Flutter-Aktien umwandeln. Die Erstnotiz soll an der Londoner Börse erfolgen, die Zweitnotiz an der Euronext Dublin. Laut Jackson könnten die Shareholder mit einer „erheblichen Wertschöpfung“ in Höhe von 157 Mio. Euro pro Jahr rechnen.

Aus der Fusion ginge somit das weltweit größte Online Wett- und Glücksspieleunternehmen hervor. Am Tag der Bekanntgabe waren beide Unternehmen zusammen über 11 Mrd. Euro wert. Einer der Hauptgründe für die Fusion zwischen Flutter und Stars ist die Dominanz auf dem kontinuierlich wachsenden Sportwettmarkt in den Vereinigten Staaten. Ob sich der neue Weltmarktführer tatsächlich etablieren darf, bleibt jedoch abzuwarten.

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