Betsson, 888 und Sisal im Rennen um Buenos Aires-Lizenz

Die europäischen Glücksspielanbieter Betsson, 888 und Sisal sind in den Lizenzierungsprozess der argentinischen Hauptstadtprovinz Buenos Aires eingetreten. Das Trio bewirbt sich im Rennen um insgesamt sieben iGaming-Lizenzen. Erst Anfang April hatte Buenos Aires erstmals in seiner Geschichte bekannt gegeben, Online Glücksspiele legalisieren zu wollen. Hier ein Überblick zu den Entwicklungen.

Die amtierende Gouverneurin von Buenos Aires, María Eugenia Vidal.

Die Gouverneurin von Buenos Aires, María Eugenia Vidal, hat die Onlinelegalisierung mitvorangetrieben. (©Wikipedia)

Insgesamt 15 Bewerbungen eingegangen

Der Anmeldezeitraum für den ersten Lizenzierungsprozess in der Geschichte der argentinischen Hauptstadtprovinz Buenos Aires lief am 25.06. um 11 Uhr morgens ab. Wie die argentinische Glücksspielbehörde (Provincial Institute of Lottery and Casinos in Buenos Aires, kurz: IPLyC) unterdessen bekannt gab, hat sich eine ganze Reihe namhafter europäischer Online Glücksspielanbieter um eine Lizenz beworben, unter anderem Betsson, 888 und Sisal. Insgesamt werden 15 Unternehmen um nur sieben Lizenzen konkurrieren. Die Prüfungsverfahren der Behörde laufen bereits auf Hochtouren.

Um sich in Bezug auf die Lizenzvergabe die höchstmöglichen Chancen zu sichern, haben sich die drei weltbekannten Betreiber gemäß den Bedingungen der IPLyC bereits mit diversen lokalen Glücksspielvertretern zusammengeschlossen. Die schwedische Unternehmensgruppe Betsson hat in diesem Kontext einen Vertrag mit der argentinischen Kette Casino de Victoria unter Dach und Fach gebracht. Der britische Onlinegigant 888 Holdings kooperiert über seine Tochtergesellschaft Cassava Enterprises mit dem in Buenos Aires ansässigen Glücksspielunternehmen Boldt. Die italienische Glücksspielkonzern Sisal Entertainment hat gleich zwei Partnerschaften mit Areltwon und El Chalero begründet.

Buenos Aires-Lizenzen gefragt

Betsson, 888 und Sisal sind somit die letzten Bewerber um die Buenos Aires-Lizenz im Rahmen des besagten Anmeldefensters. Bereits im Vorfeld hatte sich jedoch auch schon eine ganze Riege weiterer europäischer Unternehmen auf die Startbahn gegeben. Mit von der Partie ist zum Beispiel der kanadische PokerStars- und Full Tilt-Inhaber The Stars Group, der für den Lizenzerhalt einen Deal mit Atlantica de Juegos abgeschlossen hat.

Außerdem geht der Londoner Traditionsbuchmacher William Hill mit ins Rennen, dieser hat der IPLyC ebenfalls gleich zwei Abkommen mit ArgenBingo und Flutter Entertainment präsentiert. Darüber hinaus hat sich auch der auf der Isle of Man sitzende Online Casino-Provider Playtech um eine Lizenz beworben, der Softwarehersteller ist zu diesem Zweck einen Vertrag mit dem Hotel Casino Tandil eingegangen.

Ein weiterer heißer Anwärter auf eine Buenos Aires-Lizenz ist das britische Onlineunternehmen Bet365, das diesbezüglich mit dem argentinischen Bingo-Betreiber Pasteko zusammenarbeiten wird. Erst vor kurzem ist Bet365 zudem auch auf dem mexikanischen Markt eingestiegen, was die Chancen auf eine Lizenz in Südamerika weiter erhöhen dürfte. Zu den weiteren hochgehandelten Kandidaten zählt zum einen das auf Malta lizenzierte Unternehmen Betway, das das argentinische Unternehmen Bingo King als Partner gewinnen konnten und zum anderen der spanische Betreiber Luckia, der zwei Verträge mit Emprendimientos Crown und BetCris vorweisen kann.

Hohe Nachfrage trotz strenger Vorschriften

Dass Buenos Aires zukünftig auf Online Glücksspiele setzen will, ist angesichts des nicht lassenden Onlinebooms nur verständlich. Ins Rollen gebracht wurde die Etablierung von der amtierenden Gouverneurin von Buenos Aires, María Eugenia Vidal, die die Gesetzesnovelle unter dem Titel „2019 Budget Law“ Anfang April unterzeichnete. Die offizielle Einführung eines legalisierten Online Glücksspielsektors wurde im sogenannten Dekret 181 im Rahmen eines neuen Haushaltsgesetzes manifestiert und zuletzt von der Regierungszeitung Boletín Oficial veröffentlicht. Das Dokument umfasst dabei spezifische Regulierungen in Bezug auf sämtliche Produktvertikalen: Online Casinospiele, Online Sportwetten, Online Poker und Online Bingo.

Wie es laut argentinischen Medien heißt wird die Einhaltung sämtlicher Vorschriften sowie die Lizenzvergabe zukünftig durch eine auf den Onlinesektor spezialisierte Sonderabteilung der IPLyC kontrolliert. Um eine Lizenz in Buenos Aires zu erhalten, müssen die Bewerber zudem eine ganze Reihe an Kriterien erfüllen, unter anderem geht es um Branchenerfahrung, finanzielle Leistungsfähigkeit, Datensicherheit und Spielerschutz. Da in Buenos Aires besonders strenge Werbeauflagen im Bereich Glücksspiel vorherrschen, gab die Regierung schon im Vorfeld bekannt, ausnahmslos Unternehmen zu lizenzieren, die nachweislich über eine verantwortungsvolle Spielkultur verfügen.

Obendrein wird von den Anbietern eine physische Präsenz am Standort Buenos Aires abverlangt. Um die einheimischen Glücksspielanbieter zu schützen, werden darüber hinaus etwaige Partnerschaften mit lokalen Betreibern vorgeschrieben. Die Lizenzlaufzeit umfasst dafür im Gegenzug ganze 15 Jahre.

Hohe Steuern und Lizenzkosten

Auch in den Punkten Lizenzkosten und Steuerabgaben wird es für internationale Anbieter in Buenos Aires nicht billig. Allein die Lizenzgebühr kostet umgerechnet rund 1,3 Mio. Euro, dazu wird eine Steuersatz von vergleichsweise hohen 25 Prozent auf die Brutto-Gaming-Einnahmen erhoben. Durch die hohen Steuereinnahmen sollen vor allem die Mehrkosten der IPLyC gedeckt werden. Außerdem plant die Regierung die Finanzierung eines Sozialfonds unter dem Titel FIDES – Social Development & Integration Fund, die Überwachung des Fonds untersteht dabei ebenfalls der IPLyC.

Die Marktliberalisierung in Südamerika schreitet mit dem Bewerbungsrennen um die Buenos Aires-Lizenz weiter voran. Neben Argentinien planen unterdessen auch Brasilien und Uruguay ihre Onlinepforten zu öffnen. Grund für das Umdenken ist nicht zuletzt die aktuell immer weiter zunehmende Sportwettlegalisierung in den USA. Welche sieben Unternehmen letztlich das Rennen in Argentinien machen, bleibt jedoch vorerst noch abzuwarten.

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