Caesars muss drei Casinos verkaufen

Wegen einer potenziellen Monopolstellung infolge der Eldorado-Fusion muss sich Caesars Entertainment von mindestens drei Casinos im US-Bundesstaat Indiana trennen. Für 250 Mio. US-Dollar wurde das Caesars Southern Indiana Casino bereits an die indigene Glücksspielfirma Eastern Band of Cherokee Indians verkauft. Allerdings steht für Caesars schon der nächste Megadeal ins Haus, denn der in Las Vegas stationierte Casinoriese schließt sich momentan mit dem Londoner Buchmacher William Hill zusammen.

Der Caesars Palace in Las Vegas bei Nacht.

Caesars Entertainment sorgt zurzeit durch Megafusionen mit Eldorado und William Hill für Schlagzeilen. ©WikimediaImages/Pixabay

Eindämmung der Monopolstellung

Caesars Entertainment muss sich im US-Staat Indiana von drei Casinos trennen, da eine Monopolstellung durch die Fusion mit Eldorado befürchtet wird. In Indiana besitzt Caesars insgesamt vier Liegenschaften: Das Harrah’s Hoosier Park Racing & Casino, das Horseshoe Hammond Casino, das Caesars Southern Indiana Casino und das Indiana Grand Racing & Casino. Dazu kommt das Tropicana Casino in Evansville, welches von Eldorado betrieben.

Die Indiana Gaming Commission hatte die fast 18 Mrd. US-Dollar schwere Fusion zwischen Caesars und Eldorado daher nur unter der Bedingung genehmigt, dass das kombinierte Unternehmen drei Casinos im Bundesstaat verkauft. Die Auswirkungen der Megatransaktion seien für den Staat Indiana größer als für jeden anderen Staat, so die Begründung. Laut Kommission würde Eldorado-Caesars ohne die Verkäufe rund 60 Prozent des Marktes kontrollieren.

Aus diesem Grund bot Eldorado-Caesars freiwillig an, zwei seiner Casinos zu veräußern. Die Kommission erklärte jedoch, dass eine dritte Veräußerung notwendig sein würde. Es wurde dabei nicht festgelegt welche Casinos, gleichsam betonte die Kommission jedoch, dass in den verbleibenden Einrichtungen in den nächsten drei Jahren keine Arbeitsplätze abgebaut werden dürfen.

Inzwischen hat sich das kombinierte Unternehmen darauf verständigt, die Standorte Hammond und Evansville sowie das Caesars Southern Indiana Casino aufzugeben. Letzteres wurde Anfang der Woche von dem Casinobetreiber Eastern Band of Cherokee Indians (EBCI) für 250 Mio. US-Dollar gekauft. EBCI wird einen neuen Mietvertrag mit VICI Properties Inc. abschließen, die jährliche Zahlung beläuft sich auf 32,5 Mio. US-Dollar. Das 20 Jahre alte Casino war erst Ende 2019 in ein neues 85 Mio. US-Dollar teures Gebäude umgezogen und wartet mit einer Spielfläche von 9.290 Quadratmetern auf. Geboten werden Spielautomaten, Tischspiele und Poker.

Caesars-Eldorado-Deal noch nicht fix

Noch ist der Megadeal zwischen Caesars und Eldorado nicht ganz über die Bühne. Die Übertragung der Eigentumsrechte an den Renncasinos Indiana Grand und Harrah’s Hoosier Park erfordert auch die Zustimmung der Indiana Horse Racing Commission. Die einzige weitere Genehmigung, die für den Deal noch aussteht, ist die der New Jersey Casino Control Commission. Letzte Woche erhielt der Deal die Genehmigung des Nevada Gaming Control Board.

Auch weitere Behörden hatten der Fusion zugestimmt. Letzten Monat genehmigte die Federal Trade Commission (FTC) den Zusammenschluss, nachdem sie von Eldorado verlangt hatte, zwei seiner Immobilien an Twin River Worldwide Holdings zu verkaufen. Außerdem bekundeten die Aufsichtsbehörden von Mississippi, Missouri und Louisiana ihren Zuspruch. Darüber hinaus müssen sich die Instanzen derweil auch mit dem geplanten Kauf von William Hill befassen, der im März abgeschlossen werden soll.

Die beiden Konzerne, Eldorado und Caesars, kündigten ihren Megadeal erstmals im Juni 2019 an, wobei Eldorado 17,3 Mrd. US-Dollar für den Kauf von Caesars zahlt. 7,2 Mrd. US-Dollar fließen in bar und etwa 77 Mio. US-Dollar in Eldorado-Stammaktien. Nach Abschluss der Übernahme soll Eldorado 51 Prozent und Caesars 49 Prozent an dem neuen Unternehmen halten. Die Aktionäre beider Seiten haben dem Deal bereits zugestimmt.

Der Verkauf wurde maßgeblich von Hauptaktionär Carl Icahn vorangetrieben. Grund waren unter anderem milliardenschwere Verluste. Der Großinvestor hält fast 30 Prozent an Caesars. Anfang 2019 hatte Icahn seinen Anteil um weitere 15,53 Prozent aufgestockt, womit er sich 104.975.363 zusätzliche Aktien des Unternehmens sicherte. Icahn forcierte kurz darauf den Verkauf oder die Fusion mit einem anderen Unternehmen. Hintergrund waren massiven Aktienverlusten im Jahr 2018. Der Wert sank in diesem Jahr um über 31,36 Prozent. Im Vergleich zur Konkurrenz nannte Icahn die Aktien von Caesars unterdurchschnittlich.

Parallel: Umgestaltung in New Orleans

Parallel zu den Verkäufen in Indiana plant Caesars, das Harrah’s New Orleans in Caesars New Orleans umzuwandeln. Für die Renovierung und den Umbau sollen 325 Mio. US-Dollar investiert werden. Das Projekt wurde der New Orleans Building Corporation am 08. Dezember vorgestellt und soll bis 2024 abgeschlossen sein.

Die Pläne für den Umbau beinhalten einen neuen Turm mit 340 Zimmern über dem bestehenden Valet Porte Cochère des Casinos. Außerdem werden neue kulinarische und gastgewerbliche Angebote geplant, die in einen derzeitig ungenutzten Bereich des Casinos im zweiten Stock integriert werden sollen. Tom Reeg, CEO von Caesars, bekundete Begeisterung und sprach von einer 20-jährige Geschichte in New Orleans, die nun fortgesetzt werde.

Die Reinvestition sei auch ein Beweis für das ausdauernde Engagement des Betreibers in New Orleans, wo Caesars der einzige landbasierte Anbieter für Glücksspiele ist. Samir Mowad, General Manager von Harrah’s New Orleans, fügte hinzu, als gebürtiger New Orleanser stolz darauf zu sein, dass Caesars für den Umbau mit lokalen Architekten und Designern zusammenarbeiten will. Was bisher vorgestellt wurde sei nur der Anfang einer riesigen Transformation.

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