Casinos in Großbritannien vor Neuöffnung

Am 02. Dezember soll in Großbritannien der Corona-Lockdown enden. Dies könnte für die nationale Glücksspielbranche den ersehnten Neustart bedeuten. Denn nachdem im Oktober zahlreiche neue strenge Maßnahmen zur Eindämmung der Neuinfektionen auf der britischen Halbinsel von Premierminister Boris Johnson beschlossen worden waren, mussten nahezu sämtliche landbasierten Glücksspieleinrichtungen in ganz Großbritannien schließen und ihren Geschäftsbetrieb gänzlich einstellen. Seither befinden sich viele Spielbanken, Wettanbieter und Co. im wirtschaftlichen Überlebenskampf. Mit dem geplanten Ende des Lockdowns für den 02. Dezember scheint es für viele betroffene Glücksspielunternehmen aber wieder Hoffnung zu geben. Allerdings sind etwaige Wiedereröffnungen auch mit Herausforderungen verbunden.

Flagge des Vereinigten Königreichs auf dreckigem, zerbröckeltem Untergrund.

Neben dem Brexit setzt auch die Corona-Pandemie den Briten stark zu. Doch mit dem geplanten Ende des Lockdowns Anfang Dezember sollen sich zumindest Unternehmen wie Casinos langsam erholen. ©Comfreak/Pixabay

Ende des Lockdowns ein Neustart für Glücksspielbetriebe in GB?

Endlich gibt es für Unternehmen der britischen Glücksspielindustrie einmal gute Nachrichten und etwas Hoffnung. Am Ende des dunklen Tunnels erwartet die zahlreichen existenzbedrohten Betriebe der Glücksspielindustrie in Großbritannien nämlich die Aufhebung des Betriebsverbots durch den wochenlangen harten Lockdown – zumindest theoretisch.

Fest steht zumindest schon einmal, dass am 02. Dezember ganz offiziell von staatlicher Seite der landesweite Lockdown zur Eingrenzung der Corona-Pandemie aufgehoben wird, zumindest vorerst. Zwar meint dies nicht, dass sämtliche Corona-Gegenmaßnahmen aufgehoben werden, zumindest aber soll es Lockerungen geben, von denen vordergründig die Wirtschaft profitieren soll. Denn für zahlreiche Branchen der britischen Wirtschaft bedeutete der vorgenommene Lockdown eine vollständige Aufgabe des Geschäftsbetriebs, so eben auch für Casinos, Wettbüros und ähnliche Glücksspieleinrichtungen.

Besonders hart hatte es dabei Unternehmen aus Regionen getroffen, in denen „Tier 3“, also die höchstmögliche Corona-Warnstufe ausgerufen worden war, so beispielsweise in der Glücksspielhochburg Liverpool. Dort wurden mitunter 600 neue Corona-Infektionen auf 100.000 Einwohner festgestellt, zum damaligen Zeitpunkt der Höchstwert des Landes.

“3-Stufen-System zur Corona-Warnung für Großbritanniens Städte. Anfang Oktober war durch den britischen Premierminister Boris Johnson das sogenannte Corona-Warnsystem für die gesamte britische Nation eingeführt worden. Insgesamt umfasst das Corona-Warnsystem drei Stufen, wobei „Tier 3“ als höchste Warnstufe festgelegt worden war. Je nach Warnstufe mussten die entsprechenden Städte bzw. Regionen des Landes Corona-Maßnahmen befolgen, was zum Teil ein nahezu vollständiges Herunterfahren des Wirtschaftslebens bedeutete. In Liverpool mit der Einstufung „Tier 3“ beispielsweise durften Casinos und Co. gar nicht mehr öffnen, selbst bei vorhandenem und funktionierendem Hygiene-Konzept.”

Nun sieht es allerdings danach aus, als ob mit dem Ende des Lockdowns in Großbritannien Anfang Dezember auch Glücksspieleinrichtungen endlich wieder ihren Betrieb eröffnen dürfen, und dies selbst dann, wenn sich der Standort des jeweiligen Unternehmens innerhalb eines Gebietes befindet, das die Corona-Warnstufe „Tier 3“ vorweist. Möglich machen sollen dies strenge und individuelle Hygiene-Konzepte. Dies zumindest geht aus einer Stellungnahme der BGC, des britischen Glücksspielverbandes, hervor.

“Unsere Mitglieder unterstützen uneingeschränkt die Bemühungen der Regierung, Covid-19 zu bekämpfen. Aus diesem Grund haben Wettbüros meiner Ansicht nach die strengsten Anti-Covid-Maßnahmen ebenso wie Casinos. Wie Sie sich vorstellen können, sind sie zutiefst besorgt über die enormen negativen Auswirkungen, die die Schließung ihrer Geschäfte auf deren Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und sogar den Sport hat, während die Schließung selbst nur einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Infektionsraten hatte. Um Ihnen und der Öffentlichkeit die Gewissheit zu geben, dass die Eröffnung dieser Geschäfte in Tier 3 möglich ist, haben unsere Mitglieder angeboten, weitere Beschränkungen für beispielsweise Kundenzahlen, Einrichtungen und verfügbare SPielangebote einzuführen.”Michael Dugher, CEO der BGC, Pressemitteilung des britischen Glücksspielverbands BGC

Freiwillige- proaktive Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen geplant

Konkret, so führte Michael Dugher von der GBC detailliert in seiner Stellungnahme aus, seien nahezu alle Mitglieder des britischen Glücksspielverbandes bereit, eigenständig und freiwillig auch besonders strenge Anti-Corona-Maßnahmen umzusetzen, sofern nur eine Öffnung nach dem Ende des Lockdowns wieder gestattet werde.

Als Beispiel nannte Dugher die Möglichkeit, Live-Casinospiele wie Poker oder Blackjack gänzlich herauszunehmen und überhaupt nicht anzubieten, da bei derlei Spielen die Ansteckungsgefahr potentiell natürlich am höchsten sei. Zudem könne auch die Besucherkapazität in den jeweiligen Gebäudekomplexen weiter reduziert werden, zum Beispiel auf lediglich ein Viertel der maximalen Kapazität. Selbst von einem Alkoholverbot würde man nicht zurückschrecken.

“Die Beschäftigung hat erheblich abgenommen, ein Betreiber musste seine Belegschaft zum Beispiel um über 40 Prozent reduzieren. Die Casino-Unternehmen hatten zu Jahresbeginn starke Bilanzen. Dies gilt nicht mehr angesichts bleibender Kosten während der Schließung von bis zu 15 Mio. GBP pro Monat. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie ernsthaft über die freiwilligen Hygienemaßnahmen nachdenken könnten, die unsere Mitglieder proaktiv anbieten, um weitere Sicherheit zu bieten, damit sie in Tier 3-Bereichen sicher wiedereröffnen können.”Michael Dugher, CEO der BGC, Pressemitteilung des britischen Glücksspielverbands BGC

Der CEO richtete aufgrund der besonders prekären wirtschaftlichen Situation von so vielen britischen Casinos und Wettanbietern im stationären Betrieb seine eindringliche Bitte direkt an den britischen Premierminister Boris Johnson und betonte, dass es nicht nur um steuerpflichtige Wirtschaftsunternehmen, sondern auch um deren Angestellte, um Arbeitsplätze gehen würde. Vielerorts haben langjährige Angestellte von Glücksspielunternehmen bereits ihren Job verloren. Nur eine Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs, wenn auch nur in Teilen, könne diese fatale Entwicklung stoppen und die Branche vor dem Aus retten.

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