Casinoschiff für Puerto Iguazú

Die argentinische Hafenstadt Puerto Iguazú soll ein millionenschweres schwimmendes Luxuscasino erhalten. Hierfür wird ein altes achtstöckiges Schiff wieder flott gemacht. Der Trend für Bootscasinos stammt ursprünglich aus den USA, doch auch auf Kreuzfahrtschiffen sind Casinos längst ein fester Bestandteil des Entertainments. Welche Besonderheiten erwarten die Spieler in Argentinien, das sich zurzeit in einer Reform des Glücksspiels befindet?

Ein Raddampfer im Südstaatenstil auf einem Fluss.

Besonders in den USA gelten Casinos auf Raddampfern als lukratives Geschäftsmodell. ©fietzfotos/Pixabay

Sanierung für 60 Millionen US-Dollar

Im Jahr 2019 hatte die argentinische Hauptstadt Buenos Aires eine Glücksspielreform eingeleitet, die sich auf die Lizenzvergabe an Online Glücksspielanbieter bezog. Jetzt macht Argentinien auch im Bereich der land- oder vielmehr wasserbasierten Casinos von sich Reden, denn die Hafenstadt Puerto Iguazú soll ein schwimmendes Luxuscasino erhalten. Ein altes achtstöckiges Schiff soll zu diesem Zweck für satte 60 Millionen US-Dollar saniert werden.

Wird das schwimmende Casino auch Touren an der Promenade fahren? Nein. Um Touristen anzuziehen und diesen einen fixen Dreh- und Angelpunkt des Glücksspiels zu bieten, soll das riesige Schiff, das sei 2013 im Hafen stillsteht, in der Nähe einer neuen Brücke festgemacht werden. Nicht nur die argentinischen, auch die paraguayischen Behörden haben versichert, die Pläne zu unterstützen.

Schiff gilt als einzigartig in Südamerika

Ferner erklärten die Behörden, das für zu sorgen, dass etwaige Genehmigungen zur Inbetriebnahme des Casinos erteilt werden. Umgesetzt wird das millionenschwere Projekt von der Firma Compañía Comercial de Turismo aus Argentinien. Das Schiff, das Nicolás Mihanovich heißt – nach dem Pionier der kommerziellen Schifffahrt in Argentinien – wurde 1962 gebaut und gilt in Südamerika als einzigartig.

Es ist 18 Meter breit, 90 Meter lang und verfügt über acht Stockwerke. Neben 52 Kabinen, die in drei Comfort-Klassen eingeteilt werden, sollen Jacuzzis, Solarien, Fitnessstudios und Schwimmbäder wiederbelebt werden. Es gibt zudem vier Speisesäle. Früher war das Schiff bereits als Hotel und Casino in Betrieb. Daher gibt es auch eine Casinofläche mit Automaten und Tischspielen

Die Hafenstadt Puerto Iguazú wurde 1901 genau auf dem Dreiländerdreieck zwischen Argentinien, Brasilien und Paraguay gegründet. Sie liegt in der argentinischen Provinz Misiones an der Mündung des Río Iguazú in den Río Paraná. Die Stadt lebt hauptsächlich vom Tourismus und ist berühmt für wegen ihres Nationalparks und den etwa 18 Kilometer entfernten Iguaçu-Wasserfällen. Das Stadtbild ist inzwischen von zahlreichen Hotels und Restaurants geprägt. Ein exquisites Schiffscasino könnte der Region daher gutstehen und sich wirtschaftlich lohnen.

Schiffscasinos: Lukratives Geschäftsmodell

Vor allem in den USA, die bis vor zwei Jahrhunderten von Booten und Wasserstraßen lebten, haben sich Boots- und Schiffscasinos auf den Flüssen als lukratives Geschäftsmodell erwiesen. Mit dem Aufkommen der Eisenbahnen kam der Wassertransport und -handel mehr und mehr zum Erliegen – viele der alten Schiffe, zum Beispiel die legendären Raddampfer in Mississippi, sind heute zu Touristenattraktionen umgebaut worden und teils als schwimmende Casinos im Einsatz.

Laut Aussagen der American Gambling Association (AGA) gibt es in den USA über 63 schwimmende Casinos in sechs legalisierten Bundesstaaten: Iowa, Illinois, Louisiana, Mississippi, Missouri und Indiana. In Illinois und Missouri haben die Schiffscasinos sogar lange Zeit die gesamte Glücksspielbranche repräsentiert.

Dass sich die Geschäfte mit schwimmenden Casinos lohnen, zeigt ein Blick auf die Steuereinnahmen der Staaten: In Illinois lagen diese zuletzt bei rund 400 Millionen US-Dollar. In Missouri erwirtschafteten die Schiffscasinos Steuereinnahmen von über 150 Millionen US-Dollar. Zu den berühmtesten schwimmenden Casinos in den USA zählen im Übrigen die Casino Queen, das Grand Victoria Casino und das River City Casino.

Die Casino Queen liegt in Marquette, Iowa, am Ufer des Mississippi. Früher war das Schiff als Lady Marquette bekannt, es durchlief und mehrere Besitzer und hat seinen heutigen Namen 2016 von der CQ Holdings Company Inc. erhalten. Das Grand Victoria Casino ist ein knapp 30.000 Quadratmeter großes Casinoboot und liegt in Elgin, Illinois. Schon seit 1994 ist es in Betrieb und befindet sich im Moment in Besitz von Eldorado Resorts. Das River City Casino wartet sogar mit einer 90.000 Quadratmeter großen Spielfläche auf. Darauf befinden sich 2.000 Automaten und 55 Spieltisch. Es liegt in Lemay, Missouri.

Casinoboom auf Kreuzfahrtschiffen

Längst sind große Spielhallen- und Casinobetreiber sowohl aus den USA als auch aus Europa auf großen Kreuzfahrtschiffen präsent. So ist zum Beispiel Merkur-Inhaber Gauselmann seit 2018 auf mehreren TUI Cruises-Kreuzern vertreten. Doch auch andere Kreuzfahrtanbieter arbeiten inzwischen mit Glücksspielbetreibern zusammen und haben mindestens ein Casino an Bord.

Derartige Angebote finden sich (u. a.) bei AIDA, Royal Caribbean, NCL oder MSC Cruises – und auf dem Wasser boomt das Glücksspiel: Geboten werden diverse Pokervarianten, Blackjack, Würfelspiele, Roulette, Baccara sowie diverse Arten von Spielautomaten. Bei manchen Anbietern finden sogar größere Pokerturniere an Bord statt, so zum Beispiel bei MSC. Dazu werden progressive Jackpots geboten. Intensive Spiele erhalten sogar Vergünstigungen in Restaurants und Freigetränke.

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