Ausverkauf von Las-Vegas-Casinos?

Schon wieder wurde bekannt, dass weitere berühmte und exklusive Hotel- und Casino-Anlagen von MGM Resorts International in Las Vegas verkauft werden sollen. In diesem Fall geht es aber keineswegs um kleinere und unbekanntere Hotel-Casino-Komplexe, sondern um das MGM Grand sowie die Mandala Bay Resorts & Casinos auf dem Las Vegas Strip. Medienberichten zufolge sollen gleich mehrere große Unternehmen zusammen kurz vor dem Kauf der Glücksspielhochburgen stehen. Insgesamt soll der Deal 2,5 Mrd. US-Dollar umfassen. Es könnte eines der bedeutendsten Immobiliengeschäfte der USA werden.

Aktive Springbrunnen vor dem Bellagio-Hotel in Las Vegas im Dunkeln.

MGM, Bellagio und viele weitere Hotel-Casinos gehören zum Las-Vegas-Bild. Zukünftig werden die Glücksspielkomplexe aber von neuen Händen geleitet. ©StockSnap/Pixabay

Zahlreiche Casino-Verkäufe in Las Vegas

Bereits vor kurzem hatten wir darüber berichtet, dass der in Las Vegas tätige Hotel- und Casino-Betreiber Caesars Entertainment beschlossen hatte, das Rio All-Suite Hotel & Casino zum Verkauf anzubieten. Schon im Oktober letzten Jahres mehrten sich zudem die Gerüchte, dass auch MGM Resorts mit dem Gedanken spiele, Hochkaräter des eigenen Immobilienportfolios zu veräußern. Nun zeigt sich, dass es sich herbei wohl nicht nur um eine journalistische Ente handelte.

“Diese Transaktion erlaubt es Caesars Entertainment, seine Ressourcen auf die Bestärkung unserer attraktiven Portfolios an kürzlich renovierten Strip-Immobilien zu konzentrieren. Mit diesen Immobilien werden wir voraussichtlich ein besseres Betriebsergebnis erzielen.”

Der letztjährige Immobiliendeal ist im Vergleich zur jetzigen Meldung aber etwas kleiner ausgefallen. Knapp 517 Mio. US-Dollar überwies der Immobilienkonzern Imperial Companies damals an Caesars Entertainment. Im Vergleich zu den 2,5 Mrd. US-Dollar, von denen derzeit die Rede ist, ging es damals also zumindest vergleichsweise um Peanuts – und um ein sicherlich nicht derart bedeutendes Las-Vegas-Gebäude.

Denn zweifelsohne handelt es sich beim MGM Grand und den Mandala Bay Resorts & Casinos direkt auf dem Las Vegas Strip nicht um die kleinsten Hotel-Casino-Komplexe Nevadas, auch wenn MGM Resorts als Betreiber sich erst nach der Caesars Gruppe unter den weltweit größten Casino-Betreibern auf dem zweiten Platz einordnet.

Bellagio geht an Blackstone

Investoren, Aktionäre und andere Interessengruppen wissen derzeit noch nicht, wie der bevorstehende Deal zu bewerten sein wird. Zudem gilt es zu bedenken, dass der Abschluss des Joint Ventures mit MGM Resorts erst einige Monat vonstattengeht, nachdem die Immobiliengesellschaft das Bellagio Hotel and Casino für 4,25 Mrd. US-Dollar erworben hat. Dieser Deal erfolgte bereits im Oktober.

Wohl auch deswegen ging Jim Murren, CEO bei MGM Resorts, in die Öffentlichkeit und gab der US-amerikanischen Financial Times ein Interview. Hierin erklärte er die Gründe für den Entschluss, das eigene Portfolio auszudünnen.

“Diese Ankündigungen sind ein Meilenstein in der Durchführung der von der Firma vorher kommunizierten Asset-Light-Strategie, eine die eine branchenführende Bilanz und eine starke freie Cashflow-Generierung ermöglicht, um MGM Resorts eine erhebliche strategische Flexibilität zu bieten und für die Aktionäre fortlaufend neuen Wert zu generieren.”Jim Murren, CEO, MGM Resorts

Aus politischer Sicht gewiss nicht uninteressant dürfte ebenfalls die Meldung sein, dass auch Circus Circus demnächst verkauft werden soll. Auch dieser Hotel- und Casino-Komplex ist derzeit noch Eigentum von MGM Resorts. Kaufinteressent soll Phil Ruffin sein, der bekanntermaßen beste geschäftliche Beziehungen zum US-Präsidenten Donald Trump pflegt.

In einem Interview mit dem Medienunternehmen Bloomberg erklärte Murren, dass auch diese Verkäufe Teil einer strategischen Neuausrichtung seien, die als Reaktion auf den Wandel in der Glücksspielindustrie zu werten ist. Zukünftig sollen wieder Sport und Unterhaltung im Fokus stehen – ein Wink auf ein mögliches Engagement im Sportwettenbereich. Undenkbar ist dies nach der Öffnung des US-amerikanischen Marktes für private Sportwetten sicherlich nicht.

“Die Casino-Industrie entwickelt sich und wir glauben, dass der beste Einsatz unseres intellektuellen Kapitals die Konzentration auf Sport, Live-Unterhaltung und die Reduzierung von Fremdverbindlichkeiten ist.”Jim Murren, CEO, MGM Resorts

Aufteilung fast 50 zu 50

Das Joint Venture, das zukünftig das Sagen auf dem Las Vegas Strip haben wird, setzt sich übrigens aus den Unternehmen MGM Growth Properties und Blackstone zusammen. Angeblich sollen am Ende 50,1 Prozent der Besitzansprüche auf MGM Growth Properties übergehen, womit es alleiniger Anteilseigner wäre.

Kurioserweise ist geplant, die Immobilien nach dem Kauf wieder an MGM Resorts zu vermieten, angeblich zu einer jährlichen Miete von 292 Mio. US-Dollar. Die Aktienkurse von Blackstone und MGM zeigten sich von diesen Meldungen aber relativ unbeeindruckt und haben sich bis dato kaum verändert. Auch Besucher der Hotel-Casino-Anlagen in Las Vegas dürften von diesen Deals in der Praxis kaum etwas mitbekommen.

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